Bad Dürkheim Strom sparen mit Blick nach oben

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Große Aufgabe für ein kleines Team: Oliver Decken und Isa Scholtissek sind seit einem halben Jahr die Ansprechpartner im Kreishaus, wenn es um Fragen der Energiewende geht. Der Diplom-Ingenieur und die Öffentlichkeitsarbeiterin bilden ein Regionalbüro der rheinland-pfälzischen Energieagentur. Sie wollen Kommunen in der Region „Mittelhaardt und Südpfalz“ beim Energie sparen und Energie gewinnen helfen. Morgen trifft sich erstmals ein neuer Beirat zum Thema.

Strom sparen – das kann mit einem Blick nach oben anfangen. So geschehen in der Wachenheimer Verwaltung. Die Energiesparröhren in den Büros entsprechen nicht mehr den aktuellen Anforderungen ans Sparen, stellten die Mitarbeiter fest. Helfen soll nun die Energieagentur, die durch die Broschüre „Wir sparen Strom“ auf sich aufmerksam gemacht hat. Dort haben Decken und Scholtissek – basierend auf den Erfahrungen der ersten Monate – verschiedene Möglichkeiten des Stromsparens aufgezeigt. Vorträge, Informationsmaterial und Kontaktpflege sollen beim Weg hin zur Energiewende helfen. Dabei sollten sich Kommunen idealerweise mehrere Wochen Zeit nehmen und verschiedene Angebote kombinieren, um ein Bewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen. Natürlich kann jede Kommune das Strom sparen genau an ihre Bedürfnisse anpassen. Im Fall Wachenheim kommt nun erst mal Isa Scholtissek vorbei, um mit den Mitarbeitern eine Stromspar-Strategie zu erarbeiten. Die Hoffnung: Mit LEDs sollen 40 Prozent der Stromkosten gespart werden. „Das wäre schon eine Hausnummer“, findet Bauamts-Chef Stefan Schneider. Sollte das Sparprogram aufgehen, will die Verwaltung das Konzept auf die Bürgerhäuser der Gemeinden übertragen. Einziges Problem: Schlotissek darf nur bis zu einem gewissen Grad unterstützen – etwa beim Beantragen von Fördergeldern helfen – einen bestimmten Anbieter empfehlen darf sie nicht. Alternativ müsste die VG mit einem Planungsbüro arbeiten. Das war auch laut Schneider bisher der Weg, den Verwaltungen in diesen Fragen gehen mussten. Wir sind neutral, betonen Decken und Scholtissek. Produktempfehlungen sind für sie tabu, aus politischen Diskussionen halten sie sich raus. Gut so, findet Decken. Der oft sehr emotional geführte Debatte um Windräder im Pfälzerwald etwa begegnet er mit Sachlichkeit. Das Thema werde sicher jetzt nach den Kommunalwahlen wieder sehr präsent werden. Bei der Arbeit unterstützen soll sie künftig ein 20-köpfiger Beirat. Mitglieder von Bauern- und Winzerverband, aus der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer, den Stadtwerken und natürlich den Landräten sollen sich künftig zweimal im Jahr treffen und die wichtigsten Themen beraten. Der Dürkheimer Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld sieht den Beirat vor allem als „Ratgeber“ für das Regionalbüro. „Der Beirat soll die Agentur in der Region verankern“, so Ihlenfeld. Durch die Absprachen sollen zudem „Doppelzuständigkeiten“ vermieden werden. Viele Vorträge und Veranstaltungen sollen aber auch das Sparen im Kleinen unter die Leute bringen. So können sich Schüler Strommessgeräte bei der Energieagentur ausleihen und auf die Suche nach Stromfressern gehen. Die Caritas, die Landfrauen, die Evangelische Landeskirche – sie alle haben bereits um Unterstützung gebeten. Die Energiewende geht jeden was an, dementsprechend ist die Auslastung bei den beiden Energieexperten, die sich als „mittlerweile etabliert“ betrachten. Der Arbeitstag mit vormittäglichem Arbeiten am Schreibtisch, nachmittäglichen Terminen und abendlichen Vorträgen ist inzwischen dicht. Inzwischen sei auch den Verwaltungen klar, dass sie mit ihren Problemen zu ihnen kommen könnten, die Experten mit Netzwerken und Kontakten weiterhelfen können. Die Energieagentur beteiligt sich an der Aktionswoche „Die Energiewende im Land erleben“. Vom 20. bis zum 27. September werden Projekte vorgestellt. Mit dabei in der Region: der Abfallwirtschaftsbetrieb mit der Friedelsheimer Deponie und die Stadtwerke mit dem Holzhackschnitzel-Kraftwerk. Bei Letzterem steht dann wohl das nächste Thema im Fokus, dessen sich die Energieexperten annehmen wollen: Wärme. (jpl)

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