Bad Dürkheim Wachenheim wächst

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In den Prognosen ist Wachenheims Bürgermeister Torsten Bechtel ein bisschen vorsichtig geworden. Die ein odere andere vor zwölf Monaten angekündigte Baumaßnahme musste verschoben werden, etwa der „oft angekündigte Amalie-Helfrich-Pfad“. Dessen Sanierung soll nun im Januar wirklich starten. Die Aufträge sind bereits vergeben. Wo’s schnell gehen musste, hat es aber in Wachenheim auch schnell geklappt: Die Flüchtlinge in der Stadt und in der Verbandsgemeinde sind alle dezentral untergebracht worden. Container drohen wohl auch 2016 nicht, sagt Bechtel, der auch Verbandsbürgermeister ist.

In Wachenheim leben rund 80 Flüchtlinge, in der Verbandsgemeinde sind es rund 150. Die meisten Personen kommen aus Syrien, dann folgen Afghanen. Aus dem Balkan kommen immer weniger Menschen, beobachtet Bechtel. „Es sind sehr viele Familien hier“, sagt er. Das erhöhe nach seiner Einschätzung die Akzeptanz in der Bevölkerung. Der Bürgermeister hat nach eigener Aussage rund die Hälfte der hier lebenden Flüchtlinge persönlich kennengelernt. Überhaupt gebe es eine „gute Atmosphäre“ hier, sagt Bechtel, der besonders das Engagement von Miriam Eckes hervorhebt, die in der Stadt Wachenheim Flüchtlingstreffs und Sprachkurse organisiert. Eine Kriminalitätssteigerung hat es durch den Zuzug der neuen Wachenheimer nicht gegeben, sagt Bechtel deutlich auf Nachfrage. Übrigens: in der ganzen Verbandsgemeinde nicht. Ob alteingesessener Wachenheimer oder neuer Zuwachs aus Aserbaidschan – an der 2015 angelaufenen Stadtsanierung kann sich jeder erfreuen. Ziel des vom Land geförderten Programmes ist es, in den kommenden Jahrzehnten alte Gebäude zu sanieren. Als erste Privatmaßnahme wird die Sanierung der Weinstube Wachtenburg umgesetzt. Vor dem Abschluss stehen laut Bechtel aber Verträge mit drei weiteren Eigentümern: Das Alte Stadtschreiberhaus, ein Nebengebäude des Rettinger-Hauses und das Anwesen Ecke Langgasse/Bahnhofstraße sollen 2016 privat saniert werden. Von städtischer Seite wird der bereits erwähnte Amalie-Helfrich-Pfad saniert und das Eichhäusel „sollte“ 2016 auch soweit sein, sagt Bechtel. Sichtbare Baumaßnahmen werden auch Ende Februar am Turm der Simultankirche zu sehen sein: Dringend nötig ist die Renovierung des Dachstuhls. Die Kosten teilen sich evangelische, katholische und weltliche Gemeinde: rund 65.000 Euro. Bereits planmäßig abgeschlossen werden konnte die Sanierung einer Mauer an der Wachtenburg. Gekostet hat das etwa 10.000 Euro mehr als veranschlagt: 130.000 Euro. Ebenfalls fertiggestellt ist ein weiterer Stadtmauerabschnitt. 47.000 Euro hat das gekostet. Mit einer geringeren Landesförderungen als sonst, wie Bechtel betont. Rheinland-Pfalz steuert nur 10.0000 Euro bei. Es bleibe zwar bei der Förderhöhe von einem Drittel, allerdings werde nun anders gerechnet. Damit sind die stadteigenen Abschnitte saniert. Weitere Sanierungen, etwa bei Familie Manz, erfolgen nun mit Unterstützung der Stadtmauerinitiative erst einmal privat. Begüterte Neubürger bekommt Wachenheim vielleicht schon im neuen Jahr. 13 Häuser entstehen derzeit auf dem neuen Baugebiet am Pfortenstück, das möglicherweise 2016 komplett fertiggestellt wird. Von 650.000 Euro aufwärts kostet dort ein Haus. Luxuriöse Wohnungen entstehen derzeit in der Villa Böhm. Am Schwabenbach wird 2016 noch nicht gebaut, aber die Umlegung kann wohl begonnen werden. Eine Verödung der Innenstadt sei durch das am Rande gelegene Gebiet Schwabenbach aber nicht zu befürchten, sagt Bechtel. Im Gegenteil, es sei schwer für Familien, ein Haus in Wachenheim zu bekommen und die Stadt sei als Wohnort weiterhin gefragt. Um der Nachfrage der Gewerbetreibenden Rechnung zu tragen, braucht die Stadt laut Bechtel „dringend“ das Gewerbegebiet hinter dem Sportplatzgelände. Wachenheimer Eltern können sich über die Kita Pusteblume freuen. Nach den umfangreichen Ausbaumaßnahmen ist nun auch ein gemeinsam genutzter Teil von Kita und Schwimmbad fertig geworden. Wohl noch nicht fertig im kommenden Jahr wird die Gestaltung der nahegelegenen Schwimmbadwiese. Die Grünfläche soll nach und nach unter Einbindung von Vereinen und Gruppen gestaltet werden. Die Stadt hatte wie Bad Dürkheim mit seinem östlichen Kurpark auf eine Alla-Hopp-Anlage auf diesem Gelände gehofft, war aber bei der Bewerbung gescheitert (wir berichteten). Planmäßig fertiggestellt werden konnte der Ausbau der Schwetzinger Straße. 2016 nun endlich umgesetzt werden soll die Sanierung des Straßenbelags in der Altenbach. Nach Untersuchungen steht laut Bechtel nun fest, dass der Kanal nicht ausgetauscht werden muss. Neben allen Arbeiten werden die Wachenheimer in diesem Jahr aber das Feiern nicht vergessen. Wie bereits ausführlich und mehrfach berichtet, feiert die Stadt in diesem Jahr Doppeljubiläum. Es werden die Stadtrechte gefeiert – die gibt’s seit 675 Jahren – und die Ersterwähnung im Lorscher Codex – die liegt 1250 Jahre zurück. Höhepunkt des Feierjahrs ist der Festakt am 28. Mai in der Kulturscheune, anschließend wird es ein Straßenfest geben. Eingeläutet wird das Feierjahr am 24. Januar beim Neujahrsempfang der Stadt in der Stadthalle Wachenheim. (jpl)

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