Donnersbergkreis Dritte Halbzeit:

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Es wird gemunkelt, der TuS Bolanden blase zum Angriff, stoße jetzt vor Richtung Relegation. Es heißt zwar: Sag niemals nie – aber solche Prognosen sind totaler Quatsch! Der TuS ist in einer aktuell schwachen A-Klasse bestens aufgehoben, acht Punkte auf den Zweiten FC Otterbach sind bei zwölf Spielen eine schier unüberwindbare Hürde. „Jetzt dürften wir einen guten Abstand haben“, schaut Chefcoach Christian Bauer sogar erst gen Tabellenkeller. Hintergrund für die neu entfachte Diskussion: Bolanden ist seit etwa zwei Wochen Vierter – mit urplötzlich drei Punkten mehr im Klassement. Warum? Dank eines Urteils der Gebietsspruchkammer. Die Nachholpartie am 12. Dezember beim SV Morlautern II wurde nachträglich mit 2:0 für den TuS gewertet. Insgesamt 140 Euro muss der SVM blechen, sein Kicker Sebastian Braun wird bis zum 6. April gesperrt. „Drei Tage nach dem Spiel haben wir Einspruch eingelegt, weil wir gesehen haben, dass er nicht ordnungsgemäß eingesetzt wurde“, so Bauer. Braun war in der vorigen Saison von Trippstadt zur TSG Kaiserslautern gewechselt, bestritt für diese im August 2015 Testspiele, ging aber noch vor Ablauf der Transferperiode nach Morlautern. Offiziell sechs Monate hätte er auf einen Einsatz warten müssen. Tat er nicht. Als Brauns letzte Partie gab der SV die für Trippstadt an. „Wir hatten für den Spieler vom Verband die Freigabe für den 25. November“, erinnert sich Stephan Ruby, damals Brauns Trainer. „Ein schlauer Fuchs hat nachgeforscht und festgestellt, dass er in einem Freundschaftsspiel aufgelaufen ist. Ich wusste davon nix.“ Vorgeschichte des Liga-Spiels, das der TuS sportlich 1:7 (!) verlor, war ein Verlegungs-Hickhack. Erst wurde der Termin getauscht, später wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt (wir berichteten). In Bolanden erhitzten sich die Gemüter. Am liebsten hätte der SVM II die Partie erst 2016 nachgeholt, im Winter quälte ihn eine extreme Personalnot – an sich schon verwunderlich für einen Verbandsliga-Dritten, der nicht mit Neuverpflichtungen geizt. Wie auch immer. Bolanden vergeigte das Spiel. Und Bauer wies im Nachgang eine Überprüfung der eingesetzten SV-Spieler an. „Das war ein Riesentheater davor. Das hat uns so gewurmt, dass wir unbedingt gewinnen wollten. Gott sei Dank ist das rausgekommen“, atmet der TuS-Trainer auf. Clever, muss man zugeben. Bauer, gleichzeitig Verbandsfunktionär, ließ alle Rädchen laufen. Schnell kam ihm etwas „spanisch“ vor, wie er sagt. Für den SVM hatte der Fauxpas ein teures Nachspiel. Und Sebastian Braun traf an jenem 12. Dezember zwar nicht – schoss sich und seinem neuen Klub aber mit diesem Einsatz im Nachhinein ein ärgerliches Eigentor. Richtig dumm gelaufen… Stephan Ruby ist der neue Mann der SG Kirchheimbolanden/Orbis (wir berichteten). Er soll Feuerwehr spielen, die strauchelnde Bezirksliga-Elf vor dem direkten Wiederabstieg retten, die Mannschaft wachrütteln. Erste Eindrücke konnte Ruby, zuletzt beim SV Morlautern II, schon sammeln. Ordentliche, wie er lobt. „Im Moment ist alles positiv. Für uns gibt es nur ein Ziel – dafür müssen wir alle an einem Strang ziehen. Da gehört harte Arbeit dazu“, fordert Engelbert Klags Nachfolger nach vier Trainingseinheiten. In der Breite hat sich sein Kader verbessert. Aber auch in der Qualität? „Max wird uns in der Defensive zusätzlich Stabilität geben. Auch Peter wird uns auf Dauer weiterbringen“, erhofft sich Ruby von seinen zwei Neuen, Rückkehrer Max Angst (SG Göllheim/Dreisen) und Peter Stawinoga (SpVgg Gauersheim). 15 Punkte hat die SG nach 17 Spielen. Ein bisschen erinnert das an vergangene Bezirksliga-Jahre unter Trainer Gerd Hanauer. Oft versank der SVK bis in die Rückrunde tief im Schlamassel, schien einige Male sicherer Absteiger zu sein – um mit atemberaubenden Endspurt und einer Portion Glück das Blatt doch zu wenden. Ein gutes Omen. Hoffentlich.

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