Bad Dürkheim Verbandsgemeinde Wachenheim braucht Supermärkte

Gut versorgt – das sollen die Bürger der Verbandsgemeinde Wachenheim auch in Zukunft sein.
Gut versorgt – das sollen die Bürger der Verbandsgemeinde Wachenheim auch in Zukunft sein.

Langsam wird’s dringend: Die Verbandsgemeinde Wachenheim braucht weitere Supermärkte. Doch in Wachenheim wird immer noch einem Alternativstandort nachgetrauert. Während diese Debatte noch nicht ganz aus der Welt ist, droht Konkurrenz aus der Nachbarschaft.

Wer zum Einkaufen fährt, der schert sich nicht um Ortsgrenzen. Die Sorge, wo die Kaufkraft bleibt, treibt die Einkäufer nicht um. Genau das kann der Verbandsgemeinde Wachenheim nun zum Verhängnis werden. Und so bleibt bei der Diskussion um das Einzelhandelskonzept am Mittwoch in der Stadthalle neben den alten Diskussionen – Bischofsgarten oder Oberstnest – eine Erkenntnis: Während in der VG noch diskutiert wird, schreiten andere Kommunen bereits zur Tat.

Zum Einkaufen im anderen Ort

Dass Wachenheimer gerne mal in Deidesheim oder im Dürkheimer Bruch einkaufen, ist dabei nur ein Aspekt. Dringlicher erscheint momentan eine mögliche Supermarktansiedelung im Dürkheimer Fronhof. Wie mehrfach berichtet, überarbeitet die Stadt Bad Dürkheim derzeit ihr Einzelhandelskonzept. Darin enthalten: ein Standort für einen Markt im Fronhof. Wenn die Dürkheimer sich also beeilen, könnte das Supermarkt-Betreiber abschrecken, sich in Wachenheim zu engagieren, so die Sorge am Mittwoch. Der Supermarkt im Fronhof könnte größer ausfallen, als bisher angenommen. Derzeit ist nicht mehr nur von einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern die Rede, sondern von bis zu 1600. Doch schon die Ansiedelung selbst gibt zu denken. Planer Torsten Villinger, der das Einzelhandelskonzept für die Wachenheimer erstellt, gibt sich auf die Nachfrage von Friedelsheims Bürgermeister Peter Fleischer (FWG) wenig optimistisch: Natürlich gelte das Beeinträchtigungsverbot, sagt der Planer. „Das ist aber graue Theorie“. Der potenzielle neue Markt in Bad Dürkheim sei „nachteilig für Wachenheim“, sagt Villinger und ergänzt: „Schade, dass es so lange gebraucht hat.“ Dafür erhält er Applaus. Denn neben den Räten aus der VG sind auch annähernd 50 Bürger gekommen, die regen Anteil nehmen. Und wohl auch wissen: Seit Jahrzehnten wird in Wachenheim um die Standortfrage gerungen, das hat vieles verzögert. Dazu kamen zuletzt Verfahrensfragen, die den Prozess weiter aufhielten. Villinger empfiehlt den Wachenheimern, sich zu den Dürkheimer Plänen zu äußern. Sagt aber auch, dass es schwierig sei. „Die Kunden entscheiden selbst, wo sie hingehen. Es wäre schön, wenn man schon ein bisschen weiter wäre.“

Kaufkraftpotenzial groß genug

Uwe Siegrist (CDU-Mitglied im VG-Rat und im Stadtrat) formulierte einen Appell, doch endlich zum Zuge zu kommen: „Der Fronhof wird sich um uns nicht scheren, vielleicht baut Forst noch einen, wenn wir nicht in die Pötte kommen.“ Ratsmitglied Wolfgang Hick (Wachenheimer Bürgerliste) wollte vom Planer wissen, wie die Standorte einander beeinflussen oder auch einschränken können. Laut Villinger ist das Kaufkraftpotenzial groß genug für Bischofsgarten, den Rewe und für den Markt zwischen Friedelsheim-Gönnheim. „Planungsrechtlich gibt es keinen Widerspruch“, sagte Villinger. Er könne aber nicht leugnen, dass Betreiber Konkurrenz auch über Grenzen hinaus denken. Und nannte wieder den Fronhof. Aber auch zwischen den geplanten Märkten in Wachenheim und in Friedelsheim-Gönnheim gebe es eine Wechselwirkung. Wäre Friedelsheim schon da, dann hätte er keine Bedenken für Wachenheim, sagt Villinger. Wie es andersrum aussieht, lässt er offen: „Ich kann nicht in Köpfe hineinschauen“, sagt Villinger, verweist aber auch auf das Interesse der Marktbetreiber an beiden Standorten. Wie lange es dauern werde, fragt Frank Mehlmer (Wachenheimer Liste). Planungssicherheit könne es in einem Jahr geben, sagt Villinger, Unwägbarkeiten einmal nicht bedacht. Aber nur wenn eben in der VG Einigkeit besteht. Die anwesenden Bürger kichern ein bisschen. Zitiert —„Ich erspare allen mal die Diskussion 25 Jahre vorher.“ Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) in seinen einleitenden Worten, um Kürze bemüht.

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