Donnersbergkreis Bischoff gibt’s bald in Stuppi-Flaschen

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WINNWEILER. „Wir haben derzeit fast Vollauslastung.“ Sichtlich gut gelaunt hat Sven Bischoff gestern Vormittag im Hof der Winnweilerer Brauerei 27 RHEINPFALZ-Leser zur Sommertour begrüßt. Beim folgenden, dank Betriebsleiter Axel Scholer mit vielen interessanten Details gespickten Rundgang durch die Produktion hatte der Bischoff-Chef (mindestens) eine Neuigkeit für die Gäste parat: „Vielleicht Ende September, spätestens aber im Oktober gibt es unser Bier auch in Stuppi-Flaschen.“

Künftig können Kunden also Premium Pils auf Wunsch aus den beliebten „Party-Pullen“ genießen. Gebraut wird das Stuppi-Bier in Winnweiler, vorerst aber beim Kooperationspartner Karlsberg in Homburg abgefüllt. „Langfristig wollen wir das ebenfalls hier machen. Aber dafür müssten wir rund 100.000 Euro investieren“, sagte Bischoff. Und das wäre momentan schwierig, weil die 1866 gegründete Brauerei in diesem Jahr bereits rund 500.000 Euro für moderne Technik ausgeben wird. Der größte Batzen entfällt auf eine Konfektionierungsanlage, die demnächst in Betrieb genommen wird. Diese Investition ist nicht zuletzt der steigenden Nachfrage aus dem Ausland – allen voran auf dem asiatischen Markt (wir berichteten) – geschuldet. Wie Scholer erläuterte, sind beim Export die Vorschriften zum Alkoholgehalt strenger als in Deutschland: „Hier haben wir einen Spielraum bis 0,5 Prozent. Wenn ein Bier aber im Ausland mit 4,8 Prozent angemeldet ist, muss es auch exakt so viel Alkohol haben.“ Diese Feinjustierung erreicht die neue Anlage durch den (geringen) Zusatz von Wasser. Neben einer „Effizienzsteigerung von 20 bis 30 Prozent“ (Sven Bischoff) verfügt die Maschine zudem über eine Kurzzeiterhitzung, mit der die Haltbarkeit des Bieres verlängert wird. Das ist aufgrund der langen Transportwege und teils extremen Bedingungen auch notwendig. „Wenn ein Schiff durch den Suezkanal fährt, dann sind im Container 70, 80 Grad. Da muss das Bier auch stabil sein“, erklärte Bischoff. Die Zusammenarbeit mit Karlsberg – wie berichtet hat die saarländische Brauerei 2014 den Vertrieb von Bischoff übernommen – sowie der boomende Markt in Asien machen neue Methoden erforderlich. Einwegflaschen und derzeit im Test befindliche -fässer sind eine Reaktion darauf. 90 Prozent der in Winnweiler befüllten Fünf-Liter-Dosen sind fürs Ausland bestimmt – von 20.000 auf 40.000 Hektoliter pro Jahr soll die Produktion des Dosenbieres gesteigert werden. Längst werden in Winnweiler nicht mehr nur eigene Produkte hergestellt. Ob AC/DC-Bier für Australien, Fünf-Liter-Dosen für Karlsberg, Fassbier für Italien oder eine Bio-Limonade für einen Kunden in München: Bischoff ist hier zum „Multi-Kulti-Unternehmen“ geworden. „17, 18 Marken“ werden dem Firmenchef zufolge derzeit hier abgefüllt, „aber das ändert sich ständig“. Ein Grund ist die Verlagerung von Aufträgen von Homburg in die Nordpfalz. Apropos Karlsberg: Über die Partnerschaft ist Bischoff voll des Lobes: „Das läuft prima – und wir bekommen alle 14 Tage unser Geld.“ Das alles haben die Teilnehmer quasi „nebenbei“ erfahren – im Mittelpunkt der Führung hat der Weg von Wasser, Malz, Hopfen und Hefe zum Bier gestanden. Den hat Braumeister Scholer ebenso fundiert wie kurzweilig erläutert. Angefangen im Sudhaus, in dem aus Malz und Wasser, später beim Kochen unter dem Zusatz von Hopfen die Bierwürze hergestellt wird. Der Alkohol entsteht dann im Gärkeller durch den Zusatz von Hefe. Bei dieser werde zwischen unter- und obergärig unterschieden, so Scholer: Letztere setzt sich (zunächst) nach oben ab – ihre Verwendung erschwert zwar das spätere Abziehen der Hefe, verleihe aber etwa dem Weizenbier sein spezielles „Bananenaroma“. Nach dem Gärprozess muss das Bier noch vier bis sechs Wochen reifen, ehe es in der Filtration von letzten ungewollten Stoffen befreit wird. Ein Blick auf die Abfüll-, Reinigungs- und Etikettieranlagen im Flaschenkeller, in das an Karlsberg verpachtete Lager sowie das Bischoff-Museum haben den Besuch abgerundet. Von diesem zeigten sich die Besucher, die viele Fragen stellten, ebenso begeistert wie vom folgenden Imbiss im Braustübchen mit Pfälzer Spezialitäten und – natürlich – reichlich Bier. Hier war Sven Bischoff weiterhin bester Laune. Er hat derzeit auch allen Grund dazu ...

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