Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wo die Wespenspinne auf Beute lauert

Keine Angst: Für Menschen ist diese Spinne völlig ungefährlich.
Keine Angst: Für Menschen ist diese Spinne völlig ungefährlich.

Gelb, weiß und schwarz gestreift ist die Spinne im Fadennetz. Ihr radförmiges Gespinst hängt in einer Wachenheimer Wiese. Es ist das Werk einer Wespenspinne.

So heißt das Tier wegen seiner Streifen. Das wespenähnliche Muster haben aber nur die Weibchen auf ihrem Hinterkörper. Männliche Wespenspinnen sind bräunlich und außerdem viel kleiner. Manchmal wird diese Art auch Zebraspinne oder Tigerspinne genannt.

Klingt ja fast gefährlich. Aber du brauchst wirklich keine Angst zu haben, wenn du jetzt im späten Sommer so eine Spinne entdeckst. Nie greift sie einen Menschen an. Ihre Netze findest du meistens zwischen hohen Wiesengräsern. Dort hängt die Spinne mit dem Kopf nach unten. Während sie in dieser Stellung auf Beute wartet, bewegt sie sich nicht.

Schaukeln und wackeln

Aber wenn du ihrem Netz sehr nah kommst, bringt sie es zum Schaukeln. Das macht sie, sobald sie sich bedroht fühlt, zum Beispiel von einem hungrigen Vogel. Durch das schnelle Wackeln ist die Spinne kaum noch zu erkennen. Ihr Körper verschwimmt mit dem Zickzackband, das sie ins Netz gewebt hat. Du siehst dieses Band auf dem Foto unter ihr. Experten vermuten, dass es zur Tarnung dient, aber ganz genau weiß man das noch nicht.

Für Insekten wie Heuschrecken, Bienen oder Fliegen ist die Wespenspinne tatsächlich eine Gefahr. Sobald ein Beutetier im Netz hängen bleibt, huscht sie sofort herbei. Es dauert nur wenige Momente und schon hat sie ihren Fang in Spinnenseide eingewickelt. Forscher haben beobachtet, dass sie erst danach die Beute mit einem Giftbiss tötet. Übrigens passiert das auch oft mit dem Spinnenmännchen: Bei der Paarung wird es von der Partnerin meistens getötet.

Schutz im Kokon

Die Spinne auf unserem Foto sieht ziemlich füllig aus. Daran kann man sehen, dass sie bald Eier legen wird. Wenn der August endet und der September anfängt, spinnt das Weibchen einen kleinen Behälter, „Kokon“ genannt. Es presst Eier aus seinem Hinterleib und heftet sie ans Gespinst.

Danach umspinnt sie das gelbe Eipaket mit mehreren Schichten, erst seidig und weich, dann aber fester und wasserabweisend. Schließlich sieht der Kokon aus wie ein kleiner Ballon. Er wird den Nachwuchs in der kalten Jahreszeit gut schützen. Die Mutterspinne selbst stirbt im Herbst. Sie wird ihre Kinder also niemals sehen.

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