Imsweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Grundschule: Kinderflut sorgt für volles Haus

Seit der Erweiterung 2014 sind alle Kinder der Paula-Best-Grundschule in einem Gebäude untergebracht – zuvor waren jeweils zwei
Seit der Erweiterung 2014 sind alle Kinder der Paula-Best-Grundschule in einem Gebäude untergebracht – zuvor waren jeweils zwei Klassen in Gehrweiler und Imsweiler unterrichtet worden. Im Sommer kommen ungewöhnlich viele Erstklässler hinzu, weshalb der Platz nun knapp wird.

Bis vor kurzem stand auf der Kippe, ob die Grundschule Imsweiler mit zwei ersten Klassen ins kommende Schuljahr starten wird. Jetzt ist zumindest vorerst eine Entscheidung gefallen – und der muss im Wortsinn Raum gegeben werden.

Hat’s der nasse und gewittrige Sommer 2017 in den heimischen vier Wänden besonders knistern lassen? Oder haben eher die eisigen Temperaturen im Winter davor beziehungsweise der trübe Herbst danach eine Rolle gespielt? Reine Spekulation – fest steht, dass zwischen August 2017 und 2018 ungewöhnlich viele Babys auf die Welt gekommen sind, die heute mit ihren Familien im Einzugsgebiet der Paula-Best-Grundschule Imsweiler leben. Denn Stand jetzt werden dort, statt wie bislang durchschnittlich zwölf bis 15, in diesem Jahr 26 Kinder eingeschult – maximal 24 pro Klasse sind aber nur laut rheinland-pfälzischem Schulrecht erlaubt. Das heißt: Wenn sich an dieser Zahl bis zum Sommer aufgrund von Wegzügen nichts Wesentliches ändert, werden im kommenden Schuljahr in Imsweiler zwei Eingangsklassen starten.

„Änderungen kann es immer geben. Aber da die Anmeldefrist abgelaufen und auch über etwaige Rückstellungen von Kindern entschieden ist, gehen wir jetzt in unseren Planungen von 26 Kindern und damit von einer Zweizügigkeit aus“, sagte VG-Bauamtsleiter Michael Groß im Gespräch mit der RHEINPFALZ. An der Schule, die auch Kinder aus Gehrweiler und Gundersweiler sowie dem Rockenhausener Stadtteil Dörnbach besuchen, wird somit zumindest in den nächsten Jahren mehr Platz benötigt.

Hohe Kinderzahl wohl Ausreißer nach oben

2014 war der zweite Standort in Gehrweiler – dort wurden viele Jahre die Klassen eins und zwei unterrichtet – aufgegeben und das Gebäude in Imsweiler für rund eine Millionen Euro erweitert worden. Ein zusätzlicher Raum, der zum Klassenzimmer umfunktioniert werden könnte, ist jedoch nicht vorhanden und ein weiterer Anbau weder kurzfristig realisierbar noch auf längere Sicht notwendig: Denn „momentan gibt es keine Anzeichen, dass in den folgenden Jahrgängen die Klassenmesszahl von 24 erneut übertroffen wird“, sagte Groß.

Der also vermutlich nur temporär höhere Bedarf soll über eine Containerlösung gedeckt werden. Der „Interimsklassensaal“ besteht aus drei jeweils sechs Meter langen und drei Meter breiten Boxen, die auf der Rückseite des Schulgebäudes platziert werden und einen zusammenhängenden Raum bilden. „Die Container sind bestellt, der Aufbau ist für die Sommerferien geplant“, so Groß.

Erdarbeiten vermutlich in den Pfingstferien

Etwas erschwert wird dieser durch die Topografie des Geländes: Auf der einen Seite ist es steil, auf der anderen eng. 10.000 Euro sind für Anschaffung und Aufstellen der Konstruktion mithilfe eines Krans vorgesehen. Ferner sind im Vorfeld – vermutlich in den Pfingstferien – Erdarbeiten auszuführen, die mit 27.000 Euro veranschlagt sind. Dabei wird unter anderem das Areal begradigt und mit L-Steinen begrenzt. Der Vorteil: „Wenn die Container irgendwann mal nicht mehr benötigt werden, kann man die Fläche zum Beispiel für zusätzliche Parkplätze nutzen. Die sind an der Schule aufgrund der Hanglage ohnehin rar“, erläutert der Bauamtsleiter.

Mit weiteren 25.700 Euro schlagen die Mietkosten für drei Jahre zu Buche – den Auftrag für das mobile Klassenzimmer hat die Firma Optirent (Nordrhein-Westfalen) erhalten. Der gewählte Zeitraum hatte mehrere Gründe: Erstens geht die Verwaltung bis 2028 von einer Zweizügigkeit aus – sollte die Klassen aber aufgrund von Wegzügen oder Schülern, die eine Stufe wiederholen müssen, doch irgendwann zusammengelegt werden, könnte der Platz auch für die ab 2026 per Rechtsanspruch einforderbare Ganztagsbetreuung der Grundschüler genutzt werden. Zweitens ist die Miete für drei Jahre nur geringfügig höher als für zwei – es geht um Mehrkosten von 2500 bis 3000 Euro.

Wird Feuerwehr-Domizil langfristig für Schule genutzt?

Andererseits ist aufgrund der Geburtenraten kaum zu erwarten, dass der Platzbedarf an der Schule – siehe oben – mittelfristig weiter zunehmen wird. Und nicht zuletzt steht nach Ablauf der Drei-Jahres-Frist vielleicht eine weitere Option zur Verfügung: Denn das Gerätehaus der Ortsfeuerwehr grenzt unmittelbar an das Schulhaus an. Im zuständigen VG-Ausschuss ist jedoch entschieden worden, dass für die Feuerwehren Imsweiler und Gundersweiler an anderer Stätte ein gemeinsames Gebäude errichtet werden soll. Der dann verwaiste Raum an der Grundschule könnte umgebaut und von dieser genutzt werden – wenn Bedarf dafür besteht. Vielleicht gibt es ja in und um Imsweiler bald mal wieder so ein besonderes Jahr ...

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