Bad Dürkheim Zu einer Einheit verschmolzen

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Zu einem besonderen Klangerlebnis, in dessen Mittelpunkt das Weihnachtsoratorium von Heinrich Fidelis Müller stand, lud die Chorgemeinschaft Wachenheim am Sonntag in die Georgskirche ein. Müllers Werk, das er 1875 komponierte, geriet viele Jahre in Vergessenheit, bis es 1980 wiederentdeckt und nun auch in der Protestantischen Kirche Wachenheims wieder zum Erklingen gebracht wurde. An die 100 Musiker standen in der voll besetzten Kirche im Chorraum und begeisterten das Publikum mit fantastischer Musik, gekonnt und ausdrucksvoll vorgetragen.

Einfühlsam geführt unter Karl Finck, der für die Gesamtleitung zuständig war, gelang die Fusion von zwei Chören, vier Solisten, einem Mädchensextett und den Musikern des Mannheimer TSV-Orchesters, das von Ionel Ungureanu geleitet wird. Nach dem Motto „getrennt üben – gemeinsam auftreten“ beeindruckten alle Beteiligten mit einer hervorragenden Gesamtleistung. Zunächst instrumental startete das Konzert mit Werken von Johann Pachelbel, gefolgt von dem ersten Chorstück „Ubi Caritas“ von Audrey Snyder, was laut Finck frei übersetzt „Wo die Güte ist, da ist Gott“ bedeutet. Im dann folgenden Stück „Gabrielas Oboe“ von Ennio Morricone glänzte Ulrike Albeseder mit einem wunderschönen, ergreifenden Oboenspiel. Dass es schwierig sei, zwei eigenständige Chöre zusammenzuführen, sagte Finck zwar im Nachgang, hören konnte man allerdings eine starke, fest miteinander verbundene Einheit, als die Sänger der Chorgemeinschaft MGV Wachenheim und der Katholische Kirchenchor St. Cäcilia Roxheim zu singen begannen. Unterstützt durch die volle und warme Akustik der alten Kirche, entstand eine sehr festliche Stimmung, in der die Akteure die Zuschauer augenblicklich verzauberten. Rezitativ begleitet mit der klangvollen Tenorstimme von Bertram Kleiners, wurde die Weihnachtsgeschichte lebendig. Vor dem geistigen Auge entstanden die Bilder der Krippe mit Jesus, Maria und Josef, den Heiligen Drei Königen und den Hirten, wie sie vor dem Stall zu Bethlehem wachten. Im Verlauf kamen die ausdrucksstarken Stimmen von Susanne Scheffel (Alt), Emmerich Pilz (Bass) und der Sopranistin Erika Fischer hinzu und unterstrichen die Chöre in ihren Klangfarben, hoben sich aber auch in den Soli ab. Besonders „Stille Nacht“ geriet zu einem harmonischen Miteinander, das die Sing- und Spielfreude der Musiker deutlich werden ließ. Auch das Mädchensextett bildete mit dem Part „Lasst uns das Kindlein grüßen“ einen weiteren Höhepunkt. Klar, dass es am Ende des gelungenen Konzerts zu tosendem Applaus und stehenden Ovationen kam, und das Orchester eine Zugabe von Adolphe Adam spielte, in der Erika Fischer mit ihrer wohlklingenden Sopranstimme noch einmal ihre ganze gesangliche Bandbreite präsentieren konnte.

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