Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Donnersberger Adventskalender: Die Weihnachtsgeschichte ist gar nicht mehr so bekannt

Weihnachten, der Stern zu Bethlehem, die Verkündigung – das ist längst nicht jedem mehr geläufig.
Weihnachten, der Stern zu Bethlehem, die Verkündigung – das ist längst nicht jedem mehr geläufig. Foto: dpa

Je nach Bibelübersetzung klingt die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium (Kapitel 2, Verse 1-20) vertraut oder fremd, ein wenig sperrig oder glatt. Sie wird an Heiligabend inzwischen als Einheitsfassung von 2017 beziehungsweise 2016 sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche verlesen.

„Die Geschichte um Jesu Geburt steht im Mittelpunkt von Gottesdiensten an Heiligabend“, bestätigt Tobias Klein, Gemeindediakon in Rüssingen. „Sie ist unverzichtbar und wird vielfach mit einem Krippenspiel verbunden, das im Familiengottesdienst, der bei den Kirchgängern immer beliebter wird, seinen Platz hat – in unserer Gemeinde einer von dreien am 24. Dezember.“

Und Jessica Rust-Bellenbaum, Pfarrerin in Dannenfels, ergänzt: „Diese Geschichte kommt dem Bedürfnis der Menschen entgegen, ein vertrautes Ritual zu erleben, Formulierungen wiederzuerkennen, die ihnen noch aus der Kindheit in den Ohren klingen. So können sie ihre Lebenswelt mit Gottes Wort besser verbinden. Wiederkehrendes ist als Orientierung für uns alle wichtig. Die christlichen Feste begleiten uns ja das ganze Jahr hindurch.“

Carsten Leinhäuser, Pfarrer in Winnweiler, empfindet die Weihnachtsgeschichte jedes Jahr aufs Neue als positive Herausforderung: „Ich versuche, mit meiner Ansprache, die den Geschehnissen in Bethlehem gewidmet ist, den Menschen etwas auf den Weg zu geben, das mit ihrer Wirklichkeit zu tun hat. Meine Inspiration dafür hole ich mir bei Spaziergängen auf dem Donnersberg; der Wald, die Natur sind da sehr hilfreich.“

Die Weihnachtsgeschichte in Kitas und Schulen

In den Kitas und im Unterricht der Grundschulen spielt die Weihnachtsgeschichte eine große Rolle. Manuela Kirchner, Lehrerin in der Grundschule Bolanden/Dannenfels erläutert: „Im Lehrplan ist vorgesehen, dass im Laufe der Schulzeit einige Stellen aus der Bibel zu besprechen sind. Das Lukas-Evangelium gehört auch dazu. Es bleibt den Kolleginnen überlassen, in welcher Form sie das tun. Oft wird zusätzlich gebastelt und gespielt, die Ereignisse in Bethlehem sind ja sehr konkret und nachvollziehbar.“ Aus dem Matthäus-Evangelium stoßen meist noch die drei Weisen aus dem Morgenland dazu – bei Lukas kommen sie nicht vor –, so dass eine Mischung entsteht, die dann die Basis für die Aktivitäten der Kinder ist.

In den weiterführenden Schulen wird es abstrakter; in der Oberstufe steht im Religionsunterricht unter anderem so etwas wie „Historizität“ im Vordergrund. Die Jugendlichen untersuchen also die historische Einbettung der Bibeltexte.

Die Erwachsenen und die Weihnachtsgeschichte

Und wie sieht es mit dem Wissen der Erwachsenen um die Weihnachtsgeschichte aus? Wir haben in Göllheim insgesamt 24 Donnersbergern die Frage „Kennen Sie die Weihnachtsgeschichte?“ gestellt. Sechs Befragte konnten mit der Frage gar nichts anfangen, acht waren sich nicht sicher, immerhin zehn wussten, was damit gemeint war. Hier einige Antworten: „Nicht so richtig.“ – „Nein, ich bin katholisch.“ – „Nö.“ – „Ja, klar, von meiner Oma.“ – „Ja, aus der Schule.“ – „Ein bisschen.“ – „Was soll das sein?“

Der zweite Teil der Frage lautete: „Wissen Sie, wo Sie die Weihnachtsgeschichte im Original finden?“ Varianten der Antwort „Google hilft immer“ gab es von elf Befragten, vier weitere hatten keine Vorstellung, immerhin neun wussten, dass sie in der Bibel nachschlagen müssten, zwei davon konnten außerdem das Lukas-Evangelium nennen.

Um die Geschichte aller Geschichten ist es danach gar nicht so schlecht bestellt, auch wenn noch Luft nach oben – himmelwärts also – vorhanden ist.

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