VG Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel VG-Verwaltung auf dem Prüfstand: Zu viel oder zu wenig Personal?

Derzeit sind in der Wachenheimer Verwaltung gut 40 Stellen besetzt. Aber reicht das auch aus?
Derzeit sind in der Wachenheimer Verwaltung gut 40 Stellen besetzt. Aber reicht das auch aus?

Wie viel Personal braucht eine Verwaltung wirklich? Darüber gibt es immer wieder Diskussionen. Berater Lars Pletscher kommt in Wachenheim zu einem klaren Ergebnis.

Eine gute Nachricht vorweg: Die Verbandsgemeindeverwaltung Wachenheim ist eine „sehr, sehr gute, leistungsstarke Verwaltung“, sagte Lars Pletscher. Der Leiter des Fachbereichs Innere Dienste, Organisation und Finanzen der Stadtverwaltung Bad Dürkheim ist zugleich Inhaber einer Kommunalberatung. Als solcher stellte er im Wachenheimer Verbandsgemeinderat jüngst die Personal- und Organisationsanalyse vor, die er für die Verwaltung erstellt hat.

In Auftrag gegeben wurde diese, „weil wir wissen wollten, ob wir am Puls der Zeit sind“, sagte Verbandsbürgermeister Torsten Bechtel (CDU). Schon bei der Umsetzung von „Gemeinde 2.0“, einem Verwaltungskonzept des Gemeinde- und Städtebunds Rheinland-Pfalz, sei die VG Wachenheim „Vorreiter“ gewesen. Nun wolle sie das auch bei dem Folgekonzept „Gemeinde 3.0“ sein, bei dem es um eine zeitgemäße und effiziente Verwaltung geht – und habe für die Analyse viel Arbeit und Zeit investiert.

Drei zusätzliche Stellen empfohlen

Zwei Verwaltungsbereiche hat Pletscher in seiner Untersuchung überprüft, die im Wesentlichen auf einem Gutachten des Landesrechnungshofs zum Personalbedarf von Verwaltungen basiert, aber auch auf Mitarbeiterbefragungen zurückgreift. Den Aufbau und die Ablauforganisation der Verwaltung nahm Pletscher in seiner Analyse besonders unter die Lupe. Sein Ergebnis: Bei der VG-Verwaltung Wachenheim sei die Zuordnung der Aufgaben zu den Fachbereichen „thematisch sinnvoll“. Das Modell Gemeinde 3.0 sei bereits erfüllt, lobte Pletscher. Allerdings gebe es noch einige Tätigkeiten, die „anders einsortiert“ werden sollten.

Laut Stellenplan hat die Verwaltung 44,03 Stellen, besetzt seien derzeit 40,72 Stellen. Dem Gutachten des Landesrechnungshofs zufolge benötigt die Verwaltung jedoch mehr: Die Rede ist von 46,63 Stellen. Pletscher empfahl, drei zusätzliche Stellen einzurichten: je eine in den Bereichen Digitalisierung und Personal, dazu je eine halbe zusätzliche Stelle für die Aufgabengebiete Tiefbau sowie Schulen und Kindertagesstätten. Einem Wunsch der Mitarbeiter – eine Erhöhung der Stellenzahl im Bereich Finanzen – widersprach der Berater jedoch. Hier sehe er keinen Bedarf.

Der zweite Schwerpunkt der Untersuchung lag auf der tariflichen Eingruppierung der Verwaltungsmitarbeiter. Weil die derzeitige Eingruppierung nicht den Vorgaben für die Tarifgruppen entspreche, empfahl Pletscher für 17 Stellen eine höhere Eingruppierung. Zwar gebe es auch vier Stellen, die je eine Entgeltgruppe zu hoch angesiedelt seien. Jedoch, fand Pletscher, sei es sinnvoll, dies erst bei einem Wechsel des Stelleninhabers zu ändern.

Lob für Personalplanung

In Sachen Personalplanung hatte Pletscher Lob für die Wachenheimer Verwaltung übrig: Der Verwaltungsleitung attestierte er eine „sehr vorausschauende“ Personalplanung. Ein „außergewöhnlich gutes Bild“ biete sich zudem bei der Altersstruktur der Mitarbeiter: Das Durchschnittsalter liegt bei 46 Jahren. Auch sei der Anteil der 30- bis 50-Jährigen relativ hoch. Dabei handele es sich um Mitarbeiter, die bereits Erfahrung haben, zugleich aber noch einige Jahre im Berufsleben stehen werden.

Die Verbandsgemeindeverwaltung Wachenheim sei ein attraktiver Arbeitgeber und tue einiges für ihre Mitarbeiter, fand auch VG-Chef Bechtel. Als Beispiel nannte er hochwertige Büroausstattung, etwa mit höhenverstellbaren Schreibtischen, und eine sehr gute digitale Ausstattung.

Gönnheims Bürgermeister Wolfram Meinhardt (FWG) kritisierte, dass die Bürgermeister der Ortsgemeinden nicht in die Erstellung der Analyse einbezogen worden seien, obwohl sie Teil der Verwaltung sind.

Kritisch äußerte sich auch Arnold Nagel (FWG): Er vermisse Aussagen, wie man die Effektivität der Verwaltung, etwa durch Outsourcing von Aufgaben oder durch Kooperationen mit anderen Verwaltungen, steigern könne. Auch erkundigte er sich nach Möglichkeiten der Prämienzahlung für Mitarbeiter. „Von Prämienzahlungen halte ich nichts“, so Pletscher. Ganz im Gegensatz zu einer anderen Idee: So sei die Gründung eines kreisweiten Zweckverbands für Ausschreibungen und Auftragsvergaben Thema der regelmäßigen Büroleiter-Besprechungen der Verwaltungen des Landkreises. Er sei „ein Freund“ eines solchen Zweckverbands.

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