Bad Dürkheim „Wollen Gewerbesteuerzahler halten“

Torsten Bechtel tritt noch einmal zur Wahl zum Verbandsbürgermeister an. Der Wachenheimer Stadtbürgermeister wurde am Freitagabend vom CDU-Gemeindeverband nun offiziell ins Rennen geschickt. Als Grund für die erneute Kandidatur nannte er den großen Rückhalt, den er aus Partei und Ortsgemeinden erhalten habe.
war im Januar gegen den inzwischen verstorbenen Udo Kittelberger angetreten und hatte die Wahl verloren. Nach dem plötzlichen Tod des Wahlsiegers hatte sich Bechtel zunächst einige Wochen Zeit genommen, um über einen Wiederantritt nachzudenken. Sein Verband schenkte ihm mit 38 Ja- und drei Nein-Stimmen nun zum zweiten Mal sein Vertrauen. „Sechs Jahre Wachenheim, das ist eine harte Schule“, sagte Bechtel zu seiner Qualifikation für dieses Amt. Der Oberstudienrat nannte zudem sein Mathematik- und Geografiestudium als gute Voraussetzung für die anstehenden Aufgaben. Durch die Tätigkeit im Kreistag sei er zudem gut vernetzt. „Hier lebt man gerne“, sagte Bechtel über die Verbandsgemeinde. Er werde sich als Verbandsbürgermeister darum kümmern, dass es so bleibt. Wichtig sei es, Gewerbesteuerzahler zu halten und stark in eine mögliche Fusion mit Deidesheim zu gehen. Internetausbau und ein agierendes Abwasserwerk nannte er als weitere wichtige Punkte für die Zukunft. Mit den Erfahrungen des vergangenen Wahlkampfs im Rücken ging Bechtel auf Kritikpunkte des politischen Gegners ein. Streitpunkt war Bechtels Amt als Wachenheimer Stadtbürgermeister, das er weiter ausüben will. „Dass ein Ehrenamt als Makel wahrgenommen wird, das kann es nicht sein“, sagte der 45-Jährige. Als „völligen Quatsch“ bezeichnete er das Argument, er sei als Verbandsbürgermeister sein eigener Chef und der anderer Ortsbürgermeister. Dies sei nicht der Fall. „Ich kenne die Sorgen und Nöte der Ortsbürgermeister“, betonte Bechtel stattdessen. Als Lehrer sei er es zudem gewohnt, alle gleich zu behandeln. Finanzielle Vorteile aus einer Wahl habe er auch nicht. Als Oberstudienrat und ehrenamtlicher Bürgermeister mit den entsprechenden Vergütungen, könne sich das jeder selbst ausrechnen. Seine Bezüge als ehrenamtlicher Bürgermeister würden zudem mit dem Verbandsbürgermeistergehalt verrechnet. Gemeindeverbandsvorsitzender Marcus Scholz würdigte den CDU-Kandidaten als verwaltungs- und führungserfahren. Er habe es geschafft, im Wachenheimer Stadtrat wieder weitgehend ein konstruktives Miteinander zu schaffen. Bechtel hat nach den Worten von Scholz viele positive Entwicklungen in der Stadt Wachenheim angestoßen. Als Vorsitzender des Tourismusvereins und des Jugendträgervereins nehme er wichtige Funktionen für die Verbandsgemeinde wahr. FWG und SPD hätten versucht einen „Angstwahlkampf“ zu führen, sagte Scholz. Die befürchtete Übervorteilung der Stadt Wachenheim in Falle eines Wahlerfolgs zu diskutieren, sei eine „perfide Art zu argumentieren“. „Ich überlege seit Wochen, welcher Interessenkonflikt bestehen soll“, so Scholz. (jpl)