Fussball
Drama um Zellertal – Winnweiler im Freudentaumel
Nach den Feierlichkeiten zum Gewinn der Kreisliga-Meisterschaft meldeten die C-Junioren der JSG Zellertal/Gauersheim/Stetten zwölf Corona-Fälle, betroffen davon auch acht Stammspieler. Auch wenn ein Teil der Spieler, ebenso wie ihr Trainer, vor dem Pokalfinale freigetestet wurden und ihre Kameraden vom Spielfeldrand unterstützten, wollte Coach Holger Weil kein gesundheitliches Risiko eingehen: „Bei dieser Hitze wollte ich niemanden zusätzlich in Gefahr bringen, da geht die Gesundheit einfach vor.“
Die JSG verfügt über einen 28 Spieler starken Kader, während der Saison waren regelmäßig 20 und mehr Spieler im Training, wie Weil stolz anmerkt. So konnte er nach den Ausfällen, auch mit Hilfe von Spielern des jüngeren Jahrgangs, zwar eine respektable Mannschaft beim Pokalfinale in Katzweiler aufbieten, doch gegen den hochmotivierten klassenhöheren Landesligisten aus Morlautern am Ende bei der 0:5-Niederlage wenig ausrichten. Der Trainer war dennoch stolz auf sein Team: „Wir haben uns sehr gut präsentiert und bis zur letzten Minute gekämpft.“ Immerhin habe man die zweite Halbzeit nur 0:1 verloren und selbst noch Gelegenheiten kreiert, das ein oder andere Tor zu erzielen.
Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt: Morlautern kannte von Beginn an nur eine Richtung und ging durch Edin Rakipi im Anschluss an eine Ecke in Führung (7.). Danach folgte der Auftritt von Maurice Rheinfrank. Dem agilen Offensivspieler gelang binnen 16 Minuten ein lupenreiner Hattrick: Per Abstauber nach toller Parade von Zellertals Keeper Dennis Hecht, per Kunstschuss in den Winkel und per platziertem Kopfball. Die 4:0-Pausenführung erhöhte kurz nach Wiederanpfiff Fabian Elsenbast, ehe Morlautern einen Gang zurückschaltete.
Jetzt ergaben sich auch für die aufopferungsvoll kämpfenden Zellertaler Torchancen. Die größte vergab Fabian Kruk in der 46. Minute, als er nur den Innenpfosten traf. Morlautern dezimierte sich kurz vor Schluss selbst, als Luca Hoser durch eine Undiszipliniertheit vom Platz flog.
Winnweiler brilliert
Als klarer Favorit galten die B-Junioren des ASV Winnweiler im Vorfeld des Pokalendspiels sicher nicht. Der Kreisliga-Vizemeister traf auf Landesligist SV Morlautern. Die Jungs aus dem Donnersbergkreis hatten aber bereits im Halbfinale bewiesen, dass sie es mit der klassenhöheren Konkurrenz durchaus aufnehmen können und setzten sich mit 1:0 gegen den VfR Kaiserslautern durch. Mehr als ein Mutmacher.
Die Weichen auf Sieg stellte Kapitän David Specht. In der 4. Minute traf der explosive Angreifer nach einem langen Abschlag von Torwart Louis Simgen zum 1:0. Knapp zehn Minuten später wurde Specht im gegnerischen Strafraum zu Fall gebracht, den fälligen Strafstoß verwandelte er höchstselbst.
Doch die komfortabel anmutende 2:0-Führung geriet in der Folgezeit mehrmals ins Wanken. Ahmed Abdikani, Andrea Sharka und Faisal Shirzay scheiterten am glänzend aufgelegten ASV-Schlussmann Simgen, zudem setzte Morlautern auch noch einen Strafstoß neben das Tor. Erst der Anschlusstreffer von Felix Hühne (39.) sorgte wieder für Hoffnung auf Morlauterer Seite.
Diese Hoffnung zerstörte binnen drei Minuten Winnweilers Angreifer Leon Bayer, der in der 68. und 71. Minute das Team von Trainer Jens Specht endgültig auf die Siegerstraße brachte. Neben der individuellen Klasse einzelner Akteure begeisterte der ASV Winnweiler beim 4:1-Pokaltriumph auch durch eine starke Teamleistung. Nebenbei brachte der ASV dem SV Morlautern, der mit vier Mannschaften in den Pokalendspielen vertreten war, die einzige Niederlage des Tages bei.