Leitartikel RHEINPFALZ Plus Artikel Warum der Wandel für Bad Dürkheim vor allem eine Chance ist

In der Therme sollen 2025 die ersten Badegäste entspannen.
In der Therme sollen 2025 die ersten Badegäste entspannen.

Im kommenden Jahr wird sich vieles ändern. Doch das bietet nicht nur Risiken, sondern auch viele Chancen. Gerade für Bad Dürkheim und Umgebung.

„Eigentlich möchte ich, dass alles so bleibt, wie es jetzt ist.“ Für jemanden, der in Bad Dürkheim oder den Verbandsgemeinden Wachenheim oder Freinsheim wohnt, ist dieser Wunsch nur zu verständlich. Die Strukturprobleme großer Städte oder abgehängter Landkreise sind bei uns nicht zu spüren. Doch der Wandel ist eine Konstante – überall. Entscheidend ist die Frage, ob es gelingt, ihn so zu gestalten, dass sich die Bürgerinnen und Bürger weiter gut aufgehoben fühlen. Das ist die wichtigste Aufgabe der großen, aber auch der „kleinen“ Politik. Die finanziellen Voraussetzungen sind vor allem in Bad Dürkheim viel besser anderswo. Die Kommunalpolitik hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von mutigen, aber nicht risikofreien Entscheidungen getroffen. Ob die dahinter stehenden Überlegungen richtig sind, ist (noch) nicht mit Sicherheit zu sagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Therme nach ihrer Fertigstellung 2025 funktionieren wird, aber ist groß. In weitem Umkreis gibt es nichts Vergleichbares. Voraussetzung für den Erfolg ist ein schlüssiges Betriebskonzept, das auf Qualität, aber auch Rentabilität zielen muss.

Die Brunnenhalle soll saniert und umgebaut werden.
Die Brunnenhalle soll saniert und umgebaut werden.

Mit Risiko ist auch der Umbau und die Sanierung der Brunnenhalle verbunden. Eine Stadt, in der Tourismus eine derart wichtige Rolle spielt wie in Bad Dürkheim, braucht eine funktionale, aber auch standesgemäße Anlaufstelle für ihre Gäste. Die gab es in den vergangenen Jahren nicht. Die Brunnenhalle soll diese Lücke füllen. Aber wird es gelingen, die erhofften Veranstaltungen und Kongresse in die Stadt zu holen? Ist ein Gastronom in einer Zeit, in der die Branche mit Problemen zu kämpfen hat, bereit, die geforderte Pacht aufzubringen? Was wird aus der Salierhalle? Mit Fragen wie diesen wird sich vor allem der neue Stadtrat befassen müssen, der im Juni gewählt wird.

Tritt ihr Amt an Neujahr an: Natalie Bauernschmitt
Tritt ihr Amt an Neujahr an: Natalie Bauernschmitt

Einen Wechsel im Rathaus gibt es bereits zu Neujahr. Mit Natalie Bauernschmitt übernimmt erstmals eine Bürgermeisterin die Geschicke der Stadt. Die großen Projekte, die unter Vorgänger Christoph Glogger geplant und begonnen wurden, erfolgreich zu Ende zu führen und trotzdem eigene Akzente zu setzen, wird ihre Herausforderung sein. Dabei gilt es, weiter in Kitas und Schulen zu investieren, die Sanierung der städtischen Wohnungen fortzusetzen und die Auswirkungen des Tourismus zu bedenken. Ein Parkleitsystem etwa ist überfällig, um den Verkehr gerade an Wochenenden besser zu steuern. Der Shared-Space-Gedanke aus dem Mobilitätskonzept und eine Neugestaltung des Bahnhofsumfelds sollten umgesetzt werden, um die Innenstadt attraktiv zu halten. Auch der Klimaschutz muss weiter zum politischen Tagesgeschäft gehören. Bauernschmitt hat dabei einen Vertrauensvorschuss verdient.

Der Wandel birgt nicht nur Risiken, sondern auch viele Chancen. Das gilt auch, aber nicht nur für Bad Dürkheim und Umgebung.

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