Donnersbergkreis
Abitur unter Coronabedingungen: Mit Maskenpausen und ganz viel Lüften
Auch in diesem Jahr werden die Abiturprüfungen unter Corona-Bedingungen durchgeführt. Einiges ist wie im vergangenen Jahr geblieben, anderes ist neu. So müssen zum Beispiel alle Prüflinge geimpft, getestet oder genesen sein, der Test darf auch in der Schule vor einer Lehrkraft durchgeführt werden.
„Um jegliches Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, haben wir während der vergangenen Tage ausschließlich Onlineunterricht für den Jahrgang angeboten“, so Julia Glatz, MSS-Leiterin an der IGS Eisenberg, die sich an ein nahezu leeres Schulgebäude vor zwölf Monaten erinnert: 2021 waren zum Zeitpunkt der Abiturprüfungen alle anderen Schüler im Homeschooling. „Insofern müssen wir jetzt noch stärker darauf achten, dass keine Kontakte mit den anderen Schülern entstehen.“
Alle 20 Minuten tief durchatmen
Ein weiterer Hauptänderungspunkt ist: Masken müssen während der gesamten Prüfzeit getragen werden und dürfen nur beim Stoßlüften, das alle 20 Minuten vorgeschrieben ist, kurz abgesetzt werden. Während die 3G-Regelung für keinerlei Probleme sorgt, weil ein Großteil der Schüler geimpft ist, gibt es bei der Maskenpflicht besondere Herausforderungen.
Im vergangenen Jahr hatte Dirk Melzer, Schulleiter der IGS Rockenhausen, es noch für unmöglich gehalten: „Die Schüler können ja keine fünfstündige Prüfung mit der Maske im Gesicht schreiben“, hatte er damals gesagt. Jetzt aber sind sie genau dazu verpflichtet. Die Prüfungen werden wieder im großen Roten Saal geschrieben, der über eine Lüftungsanlage verfügt. Trotzdem wird alle 20 Minuten gelüftet, damit die Schüler ohne Maske durchatmen können. Melzer kann sich gut vorstellen, dass gegen die Maskenpflicht noch Klagen kommen werden.
„Nicht zu kuschelig“
Im Nordpfalzgymnasium (NPG) in Kirchheimbolanden ist Lüften nicht möglich. Das Schulgebäude ist ein Passivhaus, was die Lüftungspausen erspart. „Wir können die Fenster gar nicht öffnen, weil sonst die komplette Lüftungsanlage ausfällt“, erklärt Oberstufenleiter Marco Meisenzahl. Damit die Schüler trotzdem auch mal den Mundnasenschutz abziehen können, haben sich die Verantwortlichen „Maskenpausen“ ausgedacht. Die Schüler können während der Prüfung (einzeln natürlich) den Raum verlassen und in einem abgesperrten Bereich die Maske abziehen. Dafür wird die Prüfungszeit um zehn Minuten verlängert.
Das Wilhelm-Erb-Gymnasium (WEG) in Winnweiler hat am Mittwoch seine Abiturprüfung mit Geschichte und Erdkunde gestartet, das NPG und die Integrierten Gesamtschulen Rockenhausen und Eisenberg steigen am Freitag mit Deutsch ein, das dann zentral in ganz Rheinland-Pfalz geschrieben wird. Am NPG dauert die Prüfungsphase bis zum 25. Januar, am WEG bis zum 24. Januar, in der IGS wird die letzte Arbeit schon am 17. Januar abgegeben. Geschrieben wird an allen Schulen in den großen Prüfungsräumen. Wenn die Kurse größer sind, wird zusätzlich auf andere Räume ausgewichen. „Damit es nicht zu kuschelig wird“, wie Marco Meisenzahl vom NPG es ausdrückt.
Gut vorbereitet
Praktische Abiprüfungen im Sport könnten übrigens auch ohne Maske erfolgen, wenn die Regeln eingehalten werden. Am NPG fällt diese gesonderte Prüfung beispielsweise aber einfach aus, stattdessen werden die Sportarten-Prüfungen aus den Halbjahren gezählt.
Trotz der kurzfristigen Änderungen Anfang Januar fühlen sich alle Schulen gut vorbereitet und blicken optimistisch in die Prüfungswochen. „Wir hoffen, dass alle 46 Schüler gesund und munter ihr Abi schreiben können“, sagt Dirk Melzer.
Zahlen
- Am NPG absolvieren (genau wie im vergangenen Jahr) 83 Jugendliche das Abitur, 31 Schüler und 52 Schülerinnen.
- 42 Schülerinnen und Schüler schreiben in der Zeit vom 5. bis 24. Januar ihr Abitur am WEG in Winnweiler.
- 46 Schüler, also neun mehr als 2021, legen an der IGS Rockenhausen ihre Reifeprüfung ab.
- Auch an der IGS Eisenberg treten mit 38 Abiturienten ein paar mehr Schüler als im vergangenen Jahr an.