Wachenheim Was die Alte St. Georgskirche so besonders macht

Bernhard Webersinn führt den Förderverein.
Bernhard Webersinn führt den Förderverein.

Der Förderverein Alte St. Georgskirche kümmert sich seit 1997 um den Erhalt des Gebäudes. Sein 25. Jubiläum war daher schon vergangenes Jahr, trotzdem kam es erst jetzt zum gebührenden Festakt. Das hat einen besonderen Grund.

Die Feier zu verlegen, war nötig, da der langjährige Vorsitzende Bernhard Webersinn wegen eines Unfalls am ursprünglich geplanten Feiertermin 2022 nicht hätte teilnehmen können. Am Samstag holten die Beteiligten – einschließlich Webersinn – den ökumenischen Gottesdienst nun nach.

Ökumenisch war dabei ein maßgeblicher Aspekt: Denn die St. Georgskirche sei eine von nur 63 Simultankirchen in Deutschland, erinnerte Fördervereinschef Webersinn. Die katholische und protestantische Gemeinde nutzten sie gemeinsam. Und noch etwas mache sie besonders: Sie sei eine von nur vier Simultankirchen, deren Turm zwischen dem katholischen und dem protestantischen Teil steht. Die gemeinsame Nutzung hoben auch Pfarrerin Julia Heller und Pastoralreferent Marcel Ladan hervor. Die Orgel spielte Wolfgang Berding.

Wie Webersinn weiter ausführte, spielte der ökumenische Gedanke auch bei der Gründung des Fördervereins eine Rolle. Es gab demnach 17 Gründungsmitglieder beider Konfessionen. Erster Vorsitzender war der katholische Pfarrer Nikolaus Bachtler, sein Stellvertreter der protestantische Pfarrer Manfred Roos.

Älteste Teile stammen aus Zeit vor 1350

Als wichtigste Vorhaben während der drei Sanierungsabschnitte nannte Webersinn, der seit 2007 Vorsitzender ist, das Erneuern von Fenstern, Türen und elektrischen Leitungen, das Reinigen und Restaurieren der Innenwände, Altäre, der Kanzel und des Deckengemäldes sowie das Sanieren der Schlimbach-Kämmerer-Orgel. Finanziell unterstützt wurde der Förderverein unter anderem vom Bistum Speyer, der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, vom Landkreis Bad Dürkheim und der Stadt Wachenheim sowie durch etliche Spender.

Die geschichtsträchtige Kirche – ihre ältesten Teile datierten von vor 1350 – sei heute beliebt für Hochzeiten, es fänden aber auch Taufen, Konzerte und Ausstellungen statt, berichtete Webersinn. Die Kirche sei nicht zuletzt berührend, da Wachenheimer Bürger sie immer wieder aufgebaut und sie über die Jahrhunderte zu einer Kostbarkeit gemacht hätten. Daraus ergebe sich, dass sie „eine Verpflichtung für uns“ ist. Zudem sei das Gebäude geheimnisvoll, habe schon so manche Überraschung geborgen. Derzeit sei man einem weiteren Geheimnis auf der Spur: der Wandmalerei aus dem 15. Jahrhundert in der Nordkapelle. Sie sei das nächste Projekt des Vereins, verriet Webersinn. Der Leiter des Bischöflichen Denkmalamts habe das Wandbild als „Kleinod mit geschichtlicher Dimension“ bezeichnet. Eine Restaurierung für 45.000 Euro solle die ursprüngliche Wandmalerei wieder ans Licht bringen.

Die Kirche prägt das Stadtbild

Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) erklärte, Baudenkmäler bräuchten nicht nur Geld, sondern vor allem regelmäßige Betreuung. Torsten Bechtel (CDU), Bürgermeister der Stadt und der Verbandsgemeinde Wachenheim, dankte dem Verein für das ehrenamtliche Engagement. Die St. Georgskirche präge das Wachenheimer Stadtbild außen und innen. Die Verantwortlichen hätten ein gutes Gespür dafür gehabt, welcher Planer der Kirche gerecht werde, lobte er. Die Vorsitzende des Fördervereins der protestantischen Kirche, Bettina Bürklin-von Guradze bewunderte die Leistungen und regte gemeinsame Aktionen der beiden Fördervereine an.

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