Donnersbergkreis „Historische Wahl“ für Katholiken

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Unter dem Motto „weil es mich angeht“ sind die Katholiken des Bistums Speyer heute und morgen aufgerufen, mehr als 3800 Delegierte in den künftigen Großpfarreien zu wählen: im Pfarreirat, Verwaltungsrat und Gemeindeausschuss. Bischof Karl-Heinz Wiesemann spricht von einer historischen Wahl, weil die neuen Gremien einen entscheidenden Schritt darstellen bei der Umsetzung der „Gemeindepastoral 2015“.

Nach diesem weit greifende Veränderungen vornehmenden Seelsorgekonzept wurden die bisherigen 346 Pfarrgemeinden aufgelöst und in 70 neue Pfarreiengemeinschaften zusammengefasst – fünf gehören dem Dekanat Donnersberg an: Feilbingert, Göllheim, Kirchheimbolanden, Rockenhausen und Winnweiler. Wahlberechtigt ist, wer über 16 Jahre alt beziehungsweise gefirmt ist. Lediglich zur Wahl des Verwaltungsrats muss man volljährig sein. „Wir sehen uns vor großen Veränderungen in unserer Gesellschaft, auf die wir in unserem Bistum mit einer Neuausrichtung der Pastoral in veränderten Strukturen reagieren“, führt der Bischof weiter aus. Die neuen Gremien seien unverzichtbar für ein lebendiges kirchliches Leben vor Ort und weiteten zudem den Blick über den eigenen Kirchturm hinaus. Für Wiesemann steht fest: „Pfarrei ist und bleibt ein unverzichtbarer Ort von Kirche.“ Es sei wichtig, dass die neuen größeren Pfarreien zusammenwüchsen und ihre Identität fänden. Die Bildung von Gemeindeausschüssen garantiere die Nähe zu den Menschen. Laut Satzung für die Pfarrgremien im Bistum Speyer „trägt der Pfarreirat zusammen mit dem Pfarrer und den pastoralen Mitarbeitern Verantwortung für ein aktives kirchliches Leben in der Pfarrei“. In enger Vernetzung der Gemeinden erarbeite er das Pastorale Konzept und sorge für dessen Überprüfung und Fortschreibung. Der Verwaltungsrat „berät und beschließt über die erforderlichen personellen, räumlichen und finanziellen Voraussetzungen. Er erstellt den Haushaltsplan und die Jahresrechnung und entscheidet über Dienst- und Arbeitsverträge sowie Bau- und Grundstücksangelegenheiten der ganzen Kirchengemeinde.“ Der Gemeindeausschuss koordiniert im Rahmen des Pastoralen Konzeptes das kirchliche Leben vor Ort. „Zu seinen Aufgaben“, so die Satzung weiter, „zählen die Entdeckung der Charismen und die Unterstützung ihrer Tätigkeit.“ Dabei trage der Ausschuss insbesondere Sorge für ein lebendiges liturgisches Leben, für die Weitergabe des Glaubens und für den caritativen Dienst. Da dieses Gremium aus der Initiative der Gläubigen vor Ort lebt, sind der Pfarrer und pastorale Mitarbeiter(innen) nicht Mitglieder. Josef Matheis, Pfarrer in Göllheim und Dekan des Dekanats Donnersberg, teilte der RHEINPFALZ auf Anfrage mit, dass alle bisherigen Pfarreien, die nun Gemeinden werden, zwei Mitglieder in den Verwaltungsrat wählen – unabhängig von ihrer Größe. „Die Anzahl der Mandate für den Pfarreirat und den Gemeindeausschuss konnte jede Gemeinde selbst festlegen. In Göllheim stellten sich genügend Kandidaten zur Verfügung, sodass wir keine ergänzende Urwahl brauchen.“ In Ottersheim, Weitersweiler und Zell sei teils Listenwahl, teils erweiternde Urwahl vorgesehen. („Urwahl ohne jegliche Kandidaten findet bei uns nicht statt.“) Teilweise ließen sich dieselben Leute für mehrere Gremien aufstellen. Da ältere Mitglieder oft nicht mehr kandidieren wollten – und ganz junge wohl auch nicht –, liege der Altersdurchschnitt zwischen 40 und 60 Jahren. Frauen seien dabei überdurchschnittlich beteiligt. Die Ausschüsse, der Pfarreirat und der Verwaltungsrat seien durch Entsendungen miteinander vernetzt. Insbesondere durch die Bildung der Gemeindeausschüsse sollen auch den bisherigen Pfarreien und kleineren Gemeinden die Möglichkeiten eigener Identität, eigener Aktivität und Einflussmöglichkeiten gegeben werden – gerade durch die Vernetzungen. Darüber hinaus werde das Zusammenwachsen gefördert durch einen gemeinsamen Pfarrbrief, das Zusammenlegen der Krankenpflegevereine, mit der Ausweitung der in Zell beheimateten Kolpingfamilie auf die Pfarrgemeinde und das Philippsfest, das auf die ganze Region ausstrahle. (fun) Info Jedes Pfarreimitglied kann am Wahltag seine Stimme in den Wahllokalen seiner bisherigen Pfarrei abgeben.

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