Donnersbergkreis
Donnersbergkreis: Fünf Mal Bürgerpreis für ehrenamtlich Engagierte verliehen
Bürgernähe wurde am dritten Tag der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des Donnersbergkreises in Kirchheimbolanden groß geschrieben. Im Mittelpunkt der Eröffnung des Familientages stand die Verleihung des Bürgerpreises, mit dem fünf ehrenamtlich engagierten Gruppen ausgezeichnet wurden.
„Wir sind reich, weil wir Menschen haben, die etwas können und sich für die Allgemeinheit einsetzen“, begrüßte Moderator Reiner Bauer. „Schon wieder eine volle Halle. Heute geht es um alle, die sich für uns engagieren. Die im Hintergrund stehen oder die wir öfter sehen. Es sind Menschen, die für uns da sind, die uns beschützen, die wissen wo Hilfe gebraucht wird“, freute sich Landrat Rainer Guth.
Zum siebten Mal wurde der Donnersberger Bürgerpreis an Initiativen und Vereine verliehen, die sich ehrenamtlich in einem bestimmten Themenkreis bewegen. In diesem Jahr ging es um Gesundheit, Pflege und Senioren. „Die Geehrten werden von Gremien im Kreis vorgeschlagen, die Sparkasse Donnersberg bezahlt jeweils 200 Euro“, wies Guth schmunzelnd auf die Zusammenarbeit hin und wechselte sich in den Lobreden mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, Günther Bolinius, ab.
Eine Stunde Zeit
Für das Team des Projektes „Eine Stunde Zeit“ kam Peter Riedel aus Winnweiler auf die Bühne. Mit ihm haben 2019 30 Helfer 200 mal „da wo sie gebraucht wurden“ eine Stunde Zeit geschenkt. „Ob Fahrten oder Begleitung, sie sind Vorbild für andere“, sagte Guth. „Wir helfen, weil es uns Spaß macht und haben jetzt ein Seniorencafé eingerichtet“, bedankte sich Riedel.
Neuanfang für Krebsgruppe
2015 wurde ein Neuanfang gewagt und wieder eine „Selbsthilfegruppe für Menschen, die an Krebs erkrankt sind und ihre Angehörigen im Donnersbergkreis“ gegründet. „Wir danken Ihnen hiermit für die gegenseitige Hilfe in der Gruppe. Es ist gut, mit jemandem sprechen zu können, sich aktiv und moralisch zu unterstützen“, wandte Bolinius sich an die beiden Vertreterinnen Inge Baumbauer und Elke Sass. Sie hätten alle Freude am Helfen und freuten sich riesig für die Anerkennung ihrer Arbeit, der Bürgerpreis ermutige sie zum Weitermachen, erwiderten sie.
Volkslieder singen
Seit zwölf Jahren gibt es in Rockenhausen das Café Sozialstation. Guth hat es vor kurzem besucht: „Es wird mit Liebe gemacht, es war herzerfrischend, ich komme gerne wieder“, versprach er. Alle 14 Tage lädt die Gruppe um Erika Beuter Senioren ein, zwei Stunden lang Volkslieder zu singen, zusammen zu sitzen, sich auszutauschen.
Chor der Kreisverwaltung
Das Singen hat Landrat Guth auch im Kreisverwaltungschor entdeckt, der im Rahmen der Matinee auftrat. Die Idee wurde aus einem Auftritt bei der internen Weihnachtsfeier geboren. Mitarbeiter der Kreisverwaltung mit und ohne Vorerfahrung treffen sich montags in der Mittagspause zum Singen. „Seit Benjamin Reiter, der Leiter der Kreismusikschule, vor einem Vierteljahr unser Dirigent wurde, haben wir noch mal richtig Gas gegeben und gemerkt, Talente entdecken geht auch im Alter“, erklärt Initiator Reiner Bauer. Mit ihrem lebhaften „Oh happy day“ steckten sie das Publikum an, den Rhythmus zu klatschen.
Für seelisch Kranke
Vera Bernhard-Kienzer erhielt aus der Hand von Bolinius die Urkunde zum Bürgerpreis. Sie leite seit 2004 die Selbsthilfegruppe „Gesprächskreis für seelisch erkrankte Menschen“ und kümmere sich um einzelne Betroffene. Da sei sehr viel Einfühlungsvermögen, Vertrauen, Zuhören erforderlich, um seelischen Leidensdruck in den Griff zu bekommen, erläuterte Bolinius.
Bürgerbus unterwegs
In Eisenberg-Steinborn gibt es auf Initiative von Horst Kaiser den Mobilen Bürgerbus. Nach dem Motto: „Senioren helfen Senioren“ fahren sechs Mitglieder der Gruppe ihre Mitbürger mittwochs zum Einkaufen oder zu Arztbesuchen. „Ihr seid quasi ein Nukleus der Gemeinde. Ich höre gute Kritiken und es macht Spaß, wenn ich euch sehe. Das hat so ein bisschen Party-Charakter. Ihr macht Senioren mobil“, lobte der Eisenberger Guth.
Umrahmt wurde die Veranstaltung von Beiträgen der Kreismusikschule. Pascal Garrecht spielte am Klavier seine Eigenkomposition „Ein Abend im Schlosspark“. Damit begleitet er musikalisch die Zuhörer auf einem Spaziergang durch den Park, mit lauschigen Winkeln, mächtigen Bäumen und tänzerischen Schritten. Daniel Stripling begeisterte mit seinem Akkordeonspiel von Schostakowitschs populärem Walzer Nr. 2. Erfrischend wirkte sein vierhändiger „Ragtime“ mit Jonas Schütz. Benjamin Reiter am Klavier und Jürgen Zimmer (Gitarre) interpretierten zum Abschluss eine Sonate von Anton Diabelli gefällig, heiter, temperamentvoll.