Donnersbergkreis
Grüne im Gespräch: Ohne Zweitauto, für gesundes Essen und mit vielen Gästen
Klimaschutz und Mobilität, Sozial- und Familienpolitik sowie Tourismus – das sind die drei Themen, die auf der Agenda der Grünen ganz oben rangieren. Für Lisett Stuppy und Dennis Kolter sind es Herzensangelegenheiten.
Klimaschutz und Mobilität
„Die Infrastruktur soll eine Daseinsvorsorge sein und jedem im Kreis die Teilhabe ermöglichen“, sagt Stuppy. Niemand dürfe ausgegrenzt oder abgehängt werden, weder lokal noch regional. Nicht alle könnten sich ein Auto leisten, also müsse die Politik für ÖPNV-Angebote sorgen. „Wir wollen weg vom Individualverkehr“, so Kolter. „Es kann nicht sein, dass Bahnhöfe da sind, aber nicht angefahren werden, zum Beispiel in Mannweiler-Cölln oder Schweisweiler.“ Für die Grünen stellt sich daher auch die Frage: Braucht in zehn Jahren noch jeder Haushalt zwei Autos? Stuppy und Kolter finden: „Nein.“ Auch wenn das ein „sehr ehrgeiziges Ziel“ sei, weil der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Aber es müsse ein Umdenken stattfinden. Lösungen für den Verkehr müssten sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung ausrichten. Für Angebote wie Car-Sharing, Ruftaxis, ausgebautes Radwegenetz und die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, müsse die Politik sorgen.
Familien- und Sozialpolitik
„Ich wünsche mir einen familienfreundlichen Donnersbergkreis“, sagt Lisett Stuppy. Der beginnt für die Landtagsabgeordnete bei der Geburtenstation im Westpfalzklinikum, die „unbedingt erhalten“ bleiben soll. Deshalb sei auch die Stärkung der Hebammen wichtig; unter anderem mit dem Projekt „Hebammen geleiteter Kreißsaal“, bei dem die Klinik nur noch als Back-Up funktioniert. In Sachen Kindertagesstätten und Schulen legen Stuppy und Kolter den Finger in die Wunde beim Thema Ernährung. In den Einrichtungen soll es regionale und saisonale Lebensmittel geben, dabei müssten dennoch die Kosten für Familien im Blick gehalten werden. Im Jahr 2024 dürfe auch eine vegetarische Ernährung kein Problem sein. „Kinder sind unsere Zukunft. Und es ist unsere Verantwortung, ihnen eine gesunde Ernährung zu ermöglichen“, sagt Lisett Stuppy. Bei den Senioren sehen die Grünen die Herausforderungen, die das „Älterwerden auf dem Land“ mit sich bringen. Für die Rentner stelle sich immer die Frage: Habe ich einen Hausarzt in der Nähe? Ist Barrierefreiheit gewährleistet, dort wo ich hin möchte? Kann ich auf eine Betreuung im Alter hoffen? Das Leben auf dem Land wie am Donnersberg soll attraktiv sein.
Mehr Tourismus
Dennis Kolter will, dass die Menschen „vor und hinter dem Donnersberg“ wie es so schön heißt, sich gemeinsam als Region definieren. „Wir sind alle gleich“, sagt er. Mit dem Berg dazwischen habe die Region ein „Alleinstellungsmerkmal“ und einen Anziehungspunkt. „Hier sollen andere Urlaub machen“, findet Kolter. Das Potenzial sei vorhanden, Menschen aus Koblenz, Trier und Mainz anzuziehen. Es müsse nur mehr beworben werden, auch mit der „großartigen Gastronomie“. Denn dort, wo die Leute essen und trinken, entsteht ein Dialog. Und der sei gut für den Tourismus.

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