Bad Dürkheim Wie Fußball im dritten Stock

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Von Bayern Münchens Fußballtrainer Pep Guardiola weiß man, dass er fast alles liest, was er über Schach in die Hände bekommt. Was ihn offenbar fasziniert ist der Gedanke, einen bestimmten Raum auf einem Feld zu einem bestimmten Zeitpunkt derart gut zu besetzen, dass ein Torerfolg sehr wahrscheinlich wird. Das Spiel heißt Fußball. Eigentlich ist es jedoch Schach. Um solche Vorgänge auf einem Spielfeld zu sehen, muss man nicht in die Münchner Allianz-Arena zu fahren. Auch wenn es nicht ganz so schnell wie beim Fußball geht, reicht es eigentlich aus, ohne eine teure Eintrittskarte an einem Dienstagabend im dritten Stock des Dürkheimer Jukib gegenüber der Tourist-Info reinzuschauen, wo wie immer Jörn Lenhardt, 1. Vorsitzender des Schachclubs Bad Dürkheim-Wachenheim und der Ehrenvorsitzende Albert Schwind sitzen. Gemeinsam mit dem 2. Vorsitzenden des Clubs halten sie die Fahne des Schachspiels in der Kurstadt seit Langem hoch. Bereits 1981 hat der heute 72-jährige Schwind den Vorsitz übernommen. Lenhardt, sein Nachfolger, zählt in diesen Tagen 24 Mitglieder, darunter überraschenderweise 10 Kinder und Jugendliche, die unter 26 Jahre alt sind und die von Albert Schwind die ersten Schritte des sogenannten Spiels der Könige erlernen. „Wir sind ein kleiner Verein“, bekennt Lenhardt. Spitzenspieler habe man keine in seinen Reihen. „Wir spielen nicht gut, aber gerne Schach“, lautet das Motto. Mit dieser Einstellung tritt der SC Dürkheim/Wachenheim I mit insgesamt zwölf Spielern auch in dieser Saison wieder in der Bezirksklasse Nord-Ost des Pfälzischen Schachbundes an. Eine zweite Mannschaft spielt in der Kreisklasse B, in der Nachwuchsliga für die Jugend ist Dürkheim/Wachenheim mit vier Spielern dabei. Die richtig erfolgreichen Zeiten liegen indes länger zurück. Aus dem Jahr 1971 datiert die Teilnahme in der Regionalliga Pfalz. In der kommenden Woche ist wieder Rundenstart. Es geht gegen Limburgerhof II und Lenhardt räumt ein, dass er nach den Begegnungen schon ein wenig erschöpft ist. Anstrengend ist es demnach, aber genauso schön sei es, die Schweißperlen auf der Stirn des Kontrahenten zu sehen, wenn es eng wird. Nicht vergleichbar mit einer Partie im Internet, so Lenhardt. Albert Schwind räumt ein: „So ein bisschen schachsüchtig bin ich schon.“ Diese Leidenschaft sähe er auch gerne bei neuen Mitgliedern im Alter zwischen 30 und 50 Jahren. In dieser Altersklasse ist der Schachclub etwas schwach auf der Brust. Und das obwohl gerade das familiäre, freundschaftliche Umfeld ein Charakteristikum des Clubs sei, wie Lenhardt sagt. Seit 1999, als der Club das 125-jährige Bestehen feierte, habe sich die Zahl der Mitglieder kaum verändert. „Es ist halt nicht so spektakulär wie beim Fußball“, findet Lenhardt. Dennoch sei jedes Spiel „geistiges Training “. Etwas stolz ist er auf das jährliche Schnellschachturnier im Badehaisel am 1. November mit rund 30 Teilnehmern. Bemerkenswert: vor allem die Nachwuchsarbeit des Clubs scheint zu funktionieren. Immerhin acht Kinder haben sich am Dienstagabend ausdauernd mit ihren jeweiligen Gegnern auseinandergesetzt. Von dieser Arbeit profitiert hat beispielsweise der 17-jährige Daniel Stein, der inzwischen mit dem Frankenthaler Verein in der höchsten Spielklasse in Rheinland-Pfalz antritt. „Die guten Spieler wechseln zu größeren Vereinen“, sagt Lenhardt. Noch eine Sache, die ähnlich ist wie bei den Fußballern von Pep Guardiola ... Vereinsdaten

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