Bad Dürkheim Zur Sache: Die Historie des Hauses Weinstraße 36

Bedeutung erlangte das im späten 18. Jahrhundert in der bestehenden Form errichtete Gebäude in der heutigen Weinstraße Nr. 36, weil es vor 1970 Sitz der Genossenschaft Wachtenburg war. Nach deren Zusammenschluss mit der Genossenschaft Luginsland im Jahr 1969 ging das Haus in den Besitz der Familie Podotzki über, die ab 1970 auch die Weinstube Wachtenburg betrieb. Als Ausschanklokal der Genossenschaft Wachtenburg hatte es die Stube aber vorher schon zu einem Ruf über Wachenheim hinaus gebracht. Wie sich der frühere Genossenschaftsvorsitzende Horst Zimmermann erinnert, war der Wirt Jakob Münch für eine gute Leberwurst-Mahlzeit bekannt. Dazu habe es einen Wein gegeben, der seinerzeit als „Hitzkopp“ bezeichnet worden sei. Dabei habe es sich um eine Mischung aus Riesling- und Traminertrauben gehandelt. Nach dem Auszug der Genossenschaft betrieb die Familie Podotzki das Lokal bis Mitte der 70er Jahre, seither habe es im Objekt lediglich den Supermarkt und nachfolgend einen Schlecker-Markt gegeben, der vor wenigen Jahren schloss. Altbürgermeister Arnold Nagel erinnert sich, dass die Stadt stets versucht habe, das Gebäude zu erwerben, um dort gehobene Gastronomie à la Deidesheimer Hof unterzubringen. Das Vorhaben sei immer gescheitert, weil die Besitzerin das Objekt nicht habe veräußern wollen. Als sie vor zwei Jahren starb, hat die Dürkheimerin Andrea Sebastian das Haus von ihrer Mutter geerbt. Inzwischen ist es in den Besitz der Stuttgarter Architekten-Familie Naumann übergegangen. Nagel freut sich vor allem über die neue Nutzung als Ferienwohnung. Heute sei das Gebäude ein Schandfleck. Erwähnung fand das Grundstück auch schon in der Neufassung der Wachenheimer Geschichtsblätter durch den Heimatverein. Wie Ehrenmitglied Hermann Beimborn sagt, habe es um das Jahr 1580 dort die „Herberg zum Löwen uff dem Markt“ gegeben. Im 17. Jahrhundert sei die Bebauung bei mehreren kriegerischen Ereignissen zerstört worden. (als)