Winnweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Im Laden von Sandra Müller gibt’s Bio-Honig und vieles andere mehr

Hat in ihrem Repertoire auch Bausätze für Insektenhotels: Sandra Müller, die in ihrem Laden in Winnweiler unter anderem zertifiz
Hat in ihrem Repertoire auch Bausätze für Insektenhotels: Sandra Müller, die in ihrem Laden in Winnweiler unter anderem zertifizierten Bio-Honig und selbst gemachte Seife verkauft.

Wer an der ehemaligen Metzgerei Müller in der Jakobsstraße vorbeikommt, wird von den unterschiedlichsten Gerüchen ins Ladeninnere gelockt. Dort sorgen zudem eine Menge selbstgemachter Produkte für viel Farbe. Und Inhaberin Sandra Müller geht mit Begeisterung einer süßen Tätigkeit nach.

Denn die Besitzerin stellt ihren eigenen zertifizierten Bio-Honig her. Tatkräftig unterstützt wird sie dabei nicht nur von ihrem Bruder Peter; auch Eltern und Großeltern helfen in den Räumen der ehemaligen Metzgerei Müller mit.

Auf die Idee, Honig herzustellen, kam eigentlich Bruder Peter, dessen Traum seit seiner Kindheit das Imkern war. „Lange war das für uns kein Thema“, erzählt Sandra Müller. 2014 fingen sie dann mit zwei Völkern an, die jeweils aus 40.000 bis 50.000 Bienen bestehen. „Am Anfang haben uns Bekannte geholfen. Mit der Zeit haben wir an den Bienen richtig Spaß bekommen.“ 2016 eröffnete Müller, die im dritten Semester Lebensmittelchemie studiert, das Geschäft in der Innenstadt und verkauft dort seither den Honig. „Aktuell haben wir 36 Völker, alle selbst gezogen“, sagt Müller mit berechtigtem Stolz.

Ihre Bienen wohnen im Garten der Uroma. 1200 Quadratmeter ist das Insekten- und Bienenparadies groß, es befindet sich hinter dem ehemaligen Katasteramt. In Lavendel, Obstbäumen, Beerensträucher, Kirschbäumen und Esskastanien sowie im wilden Gras sind nicht nur die Bienen anzutreffen. Auch Insekten oder Eichhörnchen finden den weg zu Müllers Tierparadies.

Zweimal jährlich wird geerntet

Zweimal im Jahr erntet Sandra Müller mit Bruder Peter – der seine Prüfung zum Tierwirt, Fachrichtung Imker am Fachzentrum für Bienen und Imkerei in Mayen erfolgreich bestanden hat – den Honig. Der kommt aus dem Honigraum, der sich wie in einem Baukastensystem über dem Brutraum der Bienenkästen befindet. Zwei Tage vor der Ernte wird in die Bienenkästen eine sogenannte Bienenflucht geschoben. Durch diese können die Bienen zwar aus dem Kasten raus, aber nicht mehr rein. „In der Zeit können wir in Ruhe den Honig ernten“, erklärt Müller. Besonders gesund sei der Frühjahr- und Sommerblütenhonig wegen des hohen Pollenanteils.

Die Imkerei Müller ist Bio-zertifiziert. „Für das Zertifikat muss einiges beachtet werden“, so Müller. Im Umkreis von zwei bis drei Kilometer dürfen keine gespritzte Flächen und keine Fabriken oder Kläranlagen sein. Für die Bienenkästen darf nur natürliches Material verwendet und im Winter nur Biozucker zugefüttert werden. „Zehn Prozent des Honigs müssen für die Bienen übrig bleiben. Das ist gesünder als der Zucker“, erklärt Sandra Müller.

Die zehn vorhandenen Waben, die aus Wachs bestehen, haben Müllers Bienen selbst gebaut. „Damit wird der Bautrieb gefördert, die Bienen sind zufriedener.“ Zum geernteten Honig wird nichts mehr hinzugefügt, lediglich gesiebt wird das süße Gold. „Erhitzt wird der Honig bei uns nicht über 40 Grad, denn dabei gehen die gesunden Nährstoffe verloren“, so Müller. Der Verband kontrolliert das Zertifikat. Eine unabhängige Kontrollstelle kommt einmal im Jahr, um etwa zu prüfen, ob der Honig gestreckt wird. Ferner werden Wachs- und Honigproben entnommen.

In der Imkerei Müller gibt es Insektenhotels zu kaufen. Auch als Sondermodelle wie das Dracula-Bienenhotel oder das Asterixhäuschen, die Hütte von Häuptling Majestix. Wer möchte, kann einen Bausatz erwerben und das Bienenhotel selbst mit Holz, Tannenhutzeln und Stroh zusammenbauen.

„Langweilig wird’s nie“

Nicht nur Honig verkaufen die Geschwister in der ehemaligen Metzgerei: Selbst gemachte Naturseife, die aus pflanzlichen Fetten wie Kokos-, Oliven- oder Mohnsamenöl und Natronlauge besteht, gehört ebenfalls zum Repertoire. Ätherischen Öle statt Parfüm sorgen für einen angenehmen Geruch und in manchen Seifen darf ein Schuss Honig nicht fehlen. „Unsere Seife hat eine rückfettende Wirkung“, so Müller. Füllstoffe und Mikroplastik, was die Umwelt belasten könnte, habe in der selbst gemachten Seife nichts verloren.

Neben Honig und Seife können Kunden in dem gemütlich eingerichteten Laden getrocknete Blütenpollen, selbst gemachte Kerzen und Teelichter, Wachs, Honigbonbons, Öl, Vogelnistkästen und Vogelfutter kaufen. „Langweilig wird’s uns nie. Wir haben immer was zu tun und viele Ideen. Wir probieren viel aus“, sagt Müller schmunzelnd.

Sandra Müller wird nicht nur von ihrem Bruder Peter, sondern auch von ihren Eltern und Großeltern tatkräftig unterstützt.
Sandra Müller wird nicht nur von ihrem Bruder Peter, sondern auch von ihren Eltern und Großeltern tatkräftig unterstützt.
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