Bad Dürkheim „Tischlein-deck-dich“ macht neue Tafelrunde

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In der örtlichen Gastroszene zeichnet sich eine neue Runde „Tischlein-deck-dich“ ab. Noch in diesem Monat will der „Admiral“ in Weisenheim am Berg neu eröffnen, nach dem Wurstmarkt macht auch das Seebacher „Rebstöckel“ wieder auf. Die Neuverpachtung der „Brasserie“ am Dürkheimer Römerplatz steht wohl kurz vor der Entscheidung. Und schon jetzt steht fest, dass das Ehepaar Thyssen im kommenden Frühjahr vom Dürkheimer „Weinrefugium“ ins Freinsheimer „Café Rathaus“ wechselt.

Rechtzeitig zur „Winzertafel“ am Wochenende 23./24. August wird in der Weisenheimer Hauptstraße der neue „Admiral“ seine Pforten öffnen. Holger Stehr und seine Frau Martina Krämer-Stehr wagen nach Stationen unter anderem in den Tophäusern „Deidesheimer Hof“ und „Ketschauer Hof“ in Deidesheim den Schritt in die gemeinsame Selbstständigkeit. Den Kochlöffel schwingt der 48-jährige Pfälzer Stehr als Patissier und Koch, seine 31 Jahre alte Frau, gebürtig aus dem Saarland, ist Sommelière und zeichnet für den Service verantwortlich. Zurzeit wird das Restaurant, dessen Traditionsnamen die neuen Inhaber beibehalten werden, einem „Facelifting“ unterzogen. Was bleibt, sind 38 Plätze, die durch neue Möbel flexibler im Raum verteilt werden können als früher. Was auch bleibt, ist gehobene Gastronomie, die bei Stehrs als moderne mediterrane Landhausküche daherkommen soll. Nach Weisenheim kam das Ehepaar über Holger Stehrs alte Bekanntschaft zu Bernd Wehrum, ihrem Verpächter, dem Stehr vor vielen Jahren schon mal ausgeholfen hatte, als dieser das Restaurant noch selbst betrieb. Zuletzt hatte Alexander Hundt den „Admiral“ geführt, sein Pachtvertrag endete im Juli vergangenen Jahres. Im „Rebstöckel“ wird Heiner Altvater nach dem Wurstmarkt in die Fußstapfen seines Vaters Valentin treten: Nach dem vorzeitigen Ausscheiden von Markus Spötzl, der im Juli 2011 gut ein halbes Jahr vor Ende seines Pachtvertrags zugesperrt hatte, und dem nur gut einjährigen Zwischenspiel der Familie Speeter steht das Traditionslokal in Seebach jetzt seit genau einem Jahr leer. Und nachdem er keinen Nachfolger nach seinen Vorstellungen gefunden habe, will der knapp 58-Jährige sozusagen den Laden selber schmeißen: Der gelernte Winzer sattelt zum Wirt um. Er selbst übernimmt den Ausschank, die Mannschaft für Küche und Service habe er bereits beisammen. Das Konzept bleibt dem väterlichen Erbe treu: eine Pfälzer Weinstube mit gutbürgerlicher Küche und schöner Weinkarte zu erschwinglichen Preisen hat Altvater im Sinn. Auch in der „Brasserie“, einst Aushängeschild der Dürkheimer Gastronomie, „geht die Gastronomie weiter“. Dies kündigte gestern Rita Reutner an, Geschäftsführerin der Herrmann Holding GmbH, einer Dürkheimer Vermögensverwaltung, die das Gebäude vor anderthalb Jahren übernommen hat. Sie hatte das Lokal bereits an „Römer“-Sohn Giovanni Emanuele verpachtet, der mit seinem „Amaro“ im Cafe-Bistro-Stil nach kaum einem Jahr im vergangenen Dezember gescheitert war. Aus verschiedenen Bewerbungen, die der Eigentümerfirma vorliegen, stünden mittlerweile zwei in der engeren Auswahl, die jedoch unterschiedliche gastronomische Ansätze verfolgten, sagte Reutner, die ihre persönlichen Präferenzen auf Nachfrage aber positionierte: „Wir würden schon gerne wieder etwas Hochwertiges anbieten. Es soll den Römerplatz aufwerten.“ Mit anspruchsvoller Küche hat auch das „Weinrefugium“ sich einen guten Namen über Bad Dürkheim hinaus gemacht. Nun wollen sich Markus und Monique Thyssen nach sieben Jahren verändern – allerdings erst im kommenden Frühjahr. Bis Ende Februar haben sie Vertrag in ihrem schmucken Restaurant in der Gerberstraße, zum 1. Mai wollen sie das „Café Rathaus“ in Freinsheim übernehmen. „Wir machen demnächst zwar mal 14 Tage Urlaub, aber danach sind wir vorerst weiterhin im ,Weinrefugium’“, baut die 38-jährige Wirtin anderweitigen Gerüchten vor. Der Wechsel geschieht aus rein privaten Gründen, nämlich mit Blick auf ihre fünf Jahre alte Tochter, die dann in die Schule kommt. Und da beide Eltern im Lokal tätig sind, sind die Arbeitszeiten nicht gerade familienfreundlich, sagt die Mutter. Zum Café Rathaus, aus dem sich Eva Schneider in ihren früheren Sozialberuf zurückzieht, hat das Paar eine besondere Beziehung: Monique Thyssen ist in Freinsheim aufgewachsen, ihr Mann Markus (42) hat bei Schneider schon als Koch gearbeitet. Und: Beide haben sich dort kennengelernt. Am Caféhaus wollen sie festhalten, „aber wir dürfen auch mehr machen“, deutet Monique Thyssen an, dass das Haus ab Mai auch wieder eine kulinarische Note bekommen wird. Fürs „Weinrefugium“, für das das Weingut Karst letzte Woche eine erste Annonce geschaltet hat, gibt es noch keine Nachfolger. Er habe zwar schon Interessenten, so Uli Karst auf Nachfrage, aber er sondiere noch den Markt. Ist ja auch noch ein gutes halbes Jahr Zeit... (gww/psp)

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