Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Donnersberger Echo: Man kann Lisel Heise für ihre Badesee-Initiative nur dankbar sein

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Man kann es gar nicht oft genug sagen: Im Donnersbergkreis fehlt es an Bade- und Wassersportmöglichkeiten. Die Freibäder in Eisenberg, Rockenhausen, demnächst hoffentlich wieder Winnweiler und das Hallenbad in Kirchheimbolanden sind eindeutig nicht ausreichend. Vor allem nicht in einem heißen Sommer, und erst recht nicht in Hinblick auf den Fremdenverkehr. Denn wenn es nach der Hotellerie und Gastronomie sowie nach den Touristik-Fachleuten in der Kreisverwaltung und in den Kommunen geht, müssen wir den ja deutlich verstärken. In dem Fall müssen wir den Gästen aber auch etwas bieten. Denn ganz ehrlich: Hier ist es schön. Aber schön sind viele andere Mittelgebirgslandschaften auch. Auch die Städtchen in der Nordpfalz sind idyllisch und malerisch – wie fast überall im ländlichen Deutschland. Damit bekommt man sicher den einen oder anderen Tagesgast in die Gegend. Ein richtiger Knaller als Alleinstellungsmarkmal fehlt hier aber. „Und das ist auch gut so!“, höre ich schon den einen oder anderen Leser mit Nachdruck sagen.

An kleinen Stellschrauben drehen

Ja, ich persönlich brauche kein Halligalli, mir reicht das Angebot hier. Aber es gibt eben auch noch andere Stimmen. Und wenn wir einerseits nicht auf Touristen verzichten wollen, die ein bisschen Geld in die Region bringen, uns andererseits eine richtig große Attraktion als Alleinstellungsmerkmal aber fehlt, müssen wir halt an vielen kleinen Stellschrauben drehen. Für sich allein reichen die vielleicht noch nicht aus, um die Massen in die Nordpfalz pilgern zu lassen, zusammengenommen aber können sie schon ein ganz ordentliches Gesamtpaket ergeben.

Als da wären: Das schöne barocke Kirchheimbolanden mit seiner fürstlichen und mozärtlichen Vergangenheit. Der römische Vicus in Eisenberg. Das kleine, aber feine Zellertal mit seinen Weingütern, die durchaus noch als Geheimtipps gehandelt werden dürfen. Die an das Allgäu erinnernde landschaftliche Schönheit des Westkreises. Die Burgen. Der keltische Donnersberg und das Keltendorf in Steinbach. Das alles ist sehr schön und durchaus beeindruckend.

Aber gerade für den Sommer bräuchte es noch weitere Attraktionen, die eventuell auch ein jüngeres Publikum ansprechen könnten. Die Sommerrodelbahn hätte einen solchen Bedarf decken können. Doch die ist ja jetzt vom Tisch. Und da kommt die Idee eines Badesees jetzt gerade recht.

Pläne schon fast 50 Jahre alt

Im Grunde kann man der überaus hartnäckigen Lisel Heise gar nicht dankbar genug sein, dass sie ihre Prominenz als älteste Stadträtin der Welt „schamlos“, wie sie selbst sagt, dafür einsetzt, einen solchen bei Kirchheimbolanden zu etablieren. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern von „Wir für Kibo“ und vom Verein „Badegewässer für Kibo“ könnte die 100-jährige Aktivistin damit sogar Erfolg haben. Zumal sich jetzt gezeigt hat, dass die Kirchheimbolander SPD ähnliche Pläne bereits vor fast 50 Jahren in der Schublade hatte.

Nur muss man sich jetzt genau überlegen, wie groß man die Sache aufziehen will. Wenn man wirklich Touristen als Zielgruppe im Auge hat, muss man klotzen, nicht kleckern. Dann muss man das große Rad drehen, und das heißt, dann muss – mindestens – der Kreis mit ins Boot. Dann müssen alle nur denkbaren Fördertöpfe angezapft werden. Dann muss hier ein Badesee entstehen, der den Namen auch verdient hat. Dann muss man eventuell auch einen Standort weiter weg von Kibo ins Auge fassen. Ob das alles so durchführbar ist, wird man sehen. Aber jetzt, in der Phase der Ideenfindung, sollte man auf jeden Fall nach allen Seiten offen sein und eine große Lösung zumindest anstreben. Denn wer jetzt zu klein denkt, lässt sich womöglich eine große Chance entgehen!

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