Donnersbergkreis Ein Leerstand, der keiner ist

Nun gibt es derzeit ja einiges am und um den Winnweilerer Bahnhof, was leer steht: das Bahnhofsgebäude selbst, das ehemalige Betriebsgebäude, das zwischenzeitlich die Reparaturwerkstätte eines Kraftfahrzeugbetriebes beherbergte, und auch das frühere Bahnhofshotel, jahrzehntelang unter dem Namen „Bierkrug“ eines der renommiertesten Gastronomiebetriebe in Winnweiler. Wie die Immobilien wieder sinnvoll genutzt werden können, damit hat sich der Winnweilerer Gemeinderat jüngst auf Antrag der SPD-Fraktion beschäftigt (wir berichteten am 4. November). Eines ist allerdings nach wie vor in Betrieb: das vis-à-vis vom Bierkrug gelegene Stellwerk. Just dieses Häuschen hatten wir allerdings bei unserem Artikel – in dem Glauben, dabei handele es sich um das genannte Betriebsgebäude – fälschlicherweise als Beispiel für die Leerstände am Winnweilerer Bahnhof abgebildet. Dabei ist das Stellwerk nach wie vor vor voll funktionsfähig, worauf uns auch mehrere Leser zu Recht hingewiesen haben. Es erfüllt Aufgaben der Bahn zwischen Münchweiler und Rockenhausen auf der Alsenztalbahn. Aus luftiger Höhe wird der Bahnverkehr von Fahrdienstleitern kontrolliert, die heute in Anlehnung an den Flugverkehr auch häufig als Bahnlotsen bezeichnet werden. Von hier aus werden die Bahnübergänge in Schweisweiler und Imsweiler elektronisch überwacht, aber auch die kleineren Überquerungen an etlichen kreuzenden Wirtschaftswegen. Lediglich die fußläufige Verbindung zwischen den beiden Bahngleisen direkt am Stellwerk wird noch per Knopfdruck geschaltet. Ansonsten werden die Schranken mit einer aus den 1960er Jahren stammenden Technik geöffnet und geschlossen. Zur Fahrdienstleitung gehört aber auch die komplette Überwachung des Schienenverkehrs. So hat der Bahnlotse auch darauf zu achten und Maßnahmen zu ergreifen, wenn ein Zug auf der Strecke stehen bleibt und den Zugverkehr blockiert. Die ureigenste Aufgabe des Stellwerks – wie der Name schon sagt: das Stellen der Gleise – ist in den Hintergrund getreten. Schließlich ist die Strecke zweigleisig ausgebaut, so dass keine Wechsel vorgenommen werden müssen. Aufgrund der stark frequentierten Alsenztalbahn und der vielfältigen Aufgaben ist davon auszugehen, dass das Stellwerk in Winnweiler noch lange in Betrieb bleibt. Übrigens: In Richtung Kaiserslautern werden die Aufgaben vom Stellwerk in Enkenbach übernommen, in Richtung Bad Kreuznach vom Stellwerk in Rockenhausen. Von Leerständen ist also auch hier keine Spur ... (llw)