Bad Dürkheim Wachenheim: Neurowissenschaftler Henning Beck über Lernen und das Gehirn

Wer häufig Kreuzworträtsel löst, wird darin besser, sagt der Neurowissenschaftler Henning Beck. Noch wichtiger sei aber, das Geh
Wer häufig Kreuzworträtsel löst, wird darin besser, sagt der Neurowissenschaftler Henning Beck. Noch wichtiger sei aber, das Gehirn ganzheitlich zu aktivieren.

Am Freitag ist Neurowissenschaftler Henning Beck ab 19.30 Uhr in der Wachenheimer Ludwigskapelle mit seinem Vortrag „Irren ist nützlich“ in der zu Gast. Für alle Abiturienten, die in diesen Tagen über den Klausuren brüten, hat er uns vorab schon ein paar Tipps verraten: „Zum einen kann man Prüfungen simulieren. Das nennt man Prognosetraining. Beispielsweise muss man zuhause unter Zeitdruck eine bestimmte Aufgabe lösen. Das haben die Engländer auch mit dem Elfmeterschießen vor der WM gemacht – und es dann ja auch gewonnen.“ Grundsätzlich sei beim Lernen Zeit ein wichtiger Faktor – zum Beispiel auch Schlafen. „Weil wir im Schlaf vor allem langfristige Erinnerungen aufbauen. Wenn man etwas nicht verstanden hat oder Sachen partout nicht abgespeichert werden wollen, kann man sich die auch noch mal vor dem Zubettgehen anschauen. Wir wissen, dass das, was man unmittelbar vorm Schlafen gehen anschaut, besser hängen bleibt“, sagt Beck. Das sei die Brechstange für den besonders kniffligen Lernstoff. In seinem Buch „Irren ist nützlich“ beschreibt der Forscher das menschliche Gehirn als etwa eineinhalb Kilogramm schweren Fehler. Das Gehirn sei gar nicht darauf ausgelegt, fehlerfrei zu sein. „Sonst wären wir auch nicht anpassungsfähig. Was in einem Moment ein Fehler ist, kann im nächsten Moment auch der Beginn von etwas ganz Neuem und Großartigem sein“, sagt Beck.

x