Börrstadt
Andrea Schmitt geht für CDU im Wahlkreis 40 ins Rennen
Mit 35 Stimmen lag Schmitt im ersten Durchlauf deutlich vorn, auf Inga Storck entfielen 25 Stimmen, Carsten Brauer konnte 15 Stimmen einsammeln. Dass alle 75 Delegierte oder ihre Ersatzdelegierten zur Vertreterversammlung erschienen waren, unterstrich die Bedeutung dieser Kandidatenkür der Donnersberger CDU. Im entscheidenden zweiten Wahlgang scheinen wohl die meisten Delegierten aus dem Gebiet der ehemaligen Verbandsgemeinde Hettenleidelheim, die zunächst wohl Brauer unterstützt hatten, dann für die Kerzenheimer Ortsbürgermeisterin gestimmt zu haben, das zumindest legt das Wahlergebnis nahe.
Dass der Wahlkreis 40 mit einer Besonderheit ausgestattet ist, zeigte die Tatsache, dass Markus Wolf, CDU-Kreisvorsitzender aus dem Landkreis Bad Dürkheim, gemeinsam mit dem Donnersberger CDU-Vorsitzenden Rudolf Jacob aus Winnweiler die Veranstaltung eröffnete. Denn mit dem Gebiet der ehemaligen Verbandsgemeinde Hettenleidelheim ist der Wahlkreis vor der vergangenen Landtagswahl erweitert worden. Wolf, der im Wahlkreis 42 CDU-Direktkandidat ist, warb wie Jacob zum Beginn der Versammlung um ein gemeinsames Vorgehen, unabhängig davon, wer Direktkandidat werden würde. Die CDU müsse vor allem das Ziel verfolgen, gemeinsam 30 Jahre SPD-Regierung in Rheinland-Pfalz zu beenden. „Mit Christian Baldauf an der Spitze haben wir eine gute Chance, diese Wahl zu gewinnen und das Land mit der CDU in der Führung nach vorn zu bringen“, so Wolf.
Storck redet doppel so lange
Beim Losentscheid, in welcher Reihenfolge sie sich vorstellen dürfen, zog Schmitt die letzte Position, Brauer fiel die Rolle zu, den Kandidatenreigen zu eröffnen. Der CDU-Ortsbürgermeister aus Wattenheim machte den Delegierten deutlich, dass er vorwiegend auf eine Stärkung der Bildung setzt, die Sicherheitspolitik einen Schwerpunkt seiner Arbeit bilden sollte und auch die Stärkung des ländlichen Raums ganz oben auf seiner Agenda steht. Eine klare Absage erteilte Brauer am Ende seiner Rede einer Zusammenarbeit mit der AfD, von der sich die CDU im Wahlkampf absetzen müsse. Den Kandidaten wurde eine maximale Redezeit von zwölf Minuten eingeräumt. Daran hielten sich Brauer, später auch Schmitt. Inga Storck hingegen redete fast doppelt so lange und brach erst nach Hinweisen aus der Versammlung, dass sie deutlich überziehe, ihr Statement ab. Nach 30 Jahren SPD-Regierung sei im Land eine finanzielle Schieflage zu Ungunsten der Gemeinden entstanden, befand Storck, die sich für Klima- und Umweltschutz stark machen will. Eine Kampfansage machte sie an die „Überregulierungswut“ der Grünen vor allem im Landwirtschaftssektor. Außerdem forderte sie, „das Feld der Jugend nicht den Grünen, Linken oder der SPD zu überlassen“.
Schmitt übt Kritik an Dreyer-Statement
Sehr konkret stieg Andrea Schmitt in ihren Redebeitrag ein. „Corona hat uns gezeigt, dass wir in einer besonderen Zeit mit großen Anforderungen leben“, sagte sie. Gerade Corona habe viele politische Unzulänglichkeiten zu Tage gefördert. Schmitt sprach die ungerechte Finanzverteilung im Land an und ging stark auf die Sicherheitspolitik ein. „Es wird viel von der Landesregierung angekündigt, aber selten gesagt, wie etwas umgesetzt werden soll“, sagte die Kerzenheimer Ortsbürgermeisterin, die als Beispiele die angekündigten Schwimmbadöffnungen oder die Probleme in Kindertagesstätten anführte. „Die Äußerungen der Ministerpräsidentin zu den Vorfällen in Stuttgart und Frankfurt, nach denen sie von der Polizei eine Deeskalation fordert, statt klar gegen die Gewalt der Täter Stellung zu beziehen, sind ein Schlag ins Gesicht aller aufrechten Bürger“, sagte Schmitt. Die SPD habe die Polizei kaputtgespart, deshalb wolle sie sich um die Sicherheitspolitik bemühen, so die 44-Jährige.
Für die Position des B-Kandidaten der CDU im Wahlkreis 40, also der Person, die einspringt, sofern Schmitt ihre Kandidatur zurückziehen würde, bewarb sich neben Brauer und Storck noch Tristan Kappel aus dem Gemeindeverband Winnweiler. Im ersten Wahlgang entfielen 33 Stimmen auf Brauer, 32 auf Storck und zehn auf Kappel. Im zweiten Wahlgang, an dem nur noch 73 Delegierte teilnahmen, konnte sich Storck mit 37 Stimmen gegen Brauer knapp durchsetzen, auf den 36 Stimmen entfielen.