Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Vermeintliches Zugunglück sorgt für Aufregung

Weil die Bahnstrecke gesperrt ist, konnte die Übung auf den Bahngleisen bei Wachenheim überhaupt erst stattfinden.
Weil die Bahnstrecke gesperrt ist, konnte die Übung auf den Bahngleisen bei Wachenheim überhaupt erst stattfinden.

Ein Zugunfall mit Verletzten: Dieses Szenario einer Großübung hat am Freitagabend 100 Einsatzkräften an der gesperrten Bahnstrecke bei Wachenheim alles abverlangt.

Freitag, gegen 18.30 Uhr: An der Bahnlinie zwischen Bad Dürkheim und Wachenheim herrscht bei Einbruch der Dunkelheit friedliche Stille. Eine Viertelstunde später ist hier buchstäblich der Teufel los. Die Wehren der VG Wachenheim üben im Zusammenspiel mit dem Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes und dem Notfallmanagement der Deutschen Bahn ihr Vorgehen bei einem Unfall mit der Bahn.

Im Einsatz sind 60 Personen von den Verbandsgemeinde-Wehren, 35 Personen der Sanitätsbereitschaft des DRK, 25 Statisten sowie der Notfallmanager der Deutschen Bahn mit seinem Team. Ausgesucht hat man diesen Ort für die Übung, weil auf dieser Strecke wegen der Bahndammsanierung kein Zug fährt und man mit der Übung nicht in den Bahnverkehr eingreifen musste.

Feuerwehr, DRK und Bahn-Notfallmanagement müssen sich bei dem Einsatz abstimmen.
Feuerwehr, DRK und Bahn-Notfallmanagement müssen sich bei dem Einsatz abstimmen.

Als Szenario war vorgegeben, dass ein voll besetzter Pkw von der Bahn erfasst worden ist. Die Insassen – darunter eine Schwangere und ein Rollstuhlfahrer – müssen ebenso wie der Pkw geborgen werden. Im Zug raucht es. Fünf Minuten nach der Alarmierung treffen als erstes zwei Löschfahrzeuge der Wehren Wachenheim und Friedelsheim-Gönnheim ein. Im Verlauf des knapp dreistündigen Übungsabends stehen vorneweg ein gutes Dutzend blinkende Einsatzfahrzeuge rund um die von aufgestellten Scheinwerfern hell erleuchtete „Unfallstelle“. Als erstes wird der Brand unter dem Zug gelöscht. Ein Feuerwehrmann weist die Zuginsassen an, möglichst zum Ende des Zuges zu gehen und sich damit vom Rauch zu entfernen. Dann gibt es grünes Licht für die Evakuierung.

Etwa 100 Meter vom Zug entfernt liegt ein Autowrack neben den Gleisen. Es ist bestückt mit vier Dummies als Insassen. Ein Feuerwehr-Team soll die darin eingeklemmten Insassen bergen. Von der Meldung des Zugführers hängt die Beurteilung ab, wie groß der zu erwartende Umfang des Schadenfalles sei, erklärt der Organisationsleiter des DRK-Kreisverbandes. Dementsprechend werden über die Rettungsleitstelle die Wehren und der Rettungsdienst alarmiert. Sie verschaffen sich als erstes einen Überblick. Weitere Rettungsteams folgen. Die Sanitäter haben die Aufgabe, die abseits der Gleise gelagerten Verletzten zu versorgen. Die geborgenen Zuginsassen, mit Kunstblut als Verletzte kenntlich gemacht, lagern am Bahndamm auf einem mit Flatterband abgesperrten Areal und warten auf Versorgung.

Angeblich wurde ein voll besetzter Pkw von einem Zug erfasst.
Angeblich wurde ein voll besetzter Pkw von einem Zug erfasst.

Etwa um 19.30 Uhr gibt es einen Überblick über die Anzahl der verletzten Personen. „30 Verletzte und fünf Schwerverletzte“, gibt der stellvertretende Wachenheimer Wehrführer Thomas Münch über Funk weiter. Gegen 21.30 Uhr können die Beteiligten zusammenpacken, vorbei ist der Übungsabend aber noch nicht: Es steht noch die Nachbesprechung im Wachenheimer Feuerwehrgerätehaus an.

Insgesamt hat das Zusammenspiel der verschiedenen Beteiligten – Wehren, DRK und Notfallmanagement der Bahn – bei dieser Übung gut geklappt, zieht der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Friedelsheim-Gönnheim, Maximilian Fischer, Bilanz. Zusammen mit dem Wehrleiter der VG-Feuerwehren Christian Schmidt hat er die Übung beobachtet und sich Notizen gemacht.

Bei einem realen Ereignis wären die knapp 100 Helfer angesichts einer so hohen Anzahl an Verletzten aber an die Grenzen gekommen. Man hätte Hilfe aus den Nachbarorten anfordern müssen. „Aufgabe erfüllt, aber bei den vielen Verletzten war das eine große Herausforderung“, lautet denn auch die abschließende Einschätzung der Feuerwehr.

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