Bad Dürkheim Um ihren Stammbaum ranken Reben
Nach zwei Jahren ist am Samstagabend die Amtszeit von Luisa Münch zu Ende gegangen. Gemeinsame Weinprinzessin von Friedelsheim und Gönnheim ist nun Sarah Krebs. Vereinsvertreter, Freunde und ein knappes Dutzend anderer Hoheiten kamen zum Thronwechsel in die Friedelsheimer Schwabenbachhalle.
Dass Luisa I. einen tollen Job gemacht hat, darüber waren sich sowohl die beiden Ortsbürgermeister von Friedelsheim und Gönnheim, Peter Fleischer und Wolfram Meinhardt, als auch der Vorsitzende der vereinigten Bauern- und Winzerschaft beider Orte, Klaus Weber, einig. Am Anfang sei sie „extrem aufgeregt gewesen“, bekannte Luisa im Rückblick. Sie habe aber mit der Zeit gelernt, ihre Termine zu genießen. Gerne erinnerte sie sich an die Eröffnung der Gönnheimer Weintage 2014, die genau in die Halbzeitpause des WM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich passte. „Eine aufregende und nicht immer stressfreie Zeit“, bilanzierte Luisa. Aber auf „gar keinen Fall“ hätte sie diese Erfahrung missen möchten. Ihre Kolleginnen aus Ellerstadt, Isabelle Krückel, und Wachenheim, Ann-Kathrin Renfer, bedankten sich bei ihr für die „schöne gemeinsame Zeit.“ Eindruck machte Sarah Krebs mit ihrer vergleichsweise langen und frei gehaltenen Antrittsrede. Gute zehn Minuten plauderte sie über ihren weintechnisch gesehen lupenreinen Stammbaum und ihre Hobbys. Die 19-Jährige macht gerade eine Winzerlehre und will nach deren Beendigung Weinbau und Önologie in Geisenheim studieren, um später in den elterlichen Betrieb zurückzukehren. Lacher vom Publikum erntete die ungekünstelt wirkende Sarah mit der Bemerkung, dass sie „eigentlich was ganz anderes“ habe machen und schon gar nicht Weinprinzessin habe werden wollen. Erst als sie selbst vor wenigen Jahren mit dem Weintrinken angefangen habe, habe sich ihre Sicht geändert. Klaus Weber nutzte das Hobby der Friedelsheimerin – sie ist DLRG-Schwimmerin – zu einem Vergleich: Im Weinfach sei sie „längst über den Jugendschwimmer hinweg“ und in der Lage, Weinwissen weiterzugeben. Er hege die Hoffnung, dass eine der nächsten Weinprinzessinnen auch mal aus Gönnheim komme, sagte Weber mit Blick auf die drei bisherigen „Gemeinsamen“, alle drei sind nämlich in der Friedelsheimer Hauptstraße aufgewachsen. „Sie sind unsere besten Botschafter“, lobte Verbandsbürgermeister Torsten Bechtel. Der als „Dürkheimer Barde“ bekannte Reinhard Brenzinger unterhielt unter anderem mit einem Kurt Dehn Klassiker, der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Friedelsheim/Gönnheim hatte den Abend eröffnet. (mkö) Zitiert „So viel Hoheiten und ich, ist das nicht ein schönes Bild?“, Peter Fleischer zu „Hoffotograf“ Jürgen Schreiber.