Winnweiler Beer Pong: Sportlicher Bierwettbewerb mit Tradition beim Oktobermarkt
Abschlussbesprechung vor dem großen Start: Die Gruppe „Fanta Goes Malle“ rückt ihre Teamkappen zurecht und hört aufmerksam zu, während die Regeln erklärt werden. Auf dem Schlossplatz in Winnweiler herrscht am Samstagvormittag trotz des bescheidenen Wetters beste Stimmung. Die Teams und erste Zuschauer sind bereits eingetroffen, und die Spieler beginnen mit dem Aufwärmprogramm. Der neue Winnweilerer Marktmeister Martin Leister erläutert, wie das Beer-Pong-Turnier abläuft: So darf man zum Beispiel den Ball aus dem Becher pusten oder ihn wegschlagen, wenn er zuvor auf dem Tisch aufgekommen ist. Wer allerdings dabei die Becher umstößt, hat direkt verloren, stellt der Marktmeister klar.
Acht Teams mit jeweils zwei Personen treten an diesem Samstag gegeneinander an. Einen Schiedsrichter gibt es nicht. Wenn Verstöße festgestellt werden, soll das Team darauf aufmerksam gemacht werden. In den Vorjahren hat das auch schon zur einen oder anderen Diskussion geführt, wie von verschiedenen Seiten zu hören ist.
Selbstredend gibt es etliche denkwürdige Anekdoten aus den bisherigen Auflagen des Turniers – die haben oftmals damit zu tun, dass der morgendliche Bierkonsum dann doch seine Spuren hinterlassen hat bei manchem Teilnehmer. Das Turnier wird sehr ernst genommen. Die „Fanta-Goes-Malle“-Mannschaft mit ihren eigens hergestellten Mannschaftskappen hat sogar ein Teammitglied, das aus Schwäbisch Hall zum Oktobermarkt-Beer-Pong angereist ist.
Keine Telefonnummer vom Schausteller
Mittlerweile ist das Turnier zur Institution geworden beim Oktobermarkt, der offiziell erst am Samstag mit dem Fassbieranstich beginnt. Los ging’s aber schon am Freitag, an dem knapp 200 Gäste die Musik im Zelt auf dem Schlossplatz genossen. Die Indie-Rock-Band „The Muskmelon“ sei gut angekommen, berichtet der Marktmeister. Am Samstag war „The-Voice-of-Germany“-Kandidat Jerome Mitchell mit seiner Band „Feasco“ dran, danach spielten die „Stonehenge Acoustik-Friends“ Lieder auf Deutsch, Englisch und Pfälzisch.
Für viele Schausteller ist der Oktobermarkt ob seiner Größe ein fixer Termin. Ein Schausteller ist schon seit Martin Leisters Kindheit mit dabei. „Dem brauchen wir nicht einmal Bescheid sagen, der kommt einfach“, lacht der neue Marktmeister. „Wir haben nicht einmal eine Telefonnummer von ihm.“
Am Sonntag startete der Festumzug mit 20 Wägen. Mit dabei waren 60 Kindergartenkinder, der 111 Jahre alte Musikverein und viele weitere Aktive. Dank des Feiertags klang der Oktobermarkt erst am Montag mit Livemusik von „Mr. Perfection & The King of Mumuland“ aus.
Was der Klostuhl damit zu tun hat
Das Beer-Pong-Turnier erlebte bei seiner fünften Auflage, im Jahr 2019, seinen Teilnehmerrekord: 32 Mannschaften waren da am Start gewesen. Gespielt wird nicht nur um die Ehre, sondern auch um einen Wanderpokal. Dafür galt es diesmal zunächst, die Gruppenphase zu überstehen. Die beiden Gruppensieger schließlich machten im Finale den Sieg unter sich aus. Gewinner nach aufregenden Runden wurde die Gruppe „Tune Squad“.
Spektakulär ist aber auch der Preis für das schlechteste Abschneiden beim Turnier: Denn die beiden Gruppenschlusslichter scheiden nicht einfach aus, sondern spielen um den Goldenen Klostuhl. Der war eine zufällige Entdeckung. „Früher haben wir das Turnier in einem Lager veranstaltet, und da stand der Klostuhl eben rum“, berichtet Martin Leister. „Wir haben ihn also mitgenommen und golden angesprüht.“ So schnell gibt’s eine neue Tradition.
Was ist Beer Pong überhaupt?
Beer Pong ist ein Trinkspiel, bei dem die Spieler versuchen müssen, einen Tischtennisball in die Becher des gegnerischen Teams zu werfen. Landet ein Ball im Becher, muss das Bier darin getrunken werden. Wer alle Becher des gegnerischen Teams trifft, hat das Spiel gewonnen. Beim Beer-Pong-Turnier in Winnweiler besteht ein Team aus zwei Personen. Jedes Team hat zehn Becher, die pyramidenförmig angeordnet werden und mit 0,2 Litern Bier gefüllt werden. Insgesamt macht das also einen Liter Bier pro Spieler und pro Runde.