Kirchheimbolanden / Marnheim RHEINPFALZ Plus Artikel „Geschichten im Hof“ zum letzten Mal für dieses Jahr

Monika Reuter und ihre Begleitmusiker Joachim Wulff (ganz links) und Pit Kaiser.
Monika Reuter und ihre Begleitmusiker Joachim Wulff (ganz links) und Pit Kaiser.

Monika Reuter liebt es, Geschichten zu erzählen. Ihre lebenslange Freude daran wollte sie nun auch mit anderen teilen. Seit Mai dieses Jahres hat sie ihre „Geschichten im Hof“ angeboten. Der Abschlussabend der kleinen Reihe fand am Dienstag statt.

Der Abend mit „Geschichten vom Frieden“ fand allerdings nicht, wie sonst, in ihrem Hof in der Langstraße in Kirchheimbolanden, sondern im Haus Frank in Marnheim statt – witterungsbedingt. Jeder ihrer Erzählabende stand unter einem anderen Motto. Diese letzte Veranstaltung war auch Teil der Kirchheimbolander Friedenstage, denen Monika Reuter seit Jahren verbunden ist. So fließen alle Spenden, die sie bei ihren Zusammenkünften sammelt, dem Friedenstagepreis zu. Mehr als 400 Euro sind so zusammengekommen.

Am Dienstag durfte das Publikum im Haus Frank einer bunten Palette an Erzählungen aus verschiedenen Kulturkreisen lauschen. Japanische, persische, südamerikanische und litauische Gleichnisse wurden erzählt; Fabeln von Störchen, Papageien, Kaufleuten und Königen. Alle endeten stets mit einer Friedensbotschaft.

Leidenschaft für das Erzählen

Ihre Leidenschaft für das Erzählen entdeckte Monika Reuter im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit – sie war Förderschullehrerin und ist seit 2021 in Pension. Den ersten Erzählabend stellte sie unter das Motto „Geschichten vom eigenen Weg“. Angekündigt wurden die Termine über einen Schaukasten am eigenen Haus und über die Kontaktliste eines Messengerdienstes. Zur Premiere im Mai fanden sich knapp 20 Gäste in ihrem Hof ein. Bei jeder Folgeveranstaltung wuchs die Zahl um jeweils vier bis fünf weitere Interessierte. Über den Sommer folgten jeden Monat weitere Veranstaltungen. „Geschichten über die Gleichwertigkeit der Menschen“ und „Vom Wünschen und Verwünschen“ wurden erzählt. Im September stand der Abend im Zeichen von „Geschichten aus der Ukraine“. Diesem Thema ist Monika Reuter auch als Sprachlehrerin für ukrainische Geflüchtete in besonderer Weise verbunden.

Immer mit musikalischer Begleitung

Ihre Erzählstunden werden stets auch musikalisch begleitet. Zwischen den einzelnen Geschichten trägt Gitarrist und Sänger Pit Kaiser – stets im Duo mit einem wechselnden Gastmusiker – Lieder vor. Auch sie sind dem Thema des Abends angepasst. Im Haus Frank hatte er den Akkordeonkünstler Joachim Wulff an seiner Seite – eine Premiere für beide. Zu hören waren Bob-Dylan-Klassiker wie „Blowin’ in the Wind“, Stücke wie „Fragile“ von Sting bis hin zur Friedensbewegungshymne „Imagine“. Im Rahmen der ersten „Hof-Geschichte“ im Mai kam auch der Wunsch nach einem musikalischen Beitrag aus der Ukraine auf. Tatsächlich gelang es dann im September, eine Instrumentalistin an der „Bandura“, einem ukrainischen Saiteninstrument, das auch als „Lautenzither“ bekannt ist, zu gewinnen.

Fortsetzung soll folgen

Monika Reuters Gäste wissen ihre ruhige Art und den Ausdruck ihrer Erzählkunst zu schätzen. Inge Glück, die zum wiederholten Mal zur Veranstaltung gekommen war, zeigte sich angetan: „Man versteht die Botschaft der Geschichten, auch wenn man nicht so gut Deutsch versteht.“ Auch Reinhard Horsch aus Bennhausen stimmt dem zu. Er kam zum Abend in Begleitung einer ukrainischen Geflüchteten, die sich ebenfalls von der Stimmung des Abends verzaubern ließ.

Monika Reuter blickt zufrieden auf den Abschlussabend und die gesamte Veranstaltungsreihe zurück. Eine Fortführung der „Geschichten im Hof“ ist daher für 2023 fest vorgesehen.

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