Spiel der Woche
Das war’s dann wohl für den TuS Rüssingen
Nach vier Niederlagen ohne eigenes Tor und nur einem Unentschieden im neuen Jahr beträgt der Abstand für den Tabellenletzten auf den ersten sicheren Nichtabstiegsplatz jetzt 20 Punkte bei nur noch sieben ausstehenden Spielen. Dagegen haben sich die Steinbacher mit dem fünften Sieg in Folge ein kleines Polster auf die Abstiegsränge verschafft, für Entwarnung ist es aber noch zu früh.
Das mit Spannung erwartete Derby begannen beide Mannschaften engagiert, wobei die Gäste das zielstrebigere Team waren. Schon nach drei Minuten hatten sie eine erste Chance, als ein Eckball mehrmals unzureichend geklärt wurde und Spielertrainer Daniel Ghoul von der Strafraumkante vorbeizielte. Eine Minute später große Aufregung vor dem Rüssinger Strafraum und ganz viel Glück für die Gastgeber. Dominik Schwarz war durchgebrochen, Torhüter Cosmin Dragota kam aus seinem Tor und riss Schwarz vor dem Strafraum nieder. Statt der eigentlich logischen Roten gab es nur die Gelbe Karte. Die Rüssinger, die zunächst den Wind im Rücken hatten, hatten eine gute Freistoßchance durch Spielertrainer Behcet Öztürk, doch Gästekeeper Klaus Siebecker parierte zur Ecke (13.).
Drei Tore in sechs Minuten
Dann war die Spannung ziemlich schnell raus aus dem Derby, weil die Gäste das Spiel binnen sechs Minuten auf ihre Seite zogen und dabei von den Hausherren kräftig unterstützt wurden. Aus dem Halbfeld brachte Dawid Szasorowski einen Freistoß vor das Tor, und aus sechs Metern konnte Ghoul völlig unbedrängt zum 0:1 einköpfen (24.).
Wenig später ließ Robin Metz die Abwehrreihe des TuS Rüssingen alt aussehen, marschierte einfach durch und schob zum 0:2 ein (27.). Und dann war es wieder eine Freistoßflanke von Szasorowski, bei der die einheimische Abwehr tatenlos zusah. Nutznießer war diesmal Noah Nnaji, der aus nächster Nähe einschießen konnte (30.). Damit war das Spiel praktisch entschieden, auch weil es die Rüssinger in den bisherigen 25 Saisonspielen erst auf 18 Treffer gebracht haben.
„Die erste Halbzeit war gar nicht so schlecht“, befand Rüssingens Trainer Behcet Öztürk und schob nach: „Der Gegner war bissiger und hat seine Chancen genutzt. Die einfachen Fehler brechen uns immer wieder das Genick. Uns hat auch ein bisschen die Körperlichkeit gefehlt. Dazu kamen Fehlverhalten in allen Mannschaftsteilen.“
Nadelstiche und ein cooles Tor
Nach dem Seitenwechsel passierte zunächst nicht viel. In 20 ereignisarmen Minuten sah es aber so aus, als hätten sich die Gäste auf das Verwalten des Ergebnisses verlegt und die Hausherren kämen besser ins Spiel. Das sah auch Daniel Ghoul so: „Das war eigentlich so nicht geplant. Aber der Gegner hat schon auch seine Qualität, vor allem im Spiel nach vorne. Wir haben in der Phase allerdings nichts zugelassen und konnten immer wieder Nadelstiche nach vorne setzen. Dieses Selbstverständnis haben wir mittlerweile.“
Und das mündete dann auch in die endgültige Entscheidung. Mit einem einfachen Querpass vor dem Strafraum war die Rüssinger Abwehr überspielt, Jonas Krautschneider war frei und schob aus zwölf Metern cool zum 0:4 ein (72.). Doch damit nicht genug. Wenig später fiel ihm an der Strafraumkante ein abgewehrter Ball genau auf den Fuß und er traf direkt ins Dreieck zum 0:5 (75.).
Schweres Spiel, schwieriger Platz
Den Gastgebern ist hoch anzurechnen, dass sie auch danach nicht aufgaben, aber ihr Offensivspiel war insgesamt zu ungenau und sie entwickelten zu wenig Durchschlagskraft. Die beste Chance hatte noch Markus Schmitt, der aber mit einem Schrägschuss aus acht Metern an Siebecker scheiterte (88.). Auf der anderen Seite hatte Steinbach in dem insgesamt fairen Spiel auch noch Möglichkeiten zu erhöhen.
Steinbachs Spielertrainer Daniel Ghoul erklärte hinterher: „Mit dem Ergebnis sind wir natürlich sehr zufrieden. Es war das erwartet schwere Spiel auf einem schwierigen Platz. Wir haben die Rüssinger mehrfach beobachtet und wollten sie zu Fehlern zwingen. Ich glaube, das ist uns ganz gut gelungen.“