Bad Dürkheim
Wegen Therme: Stadtspitze will Brunnenhalle-Umbau auf Eis legen
Die Brunnenhalle ist ein Dauerthema in der Bad Dürkheimer Kommunalpolitik – und das wird auch so bleiben. Schon seit 2016 soll das Gebäude aus den 1930er-Jahren zu einem Kongress- und Veranstaltungszentrum umgebaut, saniert und so erweitert werden, dass dort Tourist-Information, Büroräume für den Tourismus-Fachbereich sowie ein Restaurant untergebracht werden können.
Eine Nachbarin klagte gegen das Vorhaben wegen einer möglichen Überschreitung von Lärmgrenzwerten, unterlag aber Mitte Februar in letzter Instanz vor dem Oberverwaltungsgericht in Koblenz. Für das Vorhaben war unter anderem ein aufwendiges Lärmgutachten in Auftrag gegeben worden. Die bisherigen Planungskosten beziffert die Verwaltung auf etwa 1,8 Millionen Euro. Nun zieht der Stadtvorstand – Bürgermeisterin Natalie Bauernschmitt (CDU) sowie die Beigeordneten Claudius Güther (CDU), Angela Strobel (FWG) und Gerd Ester (CDU) – die Notbremse. Man werde den städtischen Gremien vorschlagen, das Projekt zurückzustellen, sagte Bauernschmitt am Dienstag gegenüber der RHEINPFALZ. „An erster Stelle steht unser Auftrag der Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger. Wir sind uns der besonderen Bedeutung dieses Projektes bewusst – angesichts der vorliegenden Zahlen ist die Entscheidung aus unserer Sicht jedoch unumgänglich“, erklärte Bauernschmitt.
Mehrkosten für die Therme erhöhen den Druck
Zuletzt waren die geschätzten Kosten für den Umbau auf 17 Millionen Euro gestiegen. Fünf Millionen davon waren im Haushalt 2025 vorgesehen, der Rest in den Folgejahren. Als Grund für ihren Vorstoß führt die Stadtspitze die weiter gestiegenen Mehrkosten für den Bau der Therme an. Genaue Zahlen nannte Bauernschmitt nicht. Die aktuellste Kostenschätzung liegt derzeit bei 44,8 Millionen Euro. Der ursprünglich gesetzte Finanzrahmen von 35 Millionen Euro ist längst gesprengt, wobei die Stadt die Mehrkosten alleine trägt.
Zwar hat die Stadt Bad Dürkheim für 2025 einen Haushaltsplan mit einer Schwarzen Null verabschiedet und zählt zu den wohlhabenderen Gemeinden im Land, dennoch wies der Etat einen Makel auf: eine negative freie Finanzspitze von 1,56 Millionen Euro. Wie Bauernschmitt sagte, habe die Kommunalaufsicht den Haushalt genehmigt, allerdings unter Auflagen: Unter anderem wird die Kreditaufnahme auf 15 Millionen Euro begrenzt, bislang waren 21 Millionen Euro vorgesehen. Im September soll es einen Nachtragshaushalt geben. Im Haupt- und Finanzausschuss Ende März will die Stadtspitze detaillierter über die Situation informieren.
Wie geht es mit der Tourist-Information weiter?
Doch wie soll es mit Tourist-Information und den Räumen für die Mitarbeiter des Fachbereichs Tourismus weitergehen? Schließlich spielte eine sanierte Brunnenhalle eine Schlüsselrolle in der 2024 verabschiedeten Tourismusstrategie. „Wir arbeiten mit Hochdruck an Alternativkonzepten“, sagte Claudius Güther, der für Wirtschaft und Tourimus zuständige Beigeordnete. Derzeit hat die Stadt Büros im Domicila-Haus und im Weindom für ihre Mitarbeiter angemietet, die Tourist-Information ist in einem Container vor dem Jugend- und Kinderbüro (Jukib) untergebracht. Ziel sei es, dieses Provisorium zu beenden, betonte Güther.
Notwendige Erhaltungsmaßnahmen würden getätigt und die Grundsubstanz des Gebäudes erhalten, sagte Bauernschmitt. Wichtig sei, dass die Heizung weiter funktioniere, Einsturzgefahr bestehe nicht, ergänzte Strobel.
Der Stadtrat wird am 17. Juni über das weitere Vorgehen beraten.