Wachenheim Warum eine Wachenheimerin sich für eine gerechte Welt einsetzt
Als in Berlin über Koalitionen gerungen wurde, schaute Amelie Kunath aus Wachenheim ganz genau hin. Die junge Frau ist eine von 50 Jugendbotschafterinnen und Jugendbotschaftern in Deutschland von „One“.
2004 gegründet – unter anderem vom U2-Frontmann Bono – setzt sich die Organisation für wirtschaftliche Chancen und ein starkes Gesundheitswesen in Afrika ein. Durch Gespräche mit Politikern, Kampagnen und Pressegespräche will die Organisation auf ihr Anliegen aufmerksam machen, das sie unter anderem im Kampf gegen Armut sieht.
Seit März bekleidet die 20-Jährige das Ehrenamt der Jugendbotschafterin. Dabei musste sie ein Bewerbungsverfahren durchlaufen. 27 neue Plätze waren zu vergeben, 150 junge Menschen hätten sich beworben, berichtet Kunath. „Das ist eine Organisation, die junge Menschen zusammenbringt. So bin ich dazu gekommen, mich dafür einsetzen zu wollen“, sagt die Wachenheimerin.
Für Kunath ist es nicht der erste Einsatz für die gute Sache. Als Schülerin des Werner-Heisenberg-Gymnasiums in Bad Dürkheim war sie in der „AG Hingesehen“ tätig. Sie habe mitgeholfen, Spendenläufe zu organisieren und sich vielfältig engagiert. „Ich war immer sehr aktiv, es hat mir Spaß gemacht und ich wollte das weiterführen“, sagt Kunath. „Mein größter Wunsch ist eine gerechte Welt mit Gleichberechtigung und ohne Krieg.“ An so einem Ziel müsse man auch arbeiten, findet sie.
Im Herbst will die Wachenheimerin studieren. Ihr Wunsch geht in Richtung Politik, vielleicht wird es der Studiengang Internationale Beziehungen. Seit ihrem Abitur im vergangenen Jahr ist sie viel gereist und hat sich als Rettungssanitäterin ausbilden lassen. Einem Praktikum im Bundestag soll noch ein weiteres parlamentarisches Praktikum folgen.
Ein bis zwei Stunden sollen Jugendbotschafter in der Woche für ihr Ehrenamt bei „One“ investieren. „Mit dem Thema Entwicklungszusammenarbeit beschäftige ich mich deutlich mehr, um auf dem neusten Stand zu sein. Dann lese ich Artikel und höre Podcasts zum Thema. Das fühlt sich für mich nicht nach Arbeit an.“
Aktivieren auf Instagram
In Gesprächen mit Politikern und mit der Presse wolle die Organisation auf ihre Anliegen aufmerksam machen. „Wir haben viele Forderungen an die Regierung, die wir laut preisgeben möchten“, so Kunath. Deutschland müsse eine faire und nachhaltige wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Afrika fördern, Schuldenerleichterungen ermöglichen und afrikanische Staaten stärker in globale Entscheidungsprozesse einbinden, so nur einige Forderungen von „One“, die Amelie Kunath mit ihrer Arbeit unterstützt.
Ein Teil der Arbeit findet auf den Sozialen Netzwerken statt. Kunath hat deswegen ein Profil auf Instagram („ameliekunath.aktiv“). „Selbst wenn ich nur Bekannte und Freunde erreiche, kann ich aktivieren“, sagt sie. Ein Themenschwerpunkt ist für sie, die auch Mitglied bei der Organisation UN Women ist, die Geschlechtergerechtigkeit.
Politikerin wolle sie nicht werden, stellt sie klar. Ein Job bei der EU, einem Ministerium oder einer NGO wäre ein Wunsch. Solange will sie sich weiter einsetzen, etwa beim Plan Jugendnetzwerk – und natürlich bei „One“. Die Zeit bei der Organisation will sie nutzen, um auf die Erfolge von Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam zu machen. Denn oft ginge es um Dinge wie Radwege in Peru, mit vielen falschen Fakten, die im Internet kursieren. Lesen will Kunath da lieber von gesunkener Kindersterblichkeit und weniger HIV-Neuinfektionen, denn die Entwicklungszusammenarbeit zeige deutliche Erfolge, betont sie. Kunath ist sich schon fast sicher, nach einem Jahr bei „One“ noch ein weiteres zu absolvieren.