Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Alsenz: Gemeinde möchte, dass an ihrem Bahnhof mehr Züge halten

Wie so viele andere fährt auch dieser Zug mit Endstation Kaiserslautern einfach durch. Die Alsenzer können ihm nur hinterherscha
Wie so viele andere fährt auch dieser Zug mit Endstation Kaiserslautern einfach durch. Die Alsenzer können ihm nur hinterherschauen. Foto: J. Hoffmann

Es ist gar nicht so ungewöhnlich, dass aus der Nordpfalz nach Mainz, Wiesbaden oder Frankfurt gependelt wird. Dafür nutzen viele aber das Auto. Einen Bahnhof hat Alsenz zwar, jedoch ist die Anbindung ans Rhein-Main-Gebiet aus Sicht der Gemeinde ungenügend. Die Alsenzer haben eine Resolution eingebracht.

Der Bahnhof und sein Umfeld wurden vor einigen Jahren für viel Geld erneuert. Park-and-Ride-Möglichkeiten für Berufspendler wurden geschaffen. „Wir haben mit dieser Maßnahme die Attraktivität des Bahnhofes gesteigert: Man kann dort auf den Zug warten und muss nicht denken, man ist im Niemandsland“, sagt Beigeordnete Karin Wänke im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Wir haben hier einen Imbiss, einige Parkplätze und achten auf die Sauberkeit.“ Da gebe es Bahnhöfe, die schlimmer aussehen.

Trotzdem bleibt der Bahnhaltepunkt Alsenz ein Sorgenkind. Aus Sicht der Ortsgemeinde halten dort einfach zu wenige Züge. „Wir wünschen uns eine bessere und schnellere Anbindung ins Rhein-Main-Gebiet“, fasst Beigeordneter Klaus Landfried den Begehr zusammen. Das sei ein fraktionsübergreifendes Anliegen der Gemeinde. Der Wunsch der Alsenzer sei auch im Interesse von Pendlern aus dem Moschel- und dem Appeltal sowie aus Richtung Meisenheim, für die der Alsenzer Bahnhof als Knotenpunkt gelte.

Es gibt von Montag bis Freitag nur alle 24 Stunden einen Zug, der von Alsenz direkt nach Mainz fährt, dieser startet morgens um 6.34 Uhr. Es handelt sich dabei um den Regionalexpress 15, der in entgegengesetzter Richtung pro Werktag auch jeweils nur einmal von der Landeshauptstadt direkt nach Alsenz durchfährt. Um 18.02 Uhr kommt er an.

RE 17 hält nur in Rockenhausen und Winnweiler

„Es gibt aber noch den RE 17“, macht Landfried deutlich. Dieser Regionalexpress verkehrt zwischen Kaiserslautern und Koblenz, hält zwar in beiden Richtungen stets in Winnweiler und Rockenhausen, aber eben nicht in Alsenz. Die Gemeinde sieht Chancen, auch das Rhein-Main-Gebiet – durch mehr mögliche Umsteigeverbindungen – schneller zu erreichen, wenn der Zug das tun würde.

Warum aber hält der RE 17 nicht in Alsenz? Grund dafür sei zum einen die „eingleisige Infrastruktur zwischen Kaiserslautern und Enkenbach“, zum anderen „die knappen Wendezeiten in Kaiserslautern und Koblenz“, teilte der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im September mit, nachdem die Ortsgemeinde eine Resolution eingebracht hatte. Der zusätzliche Halt würde laut Zweckverband auch dafür sorgen, dass in Bad Münster am Stein-Ebernburg der Anschluss an die Regionalbahn 33 in Richtung Mainz nicht mehr erreicht würde. Die Resolution war also erfolglos.

Parkchaos am Knotenpunkt Bad Münster

Obwohl er für die Alsenzer als Umsteigepunkt gilt, betrachten sie den Bahnhof in Bad Münster als problematisch. Die Umsteigezeit von dort in Züge Richtung Mainz und Frankfurt liegt bei gerade einmal drei Minuten. Bei Verspätung kann man seinen Anschluss also leicht verpassen. „Bad Münster ist zwar ein Knotenpunkt, aber absolut ausgelastet“, bekräftigt Ortsbürgermeister Michael Rink. Bahnfahrer aus Alsenz fahren mit dem Pkw oft direkt zum Bahnhof nach Bad Münster, berichtet er. Der Parkplatz dort sei in der Regel total überfüllt. „Deswegen gibt es viele, die mit ihrem Auto lieber gleich ganz zur Arbeit fahren.“

Besagte Umsteigezeit am Bad Münsterer Bahnhof soll laut Zweckverband nun von drei auf vier bis sechs Minuten erhöht werden. Große positive Veränderungen verspricht sich Rink davon nicht: „Man stelle sich zwei Leute mit schweren Koffern vor, die erst die Treppe runter und dann die Treppe wieder hoch müssen ...“ Zudem sei der Bahnhof nicht behindertengerecht, ergänzt er.

Der „schleichende Tod“ ländlicher Bahnhöfe

In der Resolution ist auch davon die Rede, dass die Bevölkerung der Möglichkeit beraubt werde, dem politischen Willen nachzukommen. Der bestehe ja darin, verstärkt den öffentlichen Personenverkehr zu benutzen. Besonders Berufspendler seien wegen der wenigen tauglichen Verbindungen auf ihr Auto angewiesen. „Es kann nicht sein, dass so ein Zweckverband auf bestimmte Pendler gar nicht eingeht“, kritisiert Ortsbürgermeister Rink. Er selbst habe auch den „schleichenden Tod“ anderer ländlicher Bahnhöfe, etwa in Bayerfeld-Steckweiler und Mannweiler-Cölln, miterlebt und hofft, dass Alsenz nicht das gleiche Schicksal ereilt.

Bahnhof als „ausschlaggebendes Kriterium“

„Wir haben auch noch verfügbares Baugebiet in Alsenz“, sagt der Ortsbürgermeister. Er spielt darauf an, dass die Gemeinde sich als Wohnort für weitere Berufspendler eignen würde, die es – nicht zuletzt wegen der hohen Mieten – aus der Stadt aufs Land zieht, die aber dennoch weiterhin in der Stadt arbeiten möchten. Diese könnten im Falle einer besseren Zuganbindung natürlich leichter zu ihrer Arbeitsstelle kommen, was Alsenz als Wohnort attraktiver machen würde. Für potenzielle Gewerbeniederlassungen in Alsenz gelte das auch.

„Für mich ist der Bahnhof ein ausschlaggebendes Kriterium, dass ich hier einmal bauen möchte“, sagt der momentan noch im benachbarten Oberndorf lebende Felix Eider, der auch bei dem Besuch der RHEINPFALZ dabei war. Obwohl sie mit ihren Forderungen zunächst gescheitert ist, möchte die Gemeinde noch nicht aufgeben: „Wir können nächstes Jahr noch einmal eine solche Resolution einbringen“, blickt Michael Rink voraus.

Die Alsenzer hatten gefordert, dass der RE 17 auch in Alsenz hält, um damit vor allem Pendler aus der Gemeinde zu entlasten.
Die Alsenzer hatten gefordert, dass der RE 17 auch in Alsenz hält, um damit vor allem Pendler aus der Gemeinde zu entlasten. Foto: Jung
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