Kirchheimbolanden
Brand im Seniorenheim: Feuerwehr und DRK im Großeinsatz
Es war kurz nach neun Uhr am Mittwochvormittag: Die Brandmeldeanlage in der Seniorenresidenz des Evangelischen Diakoniewerks Zoar löste Großalarm für die Feuerwehren und den Rettungsdienst aus. Es war zu einem Schwelbrand mit viel Qualm in dem Gebäude gekommen.
Als erstes versuchten Anwesende im Gebäude den Brand zu löschen. Sie scheiterte jedoch an dem beißenden Qualm. Die Feuerwehr rückte mit Atemschutzgeräten vor und hatte den Brand rasch unter Kontrolle. In der Zwischenzeit hatte das Personal bereits alle Bewohner, die sich in diesem Wohnbereich aufgehalten hatten, in Sicherheit gebracht. Medizinische Einsatzkräfte des Roten Kreuzes kümmerten sich um die Bewohner, wirkten beruhigend auf sie ein und untersuchten sie auf eine mögliche Kohlenmonoxid-Vergiftung. Vier Personen, darunter eine bettlägerige Bewohnerin, wurden zur Abklärung ins Krankenhaus gebracht.
Lob für Seniorenheim-Personal
Währenddessen begannen die Feuerwehreinheiten der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden mit dem Belüften der verrauchten Bereiche. Hierzu wurden große mobile Gebläse in Position gebracht, die den Qualm aus den Fenstern bliesen. Nach der Belüftung folgten Messungen in den Wohnbereichen, um sicherzustellen, dass sich kein gefährliches Kohlenmonoxid niedergeschlagen hatte.
VG-Wehrleiter Matthias Groß lobte das umsichtige Handeln des Seniorenheim-Personals: „Als wir hier ankamen, waren alle Menschen bereits aus der Gefahrenzone gebracht worden.“ Als Brandursache wurde bereits eine elektrische Abluftanlage ausgemacht, dennoch ermittelt auch die Kriminalpolizei. An dem Gebäude selbst entstand kein größerer Sachschaden. Aufgrund der starken Verqualmung und Verrußung muss aber vor allem das Zimmer renoviert werden, in dem der Brand ausgebrochen ist. Neben den Feuerwehr-Einheiten der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden waren auch die Schnelleinsatzgruppen des DRK-Kreisverbandes mit ihrem Fachpersonal im Einsatz.
Mitarbeiter retten Bewohnerin aus Zimmer
Yves Schmitt, Leiter der Zoar-Finanzabteilung und Geschäftsführer der Seniorenresidenz, hob ebenfalls die „hervorragende Reaktion“ der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervor. So hätten zwei Beschäftigte – praktisch parallel zum Auslösen der Brandmeldeanlage – den Qualm auf dem Flur entdeckt, umgehend eine bettlägerige Bewohnerin aus dem betroffenen Zimmer gerettet und anschließend sogar noch versucht, den Brand selbst zu löschen. Alle drei sind vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden – nur eine Mitarbeiterin hatte offenbar eine etwas schwerere Rauchgasvergiftung erlitten und musste am Mittwoch zunächst in der Klinik bleiben. Schmitt ist aber guter Dinge, dass auch sie bald wieder nach Hause kann.
„Zu 99,9 Prozent“ geht man auch bei Zoar davon aus, dass ein technischer Defekt an der Abluftanlage im Bad den Brand verursacht hat. Der entstandene Sachschaden dürfte sich aber in Grenzen halten – Schmitt verortet ihn nach ersten Schätzungen „vielleicht im hohen vierstelligen oder niedrigen fünfstelligen Bereich“. Natürlich müsse das Zimmer renoviert und einer Spezialreinigung unterzogen werden, „wir werden auch nochmal durch die Flure gehen und schauen, ob hier und da noch eine Wand gestrichen werden muss“. Aber insgesamt, so Schmitt, sei das Ganze doch glimpflich ausgegangen. Als er selbst an der Seniorenresidenz angekommen sei und das Großaufgebot an Einsatzkräften („Auch sie haben hervorragende Arbeit geleistet“) gesehen habe, „da dachte ich zuerst, hier brennt die ganze Hütte“.
Zucker als Belohnung und fürs Gemüt
Auch wenn glücklicherweise wohl niemand ernsthafte Verletzungen erlitten und es keine großen Schäden gegeben hat: „In den nächsten Tagen müssen wir das Erlebte noch einmal mit den Bewohnern und dem Personal aufarbeiten“, betont Schmitt. Schließlich reagiere jeder Mensch anders auf solch ein Ereignis – und dem einen oder anderen Mitarbeiter „hat man schon angemerkt, wie sehr es ihn oder sie trifft“. Als erste Maßnahme habe er jemanden losgeschickt, in größerem Umfang Süßigkeiten zu besorgen – „Zucker fürs Gemüt“, so Schmitt. Und zugleich eine Belohnung beziehungsweise ein Dank für die Leistung aller Beteiligten: So unangenehm der Anlass auch gewesen sei – „da ist vieles sehr, sehr gut gelaufen“.