Donnersbergkreis Dritte Halbzeit:

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Manchmal feuert der TuS Bolanden einen raus. Aus dem Nichts. Christian Bauer, Trainer des A-Klasse-Sechsten, schwärmte gestern noch. „Angetan“ sei er von diesem Auftritt gewesen, habe „ehrlich gesagt nicht damit gerechnet“. Sonntagmittag, Kunstrasen Bolanden: Der TuS lieferte sein Meisterstück in dieser Saison ab und brachte den FC Otterbach, den mit Steinbach punktgleichen Titelkandidaten, ins Straucheln. Der Hammer! „Wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt. Selbst mit zehn Mann haben wir nur eine Chance zugelassen, und die war das Tor“, lobte Bauer sein Bollwerk nach dem 2:1-Sieg. Warum nicht immer so? Die Gala am Sonntag bestätigte: Der TuS kann nicht nur Brechstange, Körpereinsatz und Rammbock – denn nicht die waren Schlüssel zum Erfolg. Er kann auch kicken. Die Bolander haben nur ein Problem. Und das liegt in der Einstellung. Wenn sie führen, beißt der Gegner auf Granit, dann spielt der TuS seinen Stiefel runter. Muss er aber einem Tor oder zwei Toren nachrennen, dann schwindet das Vertrauen in die eigene Stärke. Fehlpässe werden zum Zankapfel, die Konstitution fehlt, sich aufzuraffen. Klar, der TuS hat schon Rückstände ausgebügelt. Aber das kommt selten vor. Beispiel Hinserie: In Otterbach ging er sang- und klanglos 0:5 unter. „Unsere Erwartungshaltung wurde bitterböse enttäuscht. Bei 0:1 tun wir uns schwer, den Schalter umzulegen“, weiß Bauer. Wenn der TuS das noch rauskriegen könnte... Es war am Wochenende der offiziell letzte A-Klasse-Spieltag vor 2016. Für den TuS 07 Steinbach lief er optimal. Der Klassenbeste überwintert alleine auf der Spitzenposition. Bolander Schützenhilfe sei Dank. „Das freut uns natürlich und ist wichtig für den Kopf“, sagt Coach Timothy Hanauer. „Aber es war klar, dass auch Otterbach noch mal verlieren muss.“ Das großzügige Polster schmolz in den vergangenen Wochen, jetzt sind die 07er wenigstens wieder drei Punkte vorne. Hört Hanauer in diesem Zusammenhang Begriffe wie Schwächephase oder Mini-Krise, kann er nur den Kopf schütteln. Tatsächlich muss man die Statistik nennen: Steinbach hat von 18 Auftritten nur zwei verloren. Als Aufsteiger! „Die Mannschaft ist im Schnitt noch keine 21 Jahre alt. Nach Außen wirkt das, als wären wir eingebrochen. Die Erwartungen sind hier brutal hoch. Wer davon ausging, dass wir jedes Spiel gewinnen, von dem weiß ich nicht, was ihm im Kopf herumgeistert“, ist Hanauer mittlerweile genervt von einigen Aussagen. Das gleiche gelte für „Tor-Maschine“ Kevin Bernhardt. Nach seiner Flaute traf er zuletzt wieder regelmäßig, 25 der 69 Treffer gehen auf sein Konto. Hanauer will Meister werden. Was er anfangs partout dementierte, ist jetzt öffentlich proklamiertes Ziel. Der TuS soll in die Bezirksliga. Da war er mal für zwei Jahre, von 2002 bis 2004. „Wenn man 18 Spieltage Erster ist, kann es nichts anderes geben“, betont Hanauer. Eine Frage der spielerischen Klasse ist der Titel nicht. Vielmehr geht es darum, ob die jungen Burschen dem psychischen Druck standhalten... Auf den Sportplätzen wird ja viel geplappert. Gerüchte machen die Runde, der Wahrheitsgehalt geht oft gen Null. Folge ist meist Verwirrung auf allen Seiten. Von der gab es zuletzt genug in der C-Klasse Nord – auch wenn sich das Gerücht dieses Mal als Wahrheit herausstellen sollte. Anlass war das Thema Aufstieg. Am Sonntag, während des Top-Duells SG Finkenbach/Mannweiler/Stahlberg gegen den TuS Ramsen, stand da auf einmal Ramsens Spielleiter: „Sag mal, wie ist das jetzt denn bei uns? Ich hab` gehört, es gibt keine Relegation...“ Ein Anruf bei Staffelleiter Ulrich Lindner brachte Gewissheit. Ja richtig, die Relegation entfällt dieses Jahr! Der Meister und auch der Zweite steigen direkt in die B-Klasse auf. Grund: die Zusammenlegung der Ligen auf zwei. Vier Klubs müssen aufsteigen, zwei pro Klasse, ergo: Entscheidungsspiele sind nicht nötig. Für Verwirrung sorgte diese „Vermutung“ in den vergangenen Tagen, weil die Tatsache vor der Saison nicht so richtig öffentlich angekündigt wurde. „Das wurde nicht gesagt, weil es die Spielordnung vorsieht und die als bekannt vorausgesetzt wird“, meint Lindner. Seit der Kreisfusion trat dieser Fall eben noch nicht ein. Für die vorderen Mannschaften ist der Umstand natürlich praktisch. Wer will schon eine lästige Dreier-Relegation spielen?

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