Donnersbergkreis „Fix arbeiten und sich fix amüsieren“

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WINNWEILER. Ein aktuelles Plakat zur Abiparty bei der Gedenkfeier anlässlich des 175. Geburtstages von Wilhelm Erb? Warum nicht. Beim Festakt wurde doch ganz nebenbei deutlich, dass sich Einsichten und Weisheiten Wilhelm Erbs auch auf den Spaß im ernsten Unterrichtsgeschehen beziehen lassen.

So setzte Festredner Benjamin Meder am Ende seines Vortrags das Zitat Erbs „Fix arbeiten und fix amüsieren“ in Relation zum heutigen Geschehen am WEG – sehr zur Erheiterung des Publikums, insbesondere der Schülervertretung. Vorher nahm der Privatdozent des Universitätsklinikums in Heidelberg die Zuschauer mit auf eine wissenschaftliche Zeitreise. Er ließ das Publikum in die medizinische Welt zu Erbs Zeiten eintauchen und präsentierte seine wesentlichen Forschungen. So hat der in Winnweiler geborene Wilhelm Erb Nervenkrankheiten untersucht, eine von ihnen trägt heute unter anderem seinen Namen: Erb-Charcot-Syndrom, auch spastische Spinalparalyse genannt, ist eine genetisch bedingte Nervenkrankheit, die zur langsamen Degeneration der Nervenzellen führt. Meder betonte, dass Erb zu seiner Zeit eine maßgebliche Leistung erbracht hat, indem er die Nervenerkrankung separat von Muskelerkrankungen gesehen und erforscht hat. Diese Erkenntnis bildet heute die Basis für die Grundlage der Muskelerforschung und der Neurologie. Das Klinikum erinnert an Erb mit einer Bronzestatue auf der „Station Erb“, einer modernen Forschungsstation des Klinikums. Der Leiter der Station, Professor Katus, ebenfalls ein Pfälzer, ist wie Wilhelm Erb am 30. November geboren und konnte demnach der Gedenkfeier nicht beiwohnen, da er selbst Geburtstag feierte. Werner Rasche erläuterte den Zuhörern zuvor Erbs Leben im historischen Winnweiler. Die Besitzverhältnisse der Gemeinde änderten sich im Laufe der Geschichte sehr oft. Jedoch war Winnweiler immer ein wichtiges Verwaltungszentrum, auch weil es zur Zeit der französischen Besatzung auf der Achse Mainz – Saarbrücken - Paris lag. Wilhelms Vater, ein Forstaktuar, wurde 1822 nach Winnweiler versetzt. Erbs Geburtshaus war die damalige Villa auf dem Schlossplatz, wo heute der Schlosspark zu finden ist. Danach zog Wilhelm mit seiner Familie in ein Forsthaus, das von großen Gärten und Parkanlagen umgeben war – ein Paradies für Kinder. Eine „große außerordentliche Freude“ nannte er es, als er 1910 zum Ehrenbürger Winnweilers ernannt wurde. Dies schrieb er in einem heute noch erhaltenen Dankesbrief an die Gemeinde. Die Freude liegt auch ganz auf der Seite von Winnweiler, wie Bürgermeister Rudolf Jacob das Publikum wissen ließ. Er bezeichnete Erb als eines der „wichtigsten Kinder Winnweilers“, weshalb im Jahr 1965 das ortsansässige Gymnasium sowie eine Straße in der Gemeinde nach ihm benannt worden sind. Schulleiter Ralf Schäfer betonte, wie stolz man am WEG sei, den Namen eines so wichtigen Forschers zu tragen. Und auch heute ist das Wilhelm-Erb-Gymnasium eine MINT-freundliche Schule (MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), was den Namensträger sicher gefreut hätte. Für die musikalische Untermalung des Festaktes sorgten der Musikverein Winnweiler, der Männerchor der Sängervereinigung Winnweiler und Ilja Kratschmer von der 9c des Gymnasiums am Flügel.

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