Rockenhausen
Altstadtsanierung: Fördergebiet soll erweitert werden
Der Stadt ist im Vorjahr die Aufnahme in ein Folgeprogramm für die 2016 ausgelaufene Altstadtsanierung geglückt. Aus dem Bundestopf mit dem sperrigen Namen „Nachhaltige Stadt – Wachstum und nachhaltige Entwicklung“ werden in den kommenden zehn Jahren Bauvorhaben bis zu einem Gesamtvolumen von 6,5 Millionen Euro gefördert. Städtische Projekte erhalten einen Zuschuss von rund zwei, private von einem Drittel der Kosten.
Inzwischen hat das beauftragte Büro Bachtler, Böhme und Partner mit den Voruntersuchungen des künftigen Sanierungsgebiets begonnen, wie VG-Bauamtsleiter Michael Groß in der Sitzung des Stadtrates erläuterte. Dabei hätten die Experten angeregt, das im Wesentlichen den Stadtkern umfassende Areal um zwei Bereiche zu ergänzen: zum einen das Gelände zwischen der VG-Verwaltung (Bezirksamtsstraße) und dem Einkaufszentrum in der Kaiserslauterer Straße samt Bahnhofsumfeld, da dieses laut Groß „aus städtebaulicher Sicht erhebliches Entwicklungspotenzial bietet“; zum anderen entlang der Ringstraße die der Altstadt abgewandte Seite, da bislang nur der innenliegende Straßenzug zu den potenziellen Sanierungsflächen zählt. Somit gehören beispielsweise auch die protestantische Kindertagesstätte sowie das benachbarte Gemeindehaus zu den ins Auge gefassten Immobilien.
Sanierungsgebiet „nicht beliebig groß“
Groß betonte aber auch, dass damit noch nicht über die endgültigen Grenzen der Förderzone entschieden sei: Bei einem Termin mit der zuschussgebenden Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion hätten Vertreter der Landesbehörde zu verstehen gegeben, „dass ein Sanierungsgebiet nicht beliebig groß sein darf“. Es sei daher gut möglich, dass die Stadt diesbezüglich an einigen Stellen wieder abspecken müsse. Entsprechende „Puffer“ seien aber vorhanden, so der Bauamtsleiter: Die bereits gestalteten Park-and-Ride-Plätze am Bahnhof könnten etwa ebenso aus der Planung herausgenommen werden wie im nördlichen Teil des Untersuchungsbezirks die Gebäude von Amtsgericht und Polizei. Schließlich sei bei diesen „keine städtebauliche Entwicklung mehr zu erwarten“, sagte Groß.
Einstimmig hat der Stadtrat beschlossen, die Erweiterung des grundsätzlich bereits genehmigten Sanierungsgebiets beim Land zu beantragen. Die Zusage vorausgesetzt, können dann die nächsten Schritte in Angriff genommen werden. Dazu zählen beispielsweise eine Zusammenkunft mit Vertretern der Denkmalpflege sowie eine Versammlung, zu der alle betroffenen Grundstückseigentümer eingeladen werden, wie Stadtbeigeordneter Werner Dietz auf RHEINPFALZ-Nachfrage informierte.
Erste Projekte: Mühlweg-Platz und Kahnweilerhaus
Zwei öffentliche Maßnahmen gelten derweil schon als gesetzt: Die Stadt hat im vergangenen Jahr den ehemaligen Gemüse- und Dönerladen am Eingang des Mühlwegs gekauft. Geplant ist, das marode Gebäude abzureißen und dort einen freien Platz zu gestalten. Vorgesehen ist, den Rückbau noch in diesem Jahr auszuschreiben, so Dietz. Ebenfalls aus dem Programm soll die Sanierung des Kahnweilerhauses unterstützt werden. Dieses ist wegen multipler Schäden vorerst nicht als Museum zu nutzen. Der Arbeitskreis hat mit seinen Ausstellungen im Museum für Kunst (ehemals Pachen) bis auf Weiteres ein neues Domizil gefunden.