Bad Dürkheim Wachtenburg-Weinstube: Baldiger Baubeginn
Früher, schöner, größer hätte das Motto des Wachenheimer Neujahrsempfangs gestern lauten können. „So voll habe ich die Stadthalle noch nicht erlebt, und so schön geschmückt war sie selten“, sagte Stadt- und Verbandsgemeindebürgermeister Torsten Bechtel (CDU) zur Begrüßung der Wachenheimer und ihrer Gäste, darunter auch die regionale Politprominenz.
Nicht wie bisher im Frühjahr, sondern gleich im Januar fand der Empfang statt – als Einstieg ins doppelte Jubiläumsjahr Wachenheims. 1250 Jahre seit der Erwähnung im Lorscher Kodex und 675 Jahre Stadtrechte feiert man 2016. Früher gab es in diesem Jahr auch etwas zu trinken. Die Wachenheimer Landfrauen begrüßten die Gäste bereits am Eingang der Halle mit Jubiläumssekt oder Orangensaft. Wie die Wachenheimer vor 50 Jahren die 1200-Jahrfeier begingen, zeigte eine Diaschau, musikalisch untermalt von der Chorgemeinschaft MGV Wachenheim. Kernstück eines solchen Empfangs sind die Reden der Bürgermeister von Stadt und Verbandsgemeinde, in diesem Jahr erstmals in Personalunion von Torsten Bechtel. In seinem Rückblick auf das vergangene Jahr betonte er den großen Einsatz der Wachenheimer und ihrer Vereine für den Erhalt ihrer Kulturdenkmäler. Stellvertretend für viele ehrenamtliche Helfer erwähnte er Herbert Heim, der in den vergangenen 30 Jahren bei Einsätzen auf der Wachtenburg insgesamt mehr als einen halben Kilometer Stahlgeländer geschweißt hat. „Im Umgang mit Behörden lernt man Geduld“, sagte Bechtel, als er über Projekte sprach, die schon vor ein paar Jahren angestoßen worden waren, aber erst jetzt begonnen werden können. So ist, nachdem die Altstadt schon 2012 in ein Förderprogramm des Landes aufgenommen wurde, jetzt der erste Modernisierungsvertrag geschlossen worden. Bechtel zitierte aus einem Schreiben des Architekten-Ehepaars Naumann, das den Beginn der Bauarbeiten an der Weinstube Wachtenburg für März oder April ankündigt. Die Stadt hat derweil mit der Verschönerung des Amalie-Helfrich-Pfads begonnen. Als auf der Leinwand hinter Bechtel das Wort Supermarkt erschein, ging ein leises Stöhnen durchs Publikum. „Ich mache es heute kurz“, sagte er und landete einen Lacher. Eine Entscheidung zu diesem leidigen Thema sei Ende 2016 zu erwarten, so Bechtel. Beim Thema Vereine und Initiativen hob er die Arbeit der Flüchtlingshilfe hervor. In der Verbandsgemeinde sind derzeit gut 150 Flüchtlinge untergebracht, in der Stadt mehr als 80. In Wachenheim unterstützt eine Vielzahl engagierter ehrenamtlicher Helfer rund um Miriam Eckes sie beim Start in der neuen Umgebung. Umgekehrt haben Flüchtlinge sich bereits bei Projekten des Heimat- und Kulturvereins eingebracht. Bechtel plädiert zum derzeit alles bestimmenden Thema, mit Herz und Verstand vorzugehen. „Die Integration bei uns kann gelingen“, sagte er, mahnte aber auch mathematische Grenzen des Machbaren an. Zum Abschluss der gut einstündigen und mit viel Applaus bedachten Rede unterhielt der musikalische Nachwuchs das Publikum. Sophie Poser aus Gönnheim spielte ein Stück gemeinsam mit Jan-Henry Müller (Querflöte). Anschließend bewies Maxi Merkel ebenfalls am Flügel ihr Talent. Mit einem Grußwort der Weinprinzessin Ann-Kathrin schloss der offizielle Teil. (awg)