Fussball
TuS Friedelsheim in der Krise
Der TuS Friedelsheim unterliegt in der A-Klasse Rhein-Mittelhaardt bei Aufsteiger FV Heiligenstein mit 3:6 (1:4). Eine Krise ist nach der vierten Niederlage im vierten Spiel nicht mehr zu leugnen. „Eigentlich haben wir ganz gut angefangen, aber das hielt nicht lange an“, sagt der Friedelsheimer Spielertrainer Nicolas Wrede. Doch als die Gäste zu passiv agierten und eine Flanke nicht verhinderten, ging Heiligenstein in Führung (12.). Diesen Treffer steckte der TuS noch weg, denn nach einem der besten Angriffe gelang Fabian Hoffmann auf Vorarbeit von Brian Burger das 1:1 (21.).
Die Reaktion auf diesen Ausgleich hätte schon zu denken geben müssen. „Darüber wurde sich kaum gefreut. Irgendwie war kein Leben auf dem Platz“, schildert der Coach das Verhalten. Nur zwei Minuten später gelang dem FVH nach einem lang geschlagenen Ball und einem Chip über die Abwehr die erneute Führung.
„Wir haben uns gegenseitig angepflaumt, jeder sucht die Fehler beim Mitspieler. Selbstkritik gibt es kaum“, spricht Wrede ein Manko an. Spielentscheidend war der Doppelschlag kurz vor der Pause (41., 45.), mit dem die Platzherren auf 4:1 davonzogen. Die Begegnung schien bereits frühzeitig entschieden. Da spielt es auch keine Rolle, dass beide Treffer laut Wrede zumindest stark abseitsverdächtig gewesen seien. Stehenbleiben und den Arm zwecks Reklamation zu heben, ist dennoch nicht die richtige Reaktion. Die Gelb-Rote Karte für Giovanni Quagliata (53.) verstärkte die Vermutung, dass es einen bitteren Nachmittag geben würde.
Doch urplötzlich war Friedelsheim wieder da und kam trotz Unterzahl auf ein Tor heran. Zunächst spielte Aleksander Gajic den Ball in den Rückraum, wo Can Hassan zum 2:4 traf (55.), dann nutzte Gajic ein Zuspiel Wredes mit einem 20-Meter-Schuss zum 3:4-Anschlusstreffer (64.). „Wir hatten die Chance zum Ausgleich und hätten noch etwas holen können“, beschreibt der Übungsleiter diese Phase. Die Gäste schnupperten am Unentschieden, doch ergab ein Sonntagschuss der Heiligensteiner das 5:3 (78.). Der endgültige Genickbruch war die Gelb-Rote Karte für Ilyas Rafia wegen Meckerns (85.). In der Nachspielzeit schossen die Einheimischen noch das sechste Tor (90.+3).
„So wie man trainiert, so spielt man auch. Wenn es nicht bald klick macht, wird es schwer“, ist sich Wrede sicher. Auch der Ausfall von acht Akteuren aus unterschiedlichen Gründen ist keine Erklärung. 19 Gegentore in den letzten drei Partien sind alarmierend. Am Mittwoch, 19.30 Uhr, gastiert der TuS in der ersten Kreispokalrunde beim Ligarivalen TuS Maikammer. Dem war man kürzlich im Punktspiel 1:7 unterlegen. Dort auszuscheiden ist keine Schande, wenn die Art und Weise des Auftritts stimmt. Vielleicht kann die Mannschaft an einem Strang ziehen und unabhängig vom Resultat quasi einen „Neustart in die Saison“ hinlegen. An der Qualität wird es eher nicht scheitern.