Donnersbergkreis Dritte Halbzeit :

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Wenn man im Hinspiel mit 0:7 untergeht, dann sollte fürs Rückspiel die Maxime Schadensbegrenzung gelten. Was der TuS Bolanden und der FC Eiche Sippersfeld in diesem Jahr aber veranstalten, dafür ist verwunderlich gar kein Ausdruck. Beide sind immerhin Top-Klubs der A-Klasse, laut Tabelle auf Augenhöhe. Tatsächlich schaffte es der TuS, im Sommer bei der „Eiche“ mit 0:7 vorgeführt zu werden – um sie jetzt zu Hause 6:0 abzuschießen. Ziemlich paradox. Doch Bolandens Coach Christian Bauer weiß genau, was seine Elf in beiden Partien geritten hat: „Das Hinspiel ist erklärbar. In Kibo war Residenzfest, da waren sonntags viele Promille auf dem Platz“, so Bauer. Willkommen in der schillernden Welt des Amateurfußballs, wo das Samstagsbierchen nicht selten zur gepflegten Vorbereitung auf den Sonntag gehört. Nein, jetzt mal ganz im Ernst: Es war abzusehen, dass der TuS nicht noch einmal so unter die Räder kommt. Auf seinem engen, kurzen Rasen ist der FC Eiche Sippersfeld eine Macht, dort verlor er noch keine Partie – wohingegen die Auswärtsbilanz durchwachsen ist. 34 ihrer 49 Buden kassierten die Sippersfelder – als Zweiter übrigens mit der schwächsten Defensive, aber dem besten Sturm der Liga – in der Fremde. Von Heim-Auswärts-Balance kann hier keine Rede sein. Und: In Bolanden trat der FC erneut ohne die explosiven Offensivkräfte Michael Molter und Christian Hartmüller an. Alles schlechte Vorzeichen. „Wir hatten auch noch einen bärenstarken Tag, an dem uns alles geglückt ist. Sippersfeld hatte nicht eine Torchance“, bemerkte Bauer. Mit dem FV Rockenhausen, der „Eiche“ und dem TuS streiten sich drei Donnersberger Klubs um den Aufstieg. Man hört in diesen Tagen oft: Wenn es in dieser Saison nicht klappt, wann dann? Die A-Klasse hat enorm an Qualität eingebüßt. „Bezirksliga gab’s in Bolanden noch nicht. Noch steht das aber nicht zur Debatte“, sagte Bauer. Am Sonntag gastiert sein Team an der Obermühle, beim Liga-Primus in Gelb-Blau. Der nächste Showdown… Gäbe es einen Preis für den Mann des Spieltages, einer hätte ihn ohne Zweifel verdient: Rainer Tremmel. „Das ist schon eine Granate. Er war vor dem Tor eiskalt, ohne sich viele Gedanken zu machen“, erkannte Gerd Niemann, Tremmels Trainer bei der SG Göllheim/Biedesheim II, respektvoll an. Es „tremmelte“ am Sonntag. Und zwar gewaltig. Mit seinem Fünferpack ballerte der SG-Angreifer seine Mannschaft zu einem 5:0 über B-Klasse-Schlusslicht TuS Gerbach. Immens wichtige Treffer, denn zuvor rangierte die SG nur zwei Punkte vor den Gerbachern auf dem vorletzten Platz. Die fünf Tremmel-Kisten verschaffen etwas Atemluft im stickigen Ligakeller. „Dafür hat er acht Tage vorher bei Fatihspor den Fünferpack liegen lassen“, merkte Niemann an. Tremmel sei ein Talent, hätte aus seinen Möglichkeiten aber mehr machen können. „Da war am Sonntag nicht ein Abstauber oder ein Glückstor dabei“, so Niemann. Bereits zu seinen Rüssinger Trainingszeiten habe Niemann den Goalgetter zu sich lotsen wollen. Jetzt kickt er mit Verspätung unter ihm – ohne Training. Unter der Woche sei Tremmel wegen seiner Arbeit kaum in der Heimat. „Er ist einer der wenigen, die bei mir ohne Training spielen. Die Schnelligkeit hat er halt, er ist fleißig“, erkennt der Trainer an. Tremmels Tore braucht die neue SG unbedingt. Derzeit herrscht ein Dreikampf um den Nichtabstieg mit Gerbach und Kriegsfeld. Göllheim/Biedesheim hat zurzeit die beste Ausgangsposition. Dank Tremmel, der den direkten Konkurrenten im Alleingang zerlegte… | Peter-Pascal Portz

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