Donnersbergkreis Fusion nimmt manchem die Motivation

Alsenz Seit 1994 ist Klaus Zepp (67) Ortsbürgermeister von Alsenz, seit 1974 Ratsmitglied. Mit der kommenden Kommunalwahl soll aber Schluss sein, erklärte der Rentner gegenüber der RHEINPFALZ. 25 Jahre Ortsbürgermeister seien genug, so das CDU-Mitglied, das auch kritische Worte äußert: „Die Fremdbestimmung durch Land und Behörden nehmen außerdem den Spaß am Ehrenamt.“ Über viele Jahre sei einiges umgesetzt worden. Nun aber „wird es Zeit, dass ein Generationswechsel auf heutigem Stand die innere Entwicklung von Alsenz voranbringt.“ Finkenbach-Gersweiler Der „Hauptgrund sind die zeitlichen Herausforderungen“, erklärt Roland Peukert, weshalb er sich dazu entschieden hat, nicht noch einmal als Ortsbürgermeister zu kandidieren. Der 48-jährige Polier (parteilos) hat das Amt seit Juni 2014 inne. Gaugrehweiler Für Horst Fiscus (60) ist es Zeit für einen Wechsel. Seit 2009 steht das SPD-Mitglied an der Spitze seiner Ortsgemeinde. Noch einmal will der Pensionär aber nicht kandidieren. „Nach 25-jähriger Tätigkeit im Gemeinderat, davon zehn Jahre als Ortsbürgermeister, ist es meines Erachtens an der Zeit für einen Wechsel in der Gemeinde. Ganz zurückziehen aus der Kommunalpolitik werde ich mich aber noch nicht“, sagt Fiscus, der sich mit dem Rückzug von seinem Amt auch auf mehr Zeit für seine Familie freut. Kalkofen Auch Willi Schattauer (parteilos) kandidiert nicht mehr. Der 62-jährige Polizeibeamte ist seit 1999 Ortsbürgermeister von Kalkofen. Nach 30 Jahren – Schattauer war seit 1989 zunächst Erster Beigeordneter seiner Gemeinde – sei es Zeit, Platz zu machen für einen jungen Nachfolger oder eine junge Nachfolgerin. Ganz Schluss machen mit der Kommunalpolitik will Schattauer aber nicht unbedingt. „Für den Gemeinderat würde ich mich, falls gewünscht, gerne nochmals wählen lassen.“ Mannweiler-Cölln „Zehn Jahre sind genug“, sagt Hubert Becker (FDP). „Das ist nicht negativ gemeint. Es war eine schöne Zeit.“ Seit 2009 steht der 62-jährige Kaufmann an der Spitze seines Ortes. Mit der kommenden Kommunalwahl soll damit Schluss sein. Münsterappel Drei Amtszeiten hat Gernot Pietzsch, der im November 2006 erstmals zum Ortsbürgermeister gewählt wurde, als Gemeindeoberhaupt erlebt. Ob er eine vierte anstrebt, dazu wollte sich der Münsterappeler gegenüber der RHEINPFALZ noch nicht äußern. „Bis April können für die Kommunalwahl Bewerber aufgestellt werden. Wenn eine Entscheidung getroffen ist, werde ich selbstverständlich informieren“, teilte er mit. Niederhausen „Private Gründe“ führt Bankkauffrau Jutta Kreis (parteilos) auf die Frage an, warum sie sich in diesem Jahr nicht mehr zur Wahl stellen wird. Seit 2009 ist die 61-Jährige im Amt, war zuvor bereits Mitglied im Gemeinderat. Zehn Jahre „sind genug“, schreibt Kreis. Niedermoschel 2014 hat Berthold Grünewald (parteilos) die Wahl ums Ortsbürgermeisteramt für sich entschieden – damals für viele überraschend klar. Bei der nächsten Kommunalwahl wird der 70-Jährige aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antreten, informierte der Erste Beigeordnete Stefan Grünewald, der derzeit für Berthold Grünewald einspringt. Oberhausen Einstimmig hatte der Oberhausener Ortsgemeinderat Thomas Dinges vor fünf Jahren erstmals zum Ortsbürgermeister gewählt. Angaben zu einer weiteren Kandidatur wollte er gegenüber der RHEINPFALZ nicht machen. Obermoschel Er ist der einzige Stadtbürgermeister in der Verbandsgemeinde Alsenz-Obermoschel: Holger Weirich (als Stadtbürgermeister unparteiisch angetreten, ansonsten SPD) – und das seit 2004. Mit der Kommunalwahl soll aber ein anderer das Zepter übernehmen. Der 58-jährige Trainer und Trainingsentwickler im IT-Bereich bei DB Cargo will jedenfalls „aus persönlichen, familiären Gründen“ nicht mehr kandidieren. Oberndorf 20 Jahre ist es mittlerweile her, dass Karl Ludwig Bernhard (parteilos, im VG-Rat mit eigener Wählergruppe) erstmals zum Oberndorfer Ortsbürgermeister gewählt wurde. Der 69-jährige Studiendirektor im Ruhestand hat beschlossen, dass mit der nächsten Wahl Schluss sein soll. „Altersgründe und die Fusion der Verbandsgemeinden“ hätten den Ausschlag zu dieser Entscheidung gegeben. Schiersfeld Entgegen der Mehrheit seiner Ortsbürgermeister-Kollegen in der VG Alsenz-Obermoschel hat Ingo Lamb (SPD) entschieden, sich im Mai wieder zur Wahl zu stellen. „Ich bin ein Kind des Ortes“, sagt Lamb, der seit 2009 an der Spitze der Gemeinde steht. „Das ist auch eine Herzenssache.“ Ziele hat sich der 55-jährige Bankkaufmann bereits gesteckt, etwa in Sachen Wanderwege. Stichwort Pflege, Erhalt und Vermarktung: „Die Bewerbung unserer Rundwanderwege muss zum Beispiel besser laufen“, findet Lamb, der dabei auch auf Unterstützung aus der neuen VG hofft. Generell wolle er „die Leute im Ort noch ein bisschen näher zusammenbringen“, den Bürgertreff attraktiver und selbstverständlicher machen. Ein weiteres Ziel: den Übergang in die neue Verbandsgemeinde mitgestalten – „dass die Fusion harmonisch zusammengeht“. Sitters Auch Kurt Enders (65) will es noch einmal wissen. „Tradition bewahren, das Bewährte und die organisatorische Tätigkeit als Bürgermeister unseres Ortes weiterführen“, lautet das Ziel des Rentners. Seit 2002 führt Enders, der keiner Partei angehört, seine Gemeinde, in der man in den letzten Jahren viel bewegt habe. „Aber es gibt in der Zukunft auch noch viel zu tun“, weiß Enders und nennt unter anderem die Herausforderung, die Bedingungen für den kommunalen Entschuldungsfonds der Gemeinde zu erfüllen – etwa mit der Ausrichtung der Kerwe. Unkenbach Seit 2011 ist Anke Schamaitis Ortsbürgermeisterin von Unkenbach. Ob sie noch einmal kandidieren will, dazu wollte sie keine Angaben machen. Waldgrehweiler Auf 80,9 Prozent brachte es Helmut Brand 2014 als einziger Kandidat in der Urwahl in seinem Heimatort. Damit ging er in seine zweite Amtszeit als Ortsbürgermeister. Brand wollte sich nicht äußern, ob er noch einmal kandidieren wird. Winterborn Thomas Mettel (parteilos) ist seit März 2011 Bürgermeister von Winterborn. Noch einmal wird der 50-Jährige aber nicht kandidieren. Das habe berufliche Gründe, teilt der Verwaltungswirt mit. „Ich bin oft auf Dienstreisen und habe deshalb wenig Zeit, um den Verpflichtungen eines Ortsbürgermeisters nachzukommen.“ Die Zwangsfusion der Verbandsgemeinden Alsenz-Obermoschel und Rockenhausen habe zudem dazu geführt, dass die Motivation fehle, „sich zukünftig ehrenamtlich zu engagieren“.