Wachenheim
Winzergenossenschaft: Schwere Vorwürfe gegen Albert Kallfelz
Im Juni hatte die Genossenschaft mitgeteilt, unterschiedliche Auffassungen über die Geschäftsführung hätten zu „unüberbrückbaren Differenzen“ geführt, die schließlich ursächlich für die Trennung gewesen seien. Kallfelz war seit 2009 als Geschäftsführer und später als geschäftsführender Vorstand bei den Wachtenburg Winzern tätig.
Bei einer Versammlung wurden die Genossenschaftsmitglieder nun über die Einzelheiten der Trennung informiert. Nach RHEINPFALZ-Informationen wirft der Vorstand Kallfelz Unregelmäßigkeiten bei Provisionsabrechnungen und Rückvergütungen vor. Diese seien über fiktive Konten abgewickelt worden. Das Geld soll schließlich auf das Konto von Kallfelz geflossen sein. Nachdem aufmerksame Mitarbeiter den Vorstand auf die Unstimmigkeiten hingewiesen hätten, habe man sich aufgrund dieser gravierenden Pflichtverletzungen mit sofortiger Wirkung von dem Geschäftsführer getrennt. Der Genossenschaft soll ein Schaden im mittleren fünfstelligen Bereich entstanden sein. Dieser Betrag soll nun zurückgefordert werden.
Außergerichtliche Einigung angestrebt
Sollte Kallfelz mit der Rückzahlung einverstanden sein, werde eine außergerichtliche Einigung angestrebt. Auf der Versammlung hieß es, Kallfelz habe einen Teil der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zugegeben. Albert Kallfelz teilte auf RHEINPFALZ Anfrage mit, dass er nichts kommentieren wolle, was noch nicht offiziell sei.
Nach Auskunft von Peter Zimmermann, dem Vorstand der Genossenschaft, bemühten sich beide Seiten, eine außergerichtliche Einigung herbeizuführen, um eine juristische Auseinandersetzung zu vermeiden. Für die Besetzung des vakanten Posten des geschäftsführenden Vorstandes gebe es schon zahlreiche Bewerbungen.
Bis zur Neubesetzung der Position übernehmen der ehrenamtliche Vorstand und die leitenden Mitarbeiter die Aufgaben von Kallfelz im operativen Geschäft.