Bad Dürkheim SV 1911 wieder kalt erwischt
Bad Dürkheim (hör). Es hat nicht sollen sein. Nach einer 1:2-Heimniederlage gegen den VfB Iggelheim bleibt der SV 1911 Bad Dürkheim noch immer ohne Sieg und damit Tabellenletzter der Bezirksliga Vorderpfalz.
Zwar zeigte das Team von Trainer Jens Andrä beim Kellerderby streckenweise ein engagiertes Spiel, Abspielfehler und schlechtes Stellungsspiel rächten sich jedoch bitter. Am Ende standen die Kurstädter mit leeren Händen da. Die Trauben hingen einmal mehr zu hoch. Noch vor der Partie hatte sich Andrä optimistisch gezeigt. Zunächst tippte er das Ergebnisgenau umgekehrt, und er hatte erklärt: „Wir haben die ganze Woche Gespräche geführt und ich sehe, dass die Jungs heute eine gute Einstellung mitbringen.“ Großes Handicap jedoch: Dem Trainer standen nur 13 Spieler zur Verfügung, drei Kicker (Budic, Cosgun und Fabian) mussten krankheits- und berufsbedingt absagen. Ein „Beschwörungskreis“ der Spieler kurz vor dem Anpfiff sollte dennoch den eisernen Willen dokumentieren und den Kameradschaftsgeist wecken. Doch es kam anders als geplant. Schon in der dritten Minute erwischte es die Dürkheimer kalt. Der Tabellennachbar aus Iggelheim blockte die ersten Angriffe der Hausherren schon kurz hinter der Mittelinie, einen schneller Konter der Gäste schloss Florian Gauer mit dem 1:0 für die Gäste ab. Dabei wirkte die Dürkheimer Abwehr etwas desorientiert. Was nun das Konzept des SV 1911 schon früh auf den Kopf stellte. Wieder einmal rannte man einem Rückstand hinterher. Nachdem Iggelheims Kevin Nowak Mitte der ersten Halbzeit knapp das Dürkheimer Gehäuse verfehlte, kamen die Hausherren doch etwas besser ins Spiel und zeigten allmählich einen couragierteren Auftritt. Nach einer Viertelstunde helle Aufregung: Die Dürkheimer forderten Elfmeter,, als ein Iggelheimer im eigenen Strafraum ein offensichtliches Handspiel beging, das Schiedsrichter Luca Hartmut Weis jedoch nicht ahndete. „Der Oberarm ging klar zum Ball“, monierte Jens Andrä. Der SV steckte nicht auf, baute in der Folge mehr Druck auf und zeigte zusehends Zug zum gegnerischen Tor. Mitte der ersten Hälfte verfehlte Sinan Weber nur knapp das Gehäuse der Gäste. Das Spiel beider Teams wurde jetzt körperbetonter, Schiri Weis ließ aber vor allem auf Iggelheimer Seite so einige grenzwertige Aktionen durchgehen. Die erste von fünf Gelben Karten des Spiels sah jedoch ein Dürkheimer. Weber hatte sich mit einem kurzen Kommentar zum Leistungsvermögen des Unparteiischen geäußert. In der zweiten Hälfte drängte der SV 1911 verstärkt auf den Ausgleich, doch manche Aktionen wirkten überhastet, die klare Linie fehlte. Zudem waren die Akteure des VfL Iggelheim oft einen Tick schneller. Zehn Minuten nach der Pause verletzte sich zudem Dürkheims Kevin Przyklenk, musste von Yilmaz Cil ersetzt werden. Dieser wurde in der 75. Minute im Strafraum der Iggelheimer gefoult, Weber verwandelte den fälligen Elfmeter zum 1:1-Ausgleich. Cil jedoch musste die Partie verletzt wieder verlassen. Die Hoffnung auf zumindest einem Punktgewinn zerstob kurz vor Spielende. In der 87. Minute erzielte der eingewechselte Marco Deutsch nach einem krassen Stellungsfehler der Dürkheimer Abwehr den Siegtreffer für den VfB Iggelheim. „Ein Unentschieden wäre gerechter gewesen, es hätte sogar anders herum ausgehen können“, bilanzierte Trainer Jens Andrä. Nach dem Abpfiff rissen die Iggelheimer erleichtert und glücklich die Arme hoch, die dezimierten Dürkheimer hingegen warten nach wie vor auf den ersten Dreier in dieser Saison. (hör)