Wachenheim Wie Schwebfliegen überwintern

Die Schwebfliege zeigt sich auch im Winter. Hier nascht sie am Gänseblümchen.
Die Schwebfliege zeigt sich auch im Winter. Hier nascht sie am Gänseblümchen.

Sobald der Herbst und Winter sehr milde Tage bringen, kannst du in der Natur solche Schwebfliegen entdecken. Aber wo bleiben sie, wenn es richtig kalt wird?

Nach der kühlen Nacht lockt die Mittagssonne einige Insekten hervor. Sie suchen nach Nahrung. Viele Blüten finden die Nektarsauger nun nicht mehr. Aber zum Glück gibt es ja Gänseblümchen. Die blühen auch im Dezember und heißen deswegen lateinisch „Bellis perennis“. Das bedeutet so viel wie „schön das ganze Jahr“. Der Name stimmt aber nur an heiteren Tagen: Bei feuchtem Wetter schließen sich die Blütenköpfchen der Gänseblümchen.

Auch Schwebfliegen kommen aus ihren Verstecken, wenn es nicht nass und kalt ist. Diese Insekten heißen so wegen ihrer tollen Flugkünste. In der Luft können sie an einer Stelle „stehen“ bleiben. Dabei bewegen sich ihre Flügel unglaublich schnell – bis zu 300 mal in einer einzigen Sekunde. Auch wechseln die Tiere blitzschnell ihre Flugrichtung.

Eine häufige Schwebfliegenart ist bei uns die Winterschwebfliege, auch Hainschwebfliege genannt. Sie vollbringt eine riesige Leistung: Ein großer Teil dieser Tiere fliegt im Herbst in den Süden. Es ist kaum zu glauben: Solche winzigen Insekten – sie sind etwa einen Zentimeter groß – legen weite Strecken über hohe Gebirge zurück.

Vor Kälte versteckt

Andere von ihnen überwintern bei uns, so auch das Tier auf unserem Foto. Irgendwo unter Blättern oder in Ritzen von Baumrinde hatte es sich vor der Kälte versteckt. Jetzt aber sitzt es im Garten des Wachenheimer Bürgerspitals auf einem Gänseblümchen. Diese Korbblütler bieten ihren Besuchern wichtigen Nektar und Pollen. In der Korbmitte siehst du gelbe Röhrenblüten, und außen bilden die Zungenblüten einen weißen Strahlenkranz.

Schwebfliegen besitzen im Gegensatz zu den Bienen nur zwei Flügel. Zart und durchscheinend sehen sie aus. Am Hinterleib tragen die Winterschwebfliegen schwarz-gelbe Streifen. Das soll Feinde in die Irre führen. Die Tiere täuschen damit vor, dass sie stechen könnten wie wehrhafte Wespen.

Können sie aber nicht, denn sie haben keinen Stachel. Schwebfliegen sind völlig harmlos. Als Blütenbesucher gehören sie zu den wichtigen Bestäubern. Und weil sehr viele Arten als Larven Blattläuse fressen, sind sie sogar doppelt nützlich.

Mehr zum Thema
x