Bad Dürkheim
Streetfood-Festival: 30 Stände locken mit Burritos, Bratwurst und Fufu – mit Bildergalerie
Ob Burrito, Bruschetta, Burger oder Bratwurst – die Entscheidung für eine Speise fällt manchmal durch den Duft, der einem gerade in die Nase zieht. Bei sommerlicher Hitze spazieren die Besucher des Streetfood-Festivals an der Saline den Rundkurs mit 30 Foodtrucks sowie Essens- und Getränkeständen entlang. „30 Grad, da kommen die Leute erst, wenn die Temperaturen am späteren Nachmittag etwas runtergehen“, sagt das Servicepersonal am koreanischen Imbiss. „Die Hitze staut sich auch auf dieser Schotterpiste“, findet ein Besucher.
Doch viele Freundinnen und Freunde besonderer kulinarischer Genüsse liefen mit großer Neugier umher. An den internationalen Ständen gab es auch viel Exotisches zu entdecken, Salziges wie auch Süßes. Burritos und Tacos bei „Tex-Mex“, ein Wagen mit ungarischen Langos, nebenan werden süße Poffertjes, eine niederländische Gebäckspezialität, angeboten, und am „Grill House“ lockt der Duft von Rostbratwurst und Steak.
Großer Bruder der Kartoffel
Ganz besondere Leckereien bietet die afrikanische Küche von Binta und Anii. Dazu gibt es – mit einem gewinnenden Lächeln – viele Informationen über die Speisen. „African food homemade“, steht in großen Lettern an dem Verkaufswagen. Man glaubt es sofort, wenn man den beiden bei der Zubereitung zusieht. Angeboten wird auch Fufu. „Das sieht aus wie ein großer Bruder der Kartoffel, aus der man einen Brei aus Maniok und der Gemüseart Yam zubereitet“, erklärt Anii. Dazu werde Okra serviert, ein Gemüse, das einer kleinen Gurke ähnele. Das Ganze werde dann zusammen mit einer Kochbananen-Erdnuss-Sauce serviert.
„Das Gericht aus der traditionellen afrikanischen Küche essen wir in meiner ursprünglichen Heimat Benin in Ostafrika“, sagt Anii, der längere Zeit im Saarland gelebt und dort früher Fußball gespielt hat, wie er berichtet. „Auch mit Rind- und Hühnerfleisch kochen wir dieses Essen“, fügt Binta hinzu, während sie in einem großen Kessel rührt. „Wir bereiten diese Speise getrennt in verschiedenen Töpfen für Vegetarier und Fleischesser zu“, sagt Binta, die aus dem westafrikanischen Guinea nach Deutschland gekommen ist. Jetzt leben beide in Regensburg und sind das erste Mal in Bad Dürkheim.
Am koreanischen Stand gibt es Mangu, eine krokettenartige Teigspeise in süßer und auch scharfer Variante mit Chili-Soße. „Die Schärfe ist aber am europäischen Geschmack ausgerichtet“, erklärt Donghyun Kang. „Wir haben erst im vergangenen Jahr mit Streetfood angefangen“, berichtet sein Vater Soonho Kang. „Und wir sind noch nie in Bad Dürkheim gewesen.“ Thomas dagegen ist mit seinem Softeis-Stand schon mehrfach beim Streetfood-Festival in der Kurstadt gewesen. „Das war immer eine tolle Veranstaltung, ich habe hier nur positive Erfahrungen gemacht“, lobt er. Am Nachmittag ist der Andrang bei ihm noch überschaubar. Er nimmt das gelassen. „Man muss manchmal etwas Ausdauer und Geduld haben“, sagt Thomas und lacht.
Teigtaschen mit Hähnchen
Südamerikanisches Essen gibt es bei Michelle und Luis: den Bruschetta-Spieß aus Hähnchenfleisch, traditionelle Arepas-Maisfladen, Knoblauchsauce und Salat. „Das ist ein Rezept aus Kolumbien, wo wir herstammen“, berichtet Michelle. Lateinamerikanisches wird auch am Stand gegenüber verkauft, etwa brasilianische Teigtaschen mit Hähnchenfleisch, was einer Gruppe Brasilianer aus Mannheim offensichtlich gut mundet. „Schmeckt prima. Dazu trinken wir gerne ein erfrischendes Getränk, das Guarana heißt“, erzählt Leticia. Rener zeigt sich derweil von einem Smoothie Tropical überzeugt. „Der wird aus dem Saft einer Frucht namens Ascan hergestellt“, informiert er. Maria aus der Gruppe erzählt noch, dass sie Bad Dürkheim vom Wandern her kenne.
Vivien Bähr vom Raketenklub Wiesbaden, dem Veranstalter des Streetfood-Festivals, zeigt sich zufrieden mit der Resonanz der Bad Dürkheimer Veranstaltung.