Bad Dürkheim / Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Ungewöhnlicher Brand im winterlichen Wald

Als Knut Bruckbauer zu seinem Holzplatz kam, rauchte es noch.
Als Knut Bruckbauer zu seinem Holzplatz kam, rauchte es noch.

Mitten im Wald gelagertes Holz geht am Montag in Flammen auf. Der Besitzer geht von Brandstiftung aus und hofft, dass der Vorfall nicht der Beginn einer Serie ist.

„Ärgerlich“ findet Knut Bruckbauer das, was ihm am Montag um die Mittagszeit passiert ist. Da war der Wachenheimer, der unter anderem ehrenamtlich als Kitzretter tätig ist, vom Förster angerufen worden. Die Nachricht: Bruckbauers Birkenpolter im Wald zwischen Hammelsbrunnen und Lambertskreuz sei in Flammen aufgegangen. Weil er als Jagdaufseher einst in einem Revier in Bad Dürkheim tätig war, hatte Bruckbauer hier immer ein paar Ster Birkenholz gelagert.

Alarmiert vom Anruf des Försters habe er seinen Hund eingepackt und sei ins Revier gefahren, erzählt Bruckbauer. Als er ankam, musste er feststellen: „Es raucht noch.“ Weil er für seinen Hund immer einen Kanister und Plastikflaschen mit Wasser im Auto habe, habe er den Brand löschen wollen. „Da lag eine Menge Totholz, wer weiß, was passiert wäre“, sagt Bruckbauer. Weil das Waser nicht ausreichte, sei er zum Hammelsbrunnen gefahren. „Ich habe dreimal aufgefüllt, bis alles aus war“, so Bruckbauer, der Schatzmeister in der Kreisgruppe der Jäger Bad Dürkheim/Neustadt ist.

Die Bilanz: Zwei Bäume müssen vom Forst gefällt werden. Die gelagerten Birkenstämme, Wert laut Bruckbauer: rund 600 Euro, waren nur noch Asche.

Forstamt erstattet Anzeige

Das Dürkheimer Forstamt hat am Dienstag Anzeige erstattet. Auch Bruckbauer hat das vor. Er tippt auf Brandstiftung. Bei minus acht Grad im nächtlichen Wald könne ein Feuer nach seiner Einschätzung nur mit Brandbeschleuniger entstanden sein. „Wir hoffen, das ist kein Beginn einer Serie.“

Frank Stipp, Leiter des Dürkheimer Forstamts, spricht von einem „ungewöhnlichen Vorgang“. Bei der aktuellen Witterung kann auch er sich nicht vorstellen, dass das Feuer ohne menschliche Beteiligung entstanden sein könnte. Schließlich sei es kalt, der Boden durchfeuchtet. „Da entstehen natürlicherweise keine Waldbrände.“ Das Forstamt stehe vor einem sehr seltenen Fall, so etwas sei viele Jahre nicht vorgekommen. Wenn so etwas im August passiert wäre, wäre ein flächiger Waldbrand entstanden, schätzt Stipp.

Jäger loben Belohnung für Hinweisgeber aus

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Für einen Zusammenhang zu anderen ungeklärten Bränden wie dem Feuer im Odinstal am 18. Januar zwischen Wachenheim und Forst gebe es keine Hinweise. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagt Daniel Mischon, Sprecher der Dürkheimer Polizei.

Die Polizei bittet um Hinweise unter Telefon 06322 9630. Die Jäger haben zur Aufklärung des Schadens eine Belohnung von 50 Wildbratwürsten ausgelobt, für Vegetarier gibt es einen entsprechenden Geldbetrag.

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