Bad Dürkheim / Frankenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Wachenheimer während Unwetter auf der B37 gefangen

Ein umgestürzter Baum blockiert Mitte August die B37.
Ein umgestürzter Baum blockiert Mitte August die B37.

Ein Ehepaar und weitere Verkehrsteilnehmer sind vor rund zwei Wochen zwischen Wachenheim und Frankenstein in eine missliche Lage geraten: 90 Minuten waren sie zwischen umgestürzten Bäumen eingesperrt.

Die Wachenheimer hatten den Abend Mitte August bei Freunden in Kaiserslautern verbracht. „Ich kannte die Wettervorhersage natürlich, aber als wir losgefahren sind, war der Himmel noch blau“, sagt der Ehemann. Also nahmen sie trotz der Unwetterwarnung den kürzeren Weg durchs Tal statt über die Autobahn. Kurz hinter Frankenstein brach das Unwetter gegen 20 Uhr los. Zwischen Frankensteiner Stich und Isenachweiher blockierte ein umgestürzter Baum die Fahrbahn. Die Wachenheimer setzten einen Notruf ab und drehten um, um über Neustadt nach Hause zu fahren. Kurz vor dem Ortseingang Frankenstein lag aber der nächste Baum – sie waren „gefangen“. Genauso ging es einer Gruppe von Motorradfahrern und einer Familie aus Frankfurt mit Baby. Der Wachenheimer sprach einen Feuerwehrmann aus Frankenstein an, ob dieser denn wisse, dass auch auf Dürkheimer Gemarkung Bäume umgestürzt seien und die Feuerwehr im Einsatz sei. Dieser verneinte, er wisse davon nichts. „Das hat mich schon nachdenklich gemacht. Keiner von uns hatte Angst, auch die Motorradfahrer und die Familie aus Frankfurt haben die Sache locker genommen. Aber ich habe mich schon gefragt, wie denn die Kommunikation in solchen Fällen läuft“, sagt der Wachenheimer.

Kaum Handyempfang

Der Bereich zwischen Ortsausgang Frankenstein und dem Isenachtal ist bei Unfällen für die Betroffenen umso problematischer, weil es dort kaum Handyempfang gibt. Erst im weiteren Verlauf sorgt der neue Mast auf dem Hahnackerkopf für Telekom-Kunden für ein Netz, die Kunden übriger Anbieter können wenigstens einen Notruf absetzen.

An dem Abend sei die Feuerwehr Bad Dürkheim kurz vor 20.30 Uhr alarmiert worden, sagt Sascha Schwenk, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur beim Kreis Bad Dürkheim. Ein Erkundungstrupp sei wenige Minuten später vor Ort gewesen und habe mehrere umgestürzte Bäume zwischen Papierfabrik und Frankensteiner Stich gemeldet. Daraufhin seien der Landesbetrieb Mobilität wegen der Sperrung der B37 in dem betroffenen Bereich, die Polizei und die Feuerwehr Frankenstein verständigt worden, weil die Bad Dürkheimer einen Baum auch auf Frankensteiner Gemarkung gemeldet hatten. Auch eine Radiomeldung wegen der Unpassierbarkeit der B37 sei erfolgt.

Wegen einfacher Hilfeleistung alarmiert

Ob die Wehren während eines Einsatzes miteinander kommunizierten, hänge von Art und Größe des Einsatzes ab. Bei großen Einsatzlagen könne eine Kommunikation auch über die Leitstellen in Ludwigshafen und Kaiserslautern erfolgen, erläutert Schwenk. In dem Fall sei die Wehr wegen einer einfachen Hilfeleistung – dem Entfernen von Bäumen auf der Fahrbahn, ohne dass Personen in Gefahr seien – alarmiert worden.

Der Bad Dürkheimer Wehrleiter Karlheinz Bayer bestätigt das. Die Zusammenarbeit mit der Frankensteiner Wehr sei gut, das habe sich etwa beim Großeinsatz im April 2022 gezeigt, als wegen Schneebruchs im gesamten Isenachtal Bäume umgestürzt waren und zahlreiche Autofahrer auf der B37 weder vor noch zurück konnten. Beim Unwetter Mitte August aber habe man eine weitere Kommunikation mit Frankenstein nicht für erforderlich gehalten. Den Unmut des Wachenheimer Paares könne er aber nachvollziehen, zumal in der RHEINPFALZ stand, dass keine Autofahrer zwischen den umgestürzten Bäumen „gefangen“ gewesen seien – was für die Bad Dürkheimer Gemarkung auch stimmte, nicht aber für die Frankensteiner.

Klappt die Kommunikation über die Kreisgrenze?

Mit zwei Fahrzeugen und sechs Personen war die Freiwillige Feuerwehr aus Frankenstein an dem Abend ausgerückt. Sie sei ebenso wie ihre Bad Dürkheimer Kollegen alarmiert worden, berichtet der Wehrleiter der Verbandsgemeindefeuerwehr Enkenbach-Alsenborn, Torsten Erlenbach, weil einer der Bäume noch auf Frankensteiner Gemarkung zu Fall gekommen war. Die Wehrleute hätten dann von beiden Seiten aus und durchaus grenzüberschreitend die Fahrbahn freigeschnitten. Ein solches Zusammenspiel verschiedener Feuerwehreinheiten, auch kreisübergreifend, sei absolut üblich, sagt Erlenbach, und funktioniere für die Einheiten der VG Enkenbach-Alsenborn in alle Richtungen gut.

Generell gehe es den Feuerwehrleuten immer darum, den Menschen zu helfen, egal wo. „Da gibt es kein ,Mein-Feuer-Dein-Feuer’“, betont der Wehrleiter. Wer die Feuerwehr in einer Notsituation von einer Landstraße aus anrufe, wisse ja meist selbst nicht genau, wo er sich befinde. „Die genauen Grenzen kennen doch nur wir“, sagt Erlenbach. Rücke dann einmal eine andere Wehr in fremdes Gebiet aus, gebe es ein kurzes Telefonat über die Einsatzzentralen. „Die sagen dann ,Wir sind jetzt bei Euch im Gebiet’ und ob sie Hilfe brauchen oder nicht“, sagt Erlenbach.

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