Donnersbergkreis Auf Tour an Donnersberg und Dolomiten

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Turnverein Winnweiler und Klaus Leidinger: Zwei Begriffe, die untrennbar zusammengehören – und das seit mehr als 60 Jahren. Noch immer treibt der 71-Jährige begeistert Sport. Dass sich Leidinger sein Leistungsvermögen bewahrt hat, davon zeugt das Sportabzeichen: Den Prüfungs-Herausforderungen stellt er sich jährlich aufs Neue. 40 Mal hat er das Leistungs-Siegel nun bereits erworben. Und dafür wird Klaus Leidinger heute eine Auszeichnung zuteil: Der Sportbund Pfalz verleiht ihm Ehrennadel und Urkunde.

Gerade mal zehn Jahre zählte der kleine Klaus, als ihm seine Eltern 1953 die Mitgliedschaft im Turnverein ermöglichten, der erst zwei Jahre zuvor von der französischen Militärregierung die Erlaubnis erhalten hatte, seine Tätigkeit wiederaufnehmen zu dürfen. Aus dem Jungen wurde nicht nur ein eifriger Freizeitsportler, auch in die Vereinsarbeit brachte er sich bald mit großem Engagement ein. Schon 1963 wurden dem späteren Verwaltungsbeamten und Kassenleiter der Verbandsgemeinde Winnweiler die Vereinsfinanzen anvertraut. Von 1981 an verwaltete er zunächst „nur“ die Beitragskasse, ab 2001 war er für das Gesamtvermögen des TV verantwortlich. 2013 hat er die Kassengeschäfte in jüngere Hände gelegt, ist seither Mitglied im Ältestenrat. Von 1967 bis 1971 war er Leichtathletikwart, ab 1978 vier Jahre lang Kinderturnwart, und nach dem Erwerb der Übungsleiterlizenz für Breitensport betreute Leidinger von 1993 bis 2000 die Turnstunde für Jedermann, die „Montagsturner“, die er bis heute regelmäßig besucht. Von 1981 bis 2001 war er einer der beiden Stellvertreter des Vorsitzenden. Seit 1969 ist er Sportabzeichenprüfer und hat seitdem bei Scharen von jungen und jung gebliebenen Sportlern Lauf- und Radfahrzeiten gestoppt und ihre im Weitsprung, beim Kugelstoßen oder Ballwurf erzielten Weiten nachgemessen. Dabei konnte es mal vorkommen, dass er sich aufs Rad schwang, um einem „Wackelkandidaten“ moralische Unterstützung zu leisten, oder eine ältere Aspirantin beim 7,5-Kilometer-Walken ein wenig zu puschen. Auch wenn einem säumigen Abzeichen-Aspiranten just am 31. Dezember einfiel, dass er noch seinen 100-Meter-Sprint zu absolvieren hat – Klaus Leidinger war zur Abnahme zur Stelle. Dass das Musterbeispiel eines Seniors, bei dem das gefühlte Alter im Gegensatz zu den tatsächlichen Lebensjahren zu stehen scheint, auch selbst immer wieder seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen möchte, lässt sich an der Zahl seiner Sportabzeichenprüfungen ablesen. Bereits als Jugendlicher hatte er die fünf Disziplinen zweimal gemeistert, als Erwachsener zunächst mit Unterbrechungen, seit 1979 regelmäßig. Größere Schwierigkeiten bereitet ihm keine der Übungen, wenngleich er für einige der vom Sportbund eingeführten Neuerungen keine große Sympathie aufbringen kann. Besondere Vorbereitung benötigt er nicht, denn er ist ohnehin immer im Training. Besorgungen werden per pedes oder mit dem Rad erledigt, im Sommer ist Schwimmen angesagt. Vor allem aber gilt die Leidenschaft des Vaters zweier Söhne – gerade stolzer Opa eines „Stammhalters“ geworden – dem Wandern. Wenn das Wetter mitspielt, ist er mit Ehefrau Traudel in den Wäldern am Donnersberg unterwegs, in den Weinbergen an der Haardt oder auf einer Etappe des Rheinsteigs. Im Urlaub werden entferntere Ziele angesteuert, wobei auch anspruchsvolle Touren in den Allgäuer und Schweizer Alpen, vorzugsweise aber in den Sextener Dolomiten in Angriff genommen werden. Früher durften die Wanderungen gern mehrtägig sein. Und wenn am Abend in der Alpenvereinshütte ein Liedchen angestimmt wurde, war Klaus Leidinger mit seiner markanten Bassstimme gern mit von der Partie. Denn auch das Singen im Männerchor der Sängervereinigung Winnweiler zählt zu seinen Hobbys. Das Porträt des Allroundsportlers Leidinger wäre nicht vollständig ohne eine weitere Facette zu beleuchten: Leidingers Liebe zum Fußball. Er war in der C-Jugend aktiv, zeitweilig Trainer der B-Jugend, Spieler der Zweiten Mannschaft und später 25 Jahre lang leidenschaftlicher „AH-ler“. Was das runde Leder betrifft, so hatte Klaus Leidinger – obgleich eingefleischter Turnvereins-Recke – seine (zweite) sportliche Heimat beim Allgemeinen Sport-Verein ASV gefunden. Noch heute ist Leidinger am Ende jeder Turnstunde einem flotten Kick nicht abgeneigt. Verein und Verbände honorierten Klaus Leidingers Engagement über die Jahre immer wieder. 2001 erhielt er die Silberne Ehrennadel des Sportbundes Pfalz, er ist Träger der Ehrennadel des Pfälzer- und des Deutschen Turnerbundes. Und er ist natürlich – dies seit 2006 – Ehrenmitglied in „seinem“ TV Winnweiler.

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