Donnersbergkreis „Ausdauer und Geduld“

LAUTERSHEIM. Thomas Mattern hat einen sehr guten Job bei der BASF. Trotzdem bewirbt sich der 43-jährige SPD-Politiker, der außerdem auch noch Ortsbürgermeister in Lautersheim ist, um das Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Göllheim. „Ich will etwas für die Ortsgemeinden erreichen, denn sie sind die Basis für unser Zusammenleben“, sagt er. Wenn er nicht gerade an seinem Arbeitsplatz oder in Sachen Politik unterwegs ist, findet er Erholung im heimischen Garten. Dort haben wir ihn besucht.
„Sie sehen, wir sind steinreich“, sagt Thomas Mattern zur Begrüßung. Gemeint ist allerdings nicht sein Vermögen auf der Bank, vielmehr teilt in seinem Garten eine Trockensteinmauer den Bereich am Haus vom Nutzgarten ab. „Wir haben diese Mauer bewusst angelegt, um einen Lebensraum für Kleintiere zu schaffen, vor allem für Bienen und Hummeln“, erklärt Mattern. „Besonders stolz sind wir darauf, dass sich hier die äußerst seltene und vom Aussterben bedrohte Steinhummel angesiedelt hat“, ergänzt seine Lebensgefährtin Nina Keth. Um einen großen Garten zu bekommen, haben die beiden beim Hausbau gleich noch das Nachbargrundstück hinzugekauft. Der größte Teil ist dem Nutzgarten mit seinen Gemüsebeeten gewidmet, außerdem gibt es ein Gewächshaus, in dem zum Beispiel aus Samen Tomaten gezogen werden, und einen Komposthaufen. „Die Radieschen sind schon sehr schön, auch der Salat, aber der Lauch will noch nicht so raus“, sagt Mattern. „Wir versuchen, auch alte, traditionelle Gemüse anzubauen, wie Mangold und Steckrüben.“ Im Herbst gräbt Mattern den Garten komplett um und düngt ihn mit Pferdemist. „Kunstdünger kommt da nicht hinein“, erklärt er. Umweltfreundlichkeit ist auch sonst das Motto: Auf dem Dach des Hauses ist eine Photovoltaikanlage, geheizt wird mit Erdwärme, und das Gießwasser – übrigens auch das Spülwasser – kommt aus der Regenwasserzisterne. „Die Gartenarbeit ist ein schöner Ausgleich zum Berufsleben, vor allem in den Sommermonaten“, sagt Mattern. Er hat eine kaufmännisch-betriebswirtschaftliche Ausbildung gemacht und arbeitet als Marketingreferent für Bauprodukte unter dem Dach der BASF. Den betriebswirtschaftlichen Ansatz würde Mattern auch an der Spitze der VG gerne umsetzen: „Es gibt Möglichkeiten, im Zusammenspiel zwischen Orts- und Verbandsgemeinde mehr Effizienz zu erreichen.“ Als Beispiel nennt er die koordinierte Versorgung aller Ortsgemeinden mit Breitband-Internet und mit LED-Lampen. Mattern könnte sich noch mehr dieser Art vorstellen. Was er auch ausbauen möchte, ist die Präsenz der VG im Internet. Er möchte es Bürgern ermöglichen, bestimmte Behördengänge künftig vom heimischen Computer aus zu erledigen. Neben den betriebswirtschaftlichen hält er auch auch viel von gärtnerischen Tugenden in diesem Amt: „Wie die Gartenarbeit ist auch der Job als Bürgermeister gelegentlich mühsam, man muss viel Arbeit hineinstecken, es erfordert Ausdauer und Geduld, unvorhergesehene Einflüsse können das Gelingen in Frage stellen, und am Ende erntet man die Früchte seines Fleißes.“ Sollte er die Wahl gewinnen, will er auf jeden Fall das Wohl der Dörfer ins Zentrum seiner Arbeit rücken. „Sie müssen über die Umlagen das meiste abführen, haben aber selbst den geringsten finanziellen Gestaltungsspielraum. Die VG sollte deshalb in erster Linie Dienstleister für die Ortsgemeinden sein.“ Info Am 14. Juni werden in Göllheim und Winnweiler die VG-Bürgermeister gewählt. Wir haben die sieben Kandidaten bei der Ausübung ihrer Hobbys besucht und stellen sie in einer Serie vor.